Sonntag, 15. Mai 2011

Von Pattaya bis Bangkok

Am zweiten Tag in Pattaya hatten wir uns ein Hotel mit einer guten Wochenrate rausgesucht. Es lag ein wenig abseits vom Trubel, aber wir besorgten uns für die Woche noch ein Moped für sehr wenig Geld. Warum haben wir uns Pattaya ausgesucht? Ich habe im Internet von einem deutschen Zahnarzt gelesen, der sehr gute Bewertungen hat. So habe ich mir einen Termin gemacht und wollte ihm so eine Woche mehr Zeit geben, falls was zu tun ist. Da man ja mittlerweile in Deutschland auch (fast) alles allein zahlen muss, wollten wir das günstige Asien noch nutzen. Eine Untersuchung war kostenlos und es wurde aber zum Glück nichts gefunden. Nur eine professionelle Zahnreinigung war angesagt und die haben wir beide machen lassen. (Wen es interessiert: 900 Baht pro Person =21 EUR). Somit hatten wir 6 Tage zur freien Verfügung und konnten die Tage in Pattaya mit einem Hollywood-Lächeln genießen. Dachten wir. Hier muss man sagen, dass Pattaya zwar den Ruf einer Urlaubsstadt hat, aber nicht nach unserem Geschmack. Es gibt unzählige Bars, Kneipen, Restaurants und sonstige Einrichtungen und dazwischen jede Menge Thai-Frauen, die auf die zahlungskräftigen, meist älteren Männer warten. Laut einem Magazin sind es circa 30.000. Die Schilder, Speisekarten und Tourenangebote sind alle in Russisch, sind doch anscheinend die Russen die meisten Touristen in Pattaya. Der Strand ist, sofern man denn wegen Privatnutzung der teuren Resorts überhaupt rankommt, schmal und überbevölkert von leeren Sonnenstühlen. Diese, meist schon mächtig in die Jahre gekommen Holzdinger stehen zur Miete kilometerlang in Reihe und Glied. So haben wir uns die Zeit mit rumrollern und lesen und faulenzen vertrieben und nach einer Woche bestiegen wir am Dienstag den Bus nach Bangkok. Also nach Pattaya wird es uns wohl nie wieder ziehen. In Bangkok sind wir mit dem Stadtbus zu unserer geplanten Unterkunft gefahren, wo wir ab Freitag gebucht hatten. Wir haben einen Rucksack untergestellt und weiter ging die Fahrt nach Damneon Saduak. Die genaue Schreibweise dieses Ortes ist wohl nicht bekannt, an mehreren Straßenschildern gibt es verschiedene Schreibweisen. Dieser kleine Ort ist durch seinen Floating Market bekannt. Aber nur dem. Sonst gibt es nichts zu sehen und die meisten Touristen fahren nur als Tagestour zum Markt. Wir kamen abends an und fanden auch schnell das einzige Hotel im Ort. Es war in Ordnung, nicht der Knaller, aber akzeptabel. Essen gab es auf der Straße in der Garküche, ein Restaurant sucht man hier vergeblich. Der Hotelmitarbeiter organisierte aber noch eine Bootstour über den schwimmenden Markt am nächsten Tag. Punkt 8:00 Uhr ging es los und kurze Zeit später schipperten wir schon entlang den kleinen Kanälchen vorbei an unzähligen Ständen, wo man direkt vom Boot aus einkauft oder auch aus Booten, die einem entgegen kommen. Es war sehr interessant. Leider war der Schwimmende Markt mittlerweile so weit, dass mehr kitschige Touristensouvenirs angeboten wurden, als lokale Waren und Lebensmittel. Aber so ist es meistens. Nach dieser Tour sind wir weiter in die Stadt Kanchanaburi gefahren. Kennt fast kein Mensch, aber die Brücke dort, die kennt fast jeder. Durch Kanchanburi fließt ein Fluss – der Kwai. Und über den Fluss gibt es eine Brücke aus Holz. Die Brücke am Kwai. Bekannt geworden aus dem gleichnamigen Roman. Wir buchten für den nächsten Tag eine Tagestour. Start waren die Erawan-Wasserfälle, eine Autostunde entfernt. Hier gibt es sieben verschiedene Level, in denen man baden kann. Von den Fotos am Eingang hat uns am Besten Level 5 gefallen. Essen mitzuführen war nicht erlaubt, saßen und sprangen doch in den Baumwipfeln neugierige und sehr freche Affen und die kennen alle Tricks um an das Essen zu kommen. Nach einem Kilometer kamen wir bei Level 5 an (ich kam mir vor wie im Computerspiel: „Nächstes Level erreicht!“) und nun sollte es ans Baden gehen. Hier gibt es noch eine besondere Spezies von Tieren in dem glasklaren Wasser. Diese kleinen Fische setzen sich sofort auf die Haut und fangen an, die tote Haut ab zu knabbern. Erst kostete es ein wenig Überwindung, dann ein wenig Zeit, das Knabbern zu ertragen, aber nach ein paar Minuten wurde es sehr angenehm. So badeten wir eine Stunde und ließen uns die Arme und Beine beknabbern. Nach dem Lunch ging die Fahrt weiter auf einen Seitenarm des Kwai und wir machten eine halbstündige Floßfahrt mit einem Bambusfloß. So konnten wir ein wenig die Natur und die Ruhe genießen. Danach wurden wir auf einen Elefanten verfrachtet und so schaukelten wir durch Gestrüpp und auch durch den Fluss auf dem Rücken dieses Riesen. Permanent hungrig klaute er mit seinem Rüssel alles, was unterwegs in Reichweite war. Nach diesem Spaß stand noch ein Stopp an der Höhle an, wo im zweiten Weltkrieg die Arbeiter der Bahnstrecke versorgt wurden wenn sie krank waren oder einen Unfall hatten. Dort stiegen wir in den Zug um und fuhren ein paar Stationen mit. Dieser Zug fährt dann auch weiter auf die Brücke nach Kanchanaburi. In der Stadt machten wir noch einen letzten Stopp um uns die Brücke an zu schauen und der Tag war rum. Gegessen haben wir abends wieder auf dem Nachtmarkt. Köstlich frisch und super günstig. Am Freitag stand dann die letzte Tour an – nach Bangkok. Die Betreiber des kleinen Gasthauses in der Nähe der berühmten Khao San Road nahmen uns freundlich auf und nun verbrachten wir noch zwei Tage, um unsere letzten Baht los zu werden. Ein paar nützliche Dinge haben wir auf dem Wochenendmarkt (Chatuchak) im Norden Bangkoks gekauft und heute bummelten wir noch durch das quirlige Chinatown. Später werden wir noch einmal das leckere Pad-Thai essen gehen und dann steht uns die letzte Nacht in Asien bevor. Morgen früh geht es dann zum Flughafen und wir werden hoffentlich gesund und munter in Dresden landen.