Samstag, 31. Oktober 2009

Die ersten freien Tage

Unsere Zeit als Trainees ist jetzt vorbei und wir genießen momentan unsere ersten freien Tage. Das Wetter am Milford Sound ist traumhaft und wir haben uns entschieden, nicht nach Dunedin zu fahren. Laut dem Wetterbericht wird es in Dunedin mehr Regen geben als in Milford und so lohnt es eigentlich nicht, die 400km zu fahren. Regen haben wir hier genug, gilt doch der Milford Sound als einer der nassesten Plätze der Welt! Wir hoffen momentan noch auf einen Flug nach Queenstown. Das würden wir noch machen, da auch Queenstown voll mit Sonne ist. Gestern hat es nicht geklappt und heute werden wir mal abwarten. Sonst haben wir uns mal ein wenig ausgeruht, etwas länger geschlafen als sonst und sehr gemütlich und ausgiebig gefrühstückt. Diese Woche haben wir auch mal mit VoipBuster probiert, ob wir auch günstig telefonieren können, wie vorher aus der Schweiz nach Deutschland. Es funktioniert. Es gibt neben dem TV Raum ein kleines Kabuff mit einem Telefon. So verbinden wir vom TV Raum aus am PC einen Anruf vom Kabuff nach Deutschland für 0,08 Euro für eine Stunde. Echt ein Schnäppchen! Da kann dann das Gespräch ruhig mal eine Weile dauern. Wenn man uns mal anrufen möchte kann man das gern probieren unter 0064-3-2497260. Dann, wenn einer abnimmt, nach Stefan oder Kathleen in „Pitts - room number 2“ fragen. Das Wohngebäude hat hier 5 Bereiche. Jeder Bereich hat einen eigenen Namen. Wir wohnen in „Pitts“, dann gibt es noch „Broadway“, „Sin City“, „Boystown“ und „Virgin“. Die Namen sind wohl schon seit 20 Jahren so. Im Gebäude gegenüber befindet sich auch unsere Küche. Da gibt es einen Kochbereich mit 6 Gasherden, Arbeitsflächen und Waschbecken, viele Regale mit Gewürzen und sonstigem Kram, ein Warenlager wo man sich nimmt, was man möchte sowie Kühlschränke und Froster für Gemüse, Obst und alle möglichen Sorten Fleisch. Die andere Fläche des Gebäudes nimmt der Essbereich mit 6 Tischen und einem großen Flachbildfernseher (der fast permanent läuft) und einer Stereoanlage ein. Es hat nicht unbedingt den Charme einer gemütlichen Essküche, ist aber von einer Bahnhofshalle trotzdem weit entfernt. Man kann es aushalten. Allerdings ist es mit der Sauberkeit nicht immer so weit her. Das merkt man, dass viele zu Hause nicht viel im Haushalt helfen mussten… Es ist halt nicht so einfach, von einem 20-jährigen zu verlangen, JEDES MAL sein Geschirr abzuwaschen, obwohl es einen Geschirrspüler hat! Den Putzplan nehmen auch viele nur zur Kenntnis und widmen sich lieber ihren Hobbys – ist ja Freizeit. Für uns doch etwas nervig und egoistisch gedacht. Aber das wird wohl in jeder Küche so sein, wo viele Menschen zusammen leben. Wenn ich da an meine WG im Lehrlingswohnheim denke. Ein schwarzes Schaf und alles ist umsonst! Naja, wir werden es überleben auch wenn wir uns nichts abschauen werden. Trotzdem sind wir schon beeindruckt, was diese Firma für Ihre Mitarbeiter so tut. Es kommt einmal die Woche Ware und da werden die leckersten Sachen geliefert. Es gibt sogar Eiscreme. Wir zahlen gerade mal 10 NZD (= 5 EUR) pro Person und Tag für Essen und Unterkunft und da kann man absolut nicht meckern. Sollte man frei haben und keine Lust zum kochen haben gibt es noch einen Trick. Jeder Mitarbeiter kann an seinen freien Tagen soviele Schifffahrten machen, bis ihm schlecht wird. Und da gibt es Buffet an Bord. Allerdings hat man das schon jeden Tag zum Lunch (keine wechselnden Komponenten) während den Arbeitstagen. Nach ein paar Wochen also auch keine echte Alternative. So haben wir die Möglichkeit, etwas kreativ zu werden. Wir haben einmal ein leckeres asiatisches Gericht gekocht, vorgestern gab es Tortellini alla panna und gestern hat Kathleen gefüllte Paprikaschoten gemacht. Lecker – und man hat ja Zeit. So, nun werden wir noch mal nachfragen, ob es einen Platz im Flugzeug hat und wir nach Queenstown fliegen können. Bis bald – mit neuen Stories.

