Freitag, 16. Oktober 2009

Alles neu!

Die ersten zwei Tage sind vorbei und wir haben doch schon ein paar Leute kennen gelernt. Es ist anscheinend die halbe Welt vertreten. Kollegen aus Brasilien, USA, Niederlande, Neuseeländer, Australier… hier hat’s alles. Sogar einen jungen Koch aus Dresden. Ich glaube, er hat sich sehr gefreut, dass mal jemand seine Heimatsprache (samt Dialekt) versteht. Sein Englisch ist noch ziemlich mies aber er möchte lernen. Wir sind am Mittwoch pünktlich zum Oktoberfest angekommen. Zufällig lief uns Jörg gleich über den Weg und zeigte uns unser Zimmