In Geraldton sind wir relativ früh am Morgen angekommen, da wir nicht weit vor der Stadt übernachtet haben. Nach einem kurzen Stopp bei MacDonalds (wegen letztem Blog) haben wir die recht hübsche Stadt unter die Lupe genommen. Da der Kalender „Sonntag“ anzeigte, war im Ortskern nicht all zu viel los. Wir bummelten ein wenig durch die Stadt und an der Promenade entlang. Vor noch gar nicht so langer Zeit hat man ein paar Millionen in die Stadt gesteckt und es hat sich doch gelohnt. Es wirkt ein wenig wie ein beschaulicher Kurort und vor allem ältere Leute aus dem Süden nutzen das angenehme Klima von Geraldton, um dem doch recht kalten Winter zu entgehen. Von Geraldton die Küste weiter runter brachte uns in den Nambung-Nationalpark. Dieser beschränkt sich zwar nicht nur auf die Pinnacles, die aber eindeutig das touristische Highlight des Parks sind. Man kommt in eine Sandwüste, wo unzählige Sandsteintürmchen in allen Größen wie gesät und dicht an dicht herumstehen. Wir liefen zuerst durch das Gebiet auf den möglichen Wanderwegen und anschließend durchquerten wir das Gelände noch mit dem PKW auf einem extra angelegten Rundweg. Das beste Licht ist eindeutig bei tiefem Sonnenstand, wenn die kleinen „Kerle“ auch einen langen Schatten werfen. Dabei entstehen herrlich leuchtende Gelbtöne. Wir haben den halben Tag im Park verbracht und genossen dieses einmalige Naturschauspiel. Vor zehn Jahren waren wir auch schon hier, aber das macht ja nichts. Wir entdeckten auch einen der Pinnacles wieder, auf dem wir damals gesessen haben. Heute ist das nicht mehr erlaubt. Neu hinzu gekommen ist ein Ausstellungsraum, der die Pflanzen- und Tierwelt der Wüste erklärt. Hier trifft man auch wieder (für uns nach langer Zeit) auf mehrere Reisegruppen deren Teilnehmer mandelförmigen Augen haben und man weiß somit, dass man an einem wichtigen touristischen Highlight ist. Besonders beliebt bei diesen Gruppen sind ja die Souvenirshops, von denen einer am Ausstellungsraum angegliedert ist. Nach den Pinnacles sind wir ziemlich schnell in Richtung Perth gedüst. Wir haben uns zwei Campingplätze angeschaut (einer konnte getrost als Müllhalde bezeichnet werden), auf denen wir unsere letzten Wochen in Australien verbringen könnten und mussten uns außerdem um eine neue Windschutzscheibe bemühen. Wir hatten leider das Pech, auf einer Schotterstraße einem Roadtrain zu begegnen, der einen Stein aufgewirbelt und in unsere Scheibe geknallt hat. Leider ist nach einer Weile aus dem Steinschlag ein langer Riss geworden. In Perth war es aber richtig teuer und so wollten wir erst mal schauen, was es sonst noch so gibt. Unser nächstes grobes Ziel war dann Kalgoorlie in knapp 600km Entfernung von Perth. Auf dem Weg dahin machten wir einen kleinen Umweg in den kleinen Ort Hyden. Dort steht der sogenannte „Wave Rock“ – der Wellenfels. Dieser über 100m lange und circa 6m hohe Felsen sieht tatsächlich aus wie eine Welle am Strand, die kurz vor dem Brechen erstarrt ist. Von Hyden ging es nochmal 180km über Schotter nach Southern Cross und weiter auf dem Great Eastern Highway nach Coolgardie. Diese kleine Stadt ist 35km von Kalgoorlie entfernt und war zum Zeitpunkt des Goldrausches in der Gegend stark besiedelt. Heute wohnen nur noch reichlich 1000 Menschen hier, und Coolgardie wird somit als Geisterstadt bezeichnet. Wir schauten uns auf der breiten Hauptstraße um und entdeckten wunderschöne und gut erhaltene Häuser aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende. Die nächsten Tage wollten wir dann in Kalgoorlie verbringen, die mit über 20.000 Einwohnern doch etwas größer ist. Auch hier hat es eine