Montag, 26. Oktober 2009

Trainingstage

Die letzten drei Tage haben wir viel Zeit auf der „Spirit of Milford“ verbracht. Unser Skipper Vaughan Campbell erklärte uns die verschiedenen Szenarien, die auf einem Schiff vorkommen können und als Notfall bezeichnet werden. Aber zuerst begannen wir mit einer Menge Theorie. Wir lernten, wie die verschiedenen Seiten des Schiffes hießen (in englisch) und wo sich der Motorraum befindet. Außerdem durchsuchten wir jeden Winkel des Schiffes und schauten uns die Bereiche sehr genau an, an denen wir arbeiten werden. Als nächstes standen ein paar praktische Übungen auf dem Programm. Wir lernten, wie man an den zwei verschiedenen Bollertypen, die hier verwendet werden, einen Knoten mit den Leinen bindet, wo sich kein Schiff mehr von selbst lösen kann. Unser Skipper sagte, so ein Knoten würde auch ein Kreuzfahrtschiff halten. Wir übten das Anleinen und die Kommandos der ersten Leine beim Anlegen (Spring genannt – vorn am Bug oder bow in englisch) und der sternline – der hinteren Leine am Heck. Später sind wir noch mit der „Lady Bowen“ eine Runde durch den Fjord gekurvt wo zuerst „Mann über Bord“ mit Hilfe eines Rettungsrings als „Opfer“ trainiert wurde. Danach wurde „Skipper außer Gefecht“ geprobt – die Crew muss das Schiff steuern. So durfte ich auch das erste Mal in meinem Leben ein Passagierschiff steuern. War doch recht aufregend, auf der Brücke zu stehen und die Kontrolle über so ein Schiff zu haben. Gegenüber am Observatorium entdeckten wir noch fünf Pinguine. Fiordland crested penguin – um genau zu sein. Leider hatten wir das falsche Objektiv dabei, aber ich konnte schöne Bilder mit meiner Videokamera aufzeichnen. Am zweiten Tag wiederholten wir verschiedene Dinge und trainierten noch „Feuer“ und „Ausfall der Steuerung von der Brücke“ sowie „Schiffsevakuierung“. Wir machten noch die Mittagscruise auf der „Lady oft he Sounds“ mit, da ziemlich viel los war und wir auch etwas vom Service an Bord lernen sollen. Nachmittags haben wir immer noch den Kollegen auf der „Pride of Milford“ geholfen, die letzten Sachen des Tages zu erledigen und Reinigungsarbeiten gehören natürlich auch dazu. Heute sind wir dann noch einmal mit der „Spirit of Milford“ eine Runde gedreht, wo noch einmal verschiedene Notfälle geübt wurden. Eine Cruise, die um 11:00 Uhr startete haben wir wieder als Helferlein mitgemacht, da ziemlich viel los war. Aber die Organisation ist gut durchdacht und so rannten 70 Mann in 10 Minuten über das Buffet und als das Schiff ablegte, saß jeder Gast an einem Tisch mit seinem Lunch vor der Nase. 50 Minuten später waren alle Tische abgeräumt und alles gespült und zurück an seinem Platz. Viele Hände – schnelles Ende. Im Moment ist es wieder sehr regnerisch – auch für die nächsten Tage wird es wohl nicht besser sein. So ist es nicht weiter schlimm, wenn man im Innenraum des Schiffes zu tun hat und keine Zeit für einen Blick nach draußen hat. Morgen geht es weiter, denn wir müssen auf allen vier Schiffen Bescheid wissen. Jedes ist anders und im Notfall muss man sich auf dem Kahn auskennen wie in seiner Westentasche. Freitag bis Montag haben wir frei und es ist ein Trip nach Dunedin (sprich: Daníedn) geplant. Hoffentlich haben wir da mal wieder etwas mehr Sonne.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Let's go cruising!

Die Nacht zum Montag haben wir beide nicht besonders gut geschlafen. Ich fühlte an sich keine Aufregung aber gegen seinen inneren Schweinehund kann man halt nichts tun. Aber der Tag begann sehr entspannt. Wir trafen uns um acht im Fernsehraum der Personalunterkunft und dann ging es ab die 400m zum Terminal in den Konferenzraum. Hier wurden wir noch einmal begrüßt und dann haben wir den ganzen Tag nur Infos bekommen, die das Leben hier am Milford Sound betreffen. Sowohl von Seiten der Arbeit als auch von Seiten der Personalunterkunft. Wir haben unseren Arbeitsvertrag unter die Lupe genommen und wollten eigentlich noch einen Spaziergang über das Gelände machen, aber bei dem Regen hatte unser Chef keine Lust. Am nächsten Tag hat er uns über die ansässigen Firmen und Mitbewerber informiert und dann erfolgte der geplante Rundgang über das Gelände. 11:00 Uhr ging es dann das erste Mal an Bord der „Pride of Milford“ und wir begannen unsere erste Cruise als Mitläufer. So konnten wir in Ruhe checken, wie so eine Rundfahrt abläuft und was es alles zu tun gab. Das Ganze ging dann zweimal hintereinander jeweils reichlich zwei Stunden. Das Wetter war herrlich und wir hatten auch Zeit, mit den Gästen an Bord ein Schwätzchen zu halten, die das sehr zu schätzen wissen. Am Mittwoch, es regnete „Hund und Katz'“, wurden wir Neuen auf die zwei Schiffe verteilt, die momentan noch bis 01.11.2009 allein fahren, bevor dann vier Schiffe täglich über den Fjord kreisen. Wir bekamen unseren Host zugeteilt und so starteten wir in den Tag. Auf der „Pride“ werden früh die Sandwiches für alle Schiffe und das Café an Land vorbereitet. Mit einer Einwegschürze, Einweghandschuhen und einem sexy Haarnetz. Aber egal. Bei der Herstellung von Essen gilt halt besondere Hygiene. Die „Pride“ fährt momentan zwei Cruises am Tag mit einem internationalen Lunchbuffet. Außerdem gibt es noch Snackboxen, Sushi Boxen und andere Boxen mit verschiedenem Essen, die aber alle im voraus gebucht werden müssen. An Bord gibt es dann nur das Lunchbuffet oder die am Morgen zubereiteten Sandwiches für Kurzentschlossene. Zu entdecken gibt es unterwegs jede Menge. Die Landschaft ist spektakulär schön. Wenn man sich überlegt, dass die Berge am Fjord bis 2000m in die Höhe gehen und das fast senkrecht und noch bis 300m unter die Wasseroberfläche gehen…
Heute haben alle Neuen einen Tag frei bekommen und morgen soll wohl ein Training auf einem Schiff sein, das im Moment noch nicht fährt. Da bekommen wir gezeigt, wie man das Schiff anleint wenn man am Hafen oder am Observatorium, welches sich im Fjord befindet, ankommt. Die Anlernung wird also noch ein paar Tage dauern, bevor am 01.11.2009 offiziell die Sommersaison startet. Der Gästekreis, auch bei den Mitbewerbern, ist, wie man kaum anders erwartet, hauptsächlich mit mandelförmigen Augen. Aber das ist ja mittlerweile überall in der Welt im Tourismusbereich so. Selbstverständlich gibt es auch viele Europäer, Australier und Amerikaner als Gäste hier, die aber meist individuell unterwegs sind. Gestern, nach Feierabend, schwankte dann die Erde für uns. Denn nach 8 Stunden schaukeln kann der Körper noch nicht so schnell umgewöhnen. Wir liefen durch die Gegend, als hätten wir zu tief in die Wodka-Flasche geschaut! Aber die Kollegen meinten, nach ca. zwei Wochen hat sich der Körper dran gewöhnt. Wir werden sehen. Heute haben wir frei bekommen, da wir neuen Mitarbeiter gerade in den Dienstplan eingefügt werden. Wir arbeiten immer 10 Tage am Stück und haben dann 4 Tage frei. Das wird sich bis zum Ende unserer Zeit (angeblich) nicht ändern. Aber jeder weiß, wenn irgendwas passiert, muss man reagieren. Den freien Tag nutzten wir, um Wäsche zu waschen und wieder eine Tour zu machen (wir wollen ja nicht aus dem Schaukelrhythmus kommen... ) – nein, der Grund ist der, dass wir in den letzten beiden Tagen Pinguine gesehen haben. Und während der Arbeitszeit ist wohl nicht so gern gesehen, mit einer Kamera über das Schiff zu laufen – da wird gearbeitet. Aber wir hatten Glück – ein Pinguin zeigte sich kurz zum Fotografieren. Noch während wir im Hafen lagen, spielte eine Gruppe Delphine ganz nah an den Booten. Herrlich. Heute, am späteren Nachmittag, bietet noch ein Kollege einen Yoga-Stunde an und wir werden mal mit machen. Wir sind schon mehrmals erstaunt worden, wie viel man doch hier in seiner Freizeit anstellen kann. Es hat unzählige Spazierwege, ein Fitnessstudio, jede Menge Bücher, eine kostenlose Videothek mit über 200 DVDs, Brettspiele, zwei Computer mit (Dial-up Modem) Internetverbindung, Basket- und Fußbälle, einen Fernsehraum mit Heimkino und, und, und. Sie machen schon sehr viel für ihre Mitarbeiter, damit man sich hier wohl fühlen kann und seine Freizeit gestalten kann. Es gibt auch noch andere Sachen zu berichten, aber dann beim nächsten Mal.

Freitag, 16. Oktober 2009

Alles neu!

Die ersten zwei Tage sind vorbei und wir haben doch schon ein paar Leute kennen gelernt. Es ist anscheinend die halbe Welt vertreten. Kollegen aus Brasilien, USA, Niederlande, Neuseeländer, Australier… hier hat’s alles. Sogar einen jungen Koch aus Dresden. Ich glaube, er hat sich sehr gefreut, dass mal jemand seine Heimatsprache (samt Dialekt) versteht. Sein Englisch ist noch ziemlich mies aber er möchte lernen. Wir sind am Mittwoch pünktlich zum Oktoberfest angekommen. Zufällig lief uns Jörg gleich über den Weg und zeigte uns unser Zimmer. Wir haben schon ein paar Sachen aus dem Auto geräumt und dann ging es rüber zur Party. Dort bekamen wir unsere Eintrittskarten von Jörg, die er vorher für uns beiseite gelegt hatte. Mit den Karten bekamen wir einen Bierseidel (1l) samt einer Füllung und konnten am Deutschen Buffet soviel essen wie wir wollten. Es gab Semmelknödel, Rot- und Sauerkraut, Sauerbraten, Leberkäse, Weißwürste, Wiener und Bratwürste, Kartoffelbrei und eine Erbsensuppe. Es war köstlich – wie zu Hause. Dass in der Küche zwei Deutsche arbeiten war wahrscheinlich auch der Grund, dass das Essen so lecker war. Ein „Refill“ des großen Glases mit der Biersorte seiner Wahl (an diesem Tag auch Erdinger Weißbier!) für 4EUR war wirklich ein Schnäppchen und so wunderte es nicht wirklich, wenn viel Bier getrunken wurde und die Party bis in die Morgenstunden ging. Wir konnten ja ausschlafen. An diesem Abend wurde uns auch gesagt, dass auf unsere Köpfe die höchsten Wetten laufen, dass wir als Erste die Flinte ins Korn werfen. Ich habe Jörg gesagt, hoffentlich hat er nicht auch auf uns gewettet, denn er würde sein Geld wohl nie mehr wieder sehen… wir halten durch! Aber so ist das halt an einem Ort, wo das Leben etwas anders ist, als in einer Stadt. Wer sich mal in Google Earth den Milford Sound und die Siedlung anschaut und dann die Umgebung, weiß vielleicht, was ich damit meine. Abends lernten wir einen Typen kennen, der kannte schon unseren Familiennamen. In Englisch ist er eben noch lustiger als in Deutsch. Und da ins Pub gehen so ziemlich das Einzige ist, was man hier als Unterhaltung geboten bekommt, fällt man mit so einem Namen gleich auf.
Am nächsten Tag hatte wir vor, unser kleines Zimmer etwas auf Vordermann zu bringen. Wir organisierten Putzzeug und brachten unsere, vielleicht 15m² große (inkl. Bad mit Dusche - was hier großer Luxus ist) Bude auf Vordermann. So haben wir nun die Gewissheit, dass es wohl sauber ist. Danach noch die Schubladen des kleinen Schränkchens eingeräumt und der Tag war gelaufen. Heute haben wir nur eine Schiffstour gemacht, um uns schon mal bisschen anzuschauen, was es auf dem Kahn so zu tun gibt. Es sieht ziemlich entspannt aus. Wir werden sehen. Danach haben wir noch unsere erste Post abgeholt. Eine Urlaubskarte aus der Türkei und einen Brief von Kathleens Oma Helga. Wir haben gegenüber unseres Waschbeckens, welches sich im Zimmer befindet, eine Korkwand vom Boden bis zur Decke und ca. 1m Breite. Da können wir viel anpinnen da ansonsten das Zimmer mit seinen weißen Wänden ziemlich kalt wirkt. Also bitte, sendet uns doch mal eine Karte – sie bekommt einen Ehrenplatz an dieser Wand. Die Adresse kann man noch mal in einem alten Post nachlesen.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Milford Sound - wir kommen!

