Zum Glück sind wir am Montag noch mal zum „Peter’s Pool“ an den Franz-Josef-Gletscher gefahren. Wir hatten Windstille und hofften auf eine schöne Spiegelung zu den Bergen hin. Als wir ankamen, waren wir wirklich sehr begeistert. Die Berge, die den Franz-Josef-Gletscher einhüllten spiegelten sich wunderbar in dem kleinen See. Wir verbrachten da eine Stunde und versuchten, unsere Kamera mal richtig auszureizen. Nachdem wir genügend Bilder im Kasten hatten, sind wir weiter gefahren zum Fox-Gletscher, der sich gerade mal 27km weiter in Richtung Süden befindet. Dort machten wir den einstündigen Spaziergang zum nächsten Punkt an das Gletscherende. Der Himmel war leuchtend blau und das Eis glänzte weiß bis milchig blau. Zurück im Fox-Gletscher Dorf machten wir noch den Abstecher zum Lake Matheson, der sich gerade 6km in Richtung Küste befindet. Wir wollten schon mal den schönsten Fleck für die hier sehr bekannte Spiegelung des Mt. Tasman und des Mt. Cook finden. An diesem Nachmittag war die Wasseroberfläche für eine Spiegelung viel zu aufgewühlt. Aber es ist trotzdem ein sehr schöner Spaziergang um den See. Es gibt verschiedene Wasservögel zu beobachten unter anderem auch wieder die schönen Paradise Shell Ducks mit ihrem markanten Geschnatter. Am späten Nachmittag besuchten wir noch den Gillespies Beach am Ende einer 12km langen, engen und windigen Schotterstraße. Das Schöne war hier, dass man einerseits am Strand stand und die Tasmansee beobachten konnte, aber andererseits im Rücken die hohen Berge der Neuseeländischen Alpen mit den schneebedeckten Gipfeln sah. Wir genossen noch eine Stunde die Sonne, sahen TUIs beim Zwitschern zu, feierten den Sonnenuntergang wo ich ein TUI (Bier) zwitscherte und dann war es auch schon schnell stockdunkel, so dass wir die Zeit nutzten, um ausgiebig zu schlafen. Morgens ging es früh raus und wir starteten einen neuen Versuch am Lake Matheson. Es war nicht PERFEKT, aber wir hatten soweit Glück, dass man nach einer Stunde warten doch eine sehr glatte Oberfläche hatte. Wir sind mit den Fotos mehr als zufrieden. Wir entschlossen uns dann, weiter nach Haast zu fahren, denn die Campingplatzpreise am Fox-Gletscher sind doch etwas überzogen – halt ein Touristenmagnet. Haast selbst ließen wir aber sofort hinter uns und bogen ab zur Jackson Bay. Dies stellt die südlichste Siedlung an der Westküste Neuseelands dar. Wir schauten uns ein wenig um und übernachteten ganz „Assi-like“ am Straßenrand. Da Jackson Bay am Ende einer 48km langen Sackgasse liegt und da vielleicht 8 Häuser stehen, war kaum Gefahr zu befürchten. Diese lauerte von einer anderen Seite. Wir starteten mit Kochen und da kamen die Vampire. Die kleinen mistigen (scheiß) Vampir-Sandflies. Wir legten sofort eine ordentliche Portion Mücken-Deo auf und steckten die Hosebeine in die Socken und den Pulli in die Hose. Puh, das ist eine Plage an der Westküste! Aber mit Mückentötolin ging es dann ganz gut. Die Nacht war, wie erwartet, sehr ruhig und wir erwachten an einem wunderschönen Tag mit Blick auf das Meer (wir parkten oberhalb am Strand mit Meerblick) und im Hintergrund die schneebedeckten Berge – ein Traum. Im Frühstücken hielten wir an diesen Morgen allerdings (Danke Sandflies) den Geschwindigkeitsrekord. Wir schauten uns noch eine Weile am langen, schönen und einsamen Strand von Haast und Umgebung um. Das besondere sind hier die angeschwemmten Sanddünen und die riesigen Holzstücke am Strand. E-Mails checken in Haast und ein Brot eingekauft (mehr kann man in dem Ort sowieso nicht tun) und dann passierten wir den Haast-Pass in Richtung Wanaka. Wir stoppten unterwegs in der kleinen Siedlung Makarora. Hier gab es außer einem kleinen Zeltplatz und einer Tankstelle samt Shop nicht viel. Aber es war gut zum Übernachten. Wir brauchten dringend eine Dusche und ich eine neue Gesichtsfrisur… Nachmittags gingen wir noch etwas spazieren, bevor wir den Tag in aller Ruhe vor dem Holzofen ausglühen – nein – ausklingen ließen. Am Donnerstag wollten wir noch mal ein wenig ausspannen. Wir entschlossen uns, 30km weiter auf ein günstiges Camp des DOC (Department of Conservation) zu fahren und die Sonne zu genießen. Mein elektronisches Buch kommt mir immer mehr zu Gute. Ich habe, glaube ich, schon sieben Bücher gelesen. Am Freitag sind wir, entlang des Lake Hawea, nach Wanaka gefahren. Die Strecke ist traumhaft schön. Es waren viele Wolken am Himmel, aber wir wollten drei Nächte in Wanaka verbringen. Das Wochenende soll schön werden, dass wussten wir. So machten wir uns am Samstag nach einer 2,2°C kalten Nacht auf den Weg zu unser „Foto-Safari“. Der Lake Hawea ist mit einer der schönsten Seen, die wir in unserem Leben gesehen haben. Wir fuhren erst durch den gleichnamigen Ort eine 15km lange Schotterpiste auf der Ostseite des Sees entlang und hatten traumhafte Sicht auf die gegenüberliegenden, schneebedeckten Berge. Dann sind wir noch mal die Westseite des Sees entlang gefahren. Diese Strecke passierten wir am Tag vorher bereits, aber die Sicht war ein heute viel besser. Im Fotoalbum befindet sich ein Panoramabild eines 180° Blickwinkel vom Lake Hawea Lookout. Es sind keine zwei verschiedenen Straßen auf dem Bild, sondern es ist die gleiche Straße. Man müsste das Bild als Halbkreis biegen und sich in die Mitte stellen. Morgen haben wir eine 3-Stunden Wanderung entlang des Lake Wanaka geplant. Am Himmel sind keine Wolken zu erwarten und wir werden die Zeit genießen. Jetzt werden noch die Fotos im Webalbum aktualisiert und dann ist mal wieder ein Tag rum.