wunderschöne Hauptstraße mit uralten Gebäuden aus der Goldrauschzeit – die Hannan Street. Benannt nach Paddy Hannan, einem Iren, der hier als erster Gold fand. So machen das Exchange Hotel und das York Hotel eine Menge her – zumindest von außen. Wenn man dicht an der offenen Tür vorbeigeht, weht einem ein ziemlich abstoßender Mief aus der darin gelegenen „Kneipe“ entgegen. Wir besuchten außerdem eine ehemalige Mine, schürften ein (leider nur ganz klein) wenig Gold und nahmen an einer Führung unter Tage teil. Nachdem wir uns beschwert haben, haben wir ein weiteres Eintrittsticket für eine neue Führung bekommen. (Der Typ hat geredet wie ein Maschinengewehr und in einem abartigsten Kalgoorlie-Busch-Aussie-Slang, dass wir keine 10% von dem verstanden haben, was der da erzählt. Und bei 30$ pro Person und internationalen Gästen erwartet man das nicht!) So werden wir morgen diese Tour nochmal machen mit einem anderen Führer. Heute ist unser Auto in der Werkstatt, die Windschutzscheibe kostete hier inklusive Einbau weniger als die Hälfte wie in Perth (Abzocker!!!) und es ist noch etwas (leider teures) an der Lenkung zu machen. Die Outbackpisten tragen nicht gerade zur besten Pflege des Autos bei – aber das wussten wir schon vorher. Der Fachausdruck dafür ist „Materialmord“! Ein großes Highlight in Kalgoorlie ist noch die Besichtigung des Super Pit Lookouts. Dieser Aussichtspunkt ist hoch über einer der größten offenen Tagebauminen Australiens. Diese Mine wird noch bis circa 2017 in Betrieb sein (falls keine weiteren großen Vorkommen mehr entdeckt werden) und dann Ausmaße von 3,8km Länge, 1,4km Breite und 500m Tiefe haben. Länge momentan: 2,9km, Breite: 1,35km und Tiefe: 260m. Dieses gigantische Loch fördert noch Gold in Form von Erz. Hier fahren 32 riesige Lastwagen rum, die das Erz nach oben befördern. Dieser quält sich mit 12km/h nach oben, verbraucht 185l Sprit in der Stunde und fährt in seinen 18 Jahren Lebensspanne reichlich 1,7 Mio. Kilometer und hat in dieser Zeit über 200 Reifen von 35.000$ pro Stück verschlissen. Übrigens 6 Ladungen eines dieser riesigen LKW (das sind 6 x 240 Tonnen = 1.440 Tonnen = 1.440.000 kg Erz), von denen ein LKW 4 Millionen AU$ kostet, bringen zusammen Gold in Größe eines Golfballs nach oben. Pro Jahr werden hier 800.000 Unzen Gold (eine Unze kostet zur Zeit 1290.-AU$) gefördert. Wer Lust und Zeit hat, sollte mal bei Google Earth auf Kalgoorlie klicken und sich das Monsterloch anschauen.
Morgen werden wir Kalgoorlie wieder verlassen und uns auf den Weg nach Perth machen. Dazu nehmen wir uns viel Zeit, denn wir haben erst ab Sonntag ein Zimmer für 3 Wochen über eine Privatperson gebucht. Das war sogar noch günstiger als auf dem Zeltplatz und so können wir nach 5 Monaten mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, worauf wir uns schon am meisten freuen. Das Auto wird dann sauber gemacht, in Ordnung ist es ja nun, und dann auf den Backpacker-Automarkt zurück geworfen. Aber drei Wochen sollten wohl reichen, um einen halbwegs akzeptablen Preis zu erzielen.
Morgen werden wir Kalgoorlie wieder verlassen und uns auf den Weg nach Perth machen. Dazu nehmen wir uns viel Zeit, denn wir haben erst ab Sonntag ein Zimmer für 3 Wochen über eine Privatperson gebucht. Das war sogar noch günstiger als auf dem Zeltplatz und so können wir nach 5 Monaten mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, worauf wir uns schon am meisten freuen. Das Auto wird dann sauber gemacht, in Ordnung ist es ja nun, und dann auf den Backpacker-Automarkt zurück geworfen. Aber drei Wochen sollten wohl reichen, um einen halbwegs akzeptablen Preis zu erzielen.