Wanaka und seine Umgebung ist einfach ein Traum und sollte ein Muss sein, wenn man Neuseeland bereisen möchte. Wir sind am Sonntag Morgen, nach unserem reichhaltigen Frühstück, zum Mt. Iron aufgebrochen. Der Berg befindet sich sehr nah an der Stadt und einmal rauf und wieder runter kostet ungefähr 1,5h Zeit plus die Zeit, die man sich nimmt, um die Aussicht zu genießen. Und das sollte man tun. Der Blick über den See hinter zu den Bergen ist einfach traumhaft. Man hat eine superschöne 360° Aussicht und bei schönem Wetter sieht alles noch beeindruckender aus. Aber wir hatten ja noch eine andere Wanderung vor uns. Wir sind ein Stück den See entlang gefahren in Richtung Treble Cone Skigebiet und dann gibt es ca. 10km vorher auf der rechten Seite einen Parkplatz. Von da führt ein Weg zum Rocky Mountain Lookout. Der Weg führt am Diamond Lake - dem Diamantensee - vorbei. Dann geht es eine Stunde ziemlich steil bergauf über Stock und Stein. Aber die Strapazen lohnen sich wirklich. Hier hat man ebenfalls einen 360° Ausblick auf den Lake Wanaka, nur von einer anderen Seite. Wir konnten den Mt. Iron klar erkennen, wo wir drei Stunden vorher drauf gewesen sind. Wirklich unbeschreiblich schön. Ich denke, die Fotos im Panorama-Bilder Ordner können einen kleinen Eindruck von dem vermitteln. Am nächsten Tag führte uns der Weg in Richtung Queenstown über den schönen Crown Range Summit Pass. In Queenstown selbst hielten wir nur zum Einkaufen. Wir haben noch mal über 200 NZD auf den Kopf gestellt und uns mit Getränken, Deo-Rollern, Zahnpasta, Chipstüten und sonstigem Kram eingedeckt denn am Milford Sound gibt es kein Geschäft. Dann noch die Strecke nach Te Anau (mit einem Zwischenstopp zum Lunch am schönen Lake Wakatipu) und wir checkten für zwei Nächte auf dem renovierten Campground ein. Am nächsten Tag, dem Dienstag, schauten wir uns nur etwas in Te Anau um, kauften noch eine Weste für Kathleen und ich ging noch mal zum "Hairdresser". Der Abend verlief dann relativ ruhig und nun soll es gleich los gehen zu unserer letzten Etappe zum Milford Sound. Wir sind doch schon etwas aufgeregt und am Milford Sound angekommen werden wir nach 9.300 Kilometern kreuz und quer durch Neuseeland das Auto abstellen. Es waren tolle Wochen mit vielen Eindrücken, vielen Fotos und interessanten Stories. Aber nun ist es Zeit, die Reisekasse mal wieder zu füllen, bevor das nächste Abenteuer wartet. Die Blogs werden wohl nun etwas weniger (aber nur bis Ende April!!!) und wir bitten Euch, wenn Ihr uns eine E-Mail sendet, bitte keine großen Anhänge mit zu schicken. Eine 56KB -Modemleitung bringt schon 1MB zum Glühen. Vielen Dank fürs Lesen und der Verfolgung unserer (bisherigen) Reise.

Samstag, 10. Oktober 2009

Vom Franz-Josef-Gletscher nach Wanaka

Zum Glück sind wir am Montag noch mal zum „Peter’s Pool“ an den Franz-Josef-Gletscher gefahren. Wir hatten Windstille und hofften auf eine schöne Spiegelung zu den Bergen hin. Als wir ankamen, waren wir wirklich sehr begeistert. Die Berge, die den Franz-Josef-Gletscher einhüllten spiegelten sich wunderbar in dem kleinen See. Wir verbrachten da eine Stunde und versuchten, unsere Kamera mal richtig auszureizen. Nachdem wir genügend Bilder im Kasten hatten, sind wir weiter gefahren zum Fox-Gletscher, der sich gerade mal 27km weiter in Richtung Süden befindet. Dort machten wir den einstündigen Spaziergang zum nächsten Punkt an das Gletscherende. Der Himmel war leuchtend blau und das Eis glänzte weiß bis milchig blau. Zurück im Fox-Gletscher Dorf machten wir noch den Abstecher zum Lake Matheson, der sich gerade 6km in Richtung Küste befindet. Wir wollten schon mal den schönsten Fleck für die hier sehr bekannte Spiegelung des Mt. Tasman und des Mt. Cook finden. An diesem Nachmittag war die Wasseroberfläche für eine Spiegelung viel zu aufgewühlt. Aber es ist trotzdem ein sehr schöner Spaziergang um den See. Es gibt verschiedene Wasservögel zu beobachten unter anderem auch wieder die schönen Paradise Shell Ducks mit ihrem markanten Geschnatter. Am späten Nachmittag besuchten wir noch den Gillespies Beach am Ende einer 12km langen, engen und windigen Schotterstraße. Das Schöne war hier, dass man einerseits am Strand stand und die Tasmansee beobachten konnte, aber andererseits im Rücken die hohen Berge der Neuseeländischen Alpen mit den schneebedeckten Gipfeln sah. Wir genossen noch eine Stunde die Sonne, sahen TUIs beim Zwitschern zu, feierten den Sonnenuntergang wo ich ein TUI (Bier) zwitscherte und dann war es auch schon schnell stockdunkel, so dass wir die Zeit nutzten, um ausgiebig zu schlafen. Morgens ging es früh raus und wir starteten einen neuen Versuch am Lake Matheson. Es war nicht PERFEKT, aber wir hatten soweit Glück, dass man nach einer Stunde warten doch eine sehr glatte Oberfläche hatte. Wir sind mit den Fotos mehr als zufrieden. Wir entschlossen uns dann, weiter nach Haast zu fahren, denn die Campingplatzpreise am Fox-Gletscher sind doch etwas überzogen – halt ein Touristenmagnet. Haast selbst ließen wir aber sofort hinter uns und bogen ab zur Jackson Bay. Dies stellt die südlichste Siedlung an der Westküste Neuseelands dar. Wir schauten uns ein wenig um und übernachteten ganz „Assi-like“ am Straßenrand. Da Jackson Bay am Ende einer 48km langen Sackgasse liegt und da vielleicht 8 Häuser stehen, war kaum Gefahr zu befürchten. Diese lauerte von einer anderen Seite. Wir starteten mit Kochen und da kamen die Vampire. Die kleinen mistigen (scheiß) Vampir-Sandflies. Wir legten sofort eine ordentliche Portion Mücken-Deo auf und steckten die Hosebeine in die Socken und den Pulli in die Hose. Puh, das ist eine Plage an der Westküste! Aber mit Mückentötolin ging es dann ganz gut. Die Nacht war, wie erwartet, sehr ruhig und wir erwachten an einem wunderschönen Tag mit Blick auf das Meer (wir parkten oberhalb am Strand mit Meerblick) und im Hintergrund die schneebedeckten Berge – ein Traum. Im Frühstücken hielten wir an diesen Morgen allerdings (Danke Sandflies) den Geschwindigkeitsrekord. Wir schauten uns noch eine Weile am langen, schönen und einsamen Strand von Haast und Umgebung um. Das besondere sind hier die angeschwemmten Sanddünen und die riesigen Holzstücke am Strand. E-Mails checken in Haast und ein Brot eingekauft (mehr kann man in dem Ort sowieso nicht tun) und dann passierten wir den Haast-Pass in Richtung Wanaka. Wir stoppten unterwegs in der kleinen Siedlung Makarora. Hier gab es außer einem kleinen Zeltplatz und einer Tankstelle samt Shop nicht viel. Aber es war gut zum Übernachten. Wir brauchten dringend eine Dusche und ich eine neue Gesichtsfrisur… Nachmittags gingen wir noch etwas spazieren, bevor wir den Tag in aller Ruhe vor dem Holzofen ausglühen – nein – ausklingen ließen. Am Donnerstag wollten wir noch mal ein wenig ausspannen. Wir entschlossen uns, 30km weiter auf ein günstiges Camp des DOC (Department of Conservation) zu fahren und die Sonne zu genießen. Mein elektronisches Buch kommt mir immer mehr zu Gute. Ich habe, glaube ich, schon sieben Bücher gelesen. Am Freitag sind wir, entlang des Lake Hawea, nach Wanaka gefahren. Die Strecke ist traumhaft schön. Es waren viele Wolken am Himmel, aber wir wollten drei Nächte in Wanaka verbringen. Das Wochenende soll schön werden, dass wussten wir. So machten wir uns am Samstag nach einer 2,2°C kalten Nacht auf den Weg zu unser „Foto-Safari“. Der Lake Hawea ist mit einer der schönsten Seen, die wir in unserem Leben gesehen haben. Wir fuhren erst durch den gleichnamigen Ort eine 15km lange Schotterpiste auf der Ostseite des Sees entlang und hatten traumhafte Sicht auf die gegenüberliegenden, schneebedeckten Berge. Dann sind wir noch mal die Westseite des Sees entlang gefahren. Diese Strecke passierten wir am Tag vorher bereits, aber die Sicht war ein heute viel besser. Im Fotoalbum befindet sich ein Panoramabild eines 180° Blickwinkel vom Lake Hawea Lookout. Es sind keine zwei verschiedenen Straßen auf dem Bild, sondern es ist die gleiche Straße. Man müsste das Bild als Halbkreis biegen und sich in die Mitte stellen. Morgen haben wir eine 3-Stunden Wanderung entlang des Lake Wanaka geplant. Am Himmel sind keine Wolken zu erwarten und wir werden die Zeit genießen. Jetzt werden noch die Fotos im Webalbum aktualisiert und dann ist mal wieder ein Tag rum.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Von Greymouth zum Franz-Josef-Gletscher

Die letzten drei Tage ist bei uns nicht viel passiert. Von Greymouth sind wir nur die 40km nach Hokitika gefahren, wo wir mal zwei Tage etwas ausruhen wollten. Auch Urlaub kann anstrengend sein. Wir wussten, dass es am Freitag aus Eimern schütten sollte und so checkten wir gleich für zwei Nächte auf dem selben Zeltplatz ein, wo wir vor exakt 3.128 Tagen schon mal zum Wildfood-Festival übernachtet haben. Nachmittags schauten wir uns noch den Lake Kaniere und die wunderschöne Hokitika Gorge mit seiner bekannten Hängebrücke und dem milchig blauen Wasser an. Das kannten wir zwar auch schon vom letzten Besuch, aber der Ort ist sehr schön. Die Sandflies haben uns dann doch etwas sehr zugesetzt und so verbrachten wir den Rest des Abends und den Freitag mit Rumgammeln, Fernsehen und Buchlesen. Aber auch für das Studieren der Bücher für die nächsten Tage war Zeit. Am Samstag sind wir in aller Ruhe die Strecke zum Franz-Josef-Gletscher gefahren. Wir kamen am Nachmittag an und bezogen erst mal Quartier. Da das Wetter immer noch sehr verregnet war und wir vom Nachbar-Campingplatz per Wireless LAN Internet von unserem Anbieter IAC hatten, nutzten wir die Zeit für Nachforschungen und sonstige Sachen. Die Nacht war mit 3,6 Grad tiefste Temperatur nichtgerade als warm zu bezeichnen aber der Sonntag begann, wie angesagt, mit blauem Himmel. So machten wir uns nach dem Frühstück auf und erkundeten auf verschiedenen Wanderwegen das Gebiet des Franz-Josef-Gletschers. Abends hatten wir noch mal Internetverbindung zum Fotos aktualisieren. Hier möchte ich mich herzlich für die ganzen Glückwünsche per E-Mail und "Stayfriends" bedanken. Es ist doch schön zu wissen, dass man nicht vergessen wird, auch wenn man am anderen Ende der Welt rum rennt. Morgen geht's dann weiter zum Fox-Gletscher und zum Lake Matheson, wo es HOFFENTLICH die tollen Spiegelungen des Mt. Cook und des Mt. Tasman zu sehen gibt. Die Sonne wird lachen, aber der Wind spielt hier wohl die Hauptrolle. Drückt uns die Daumen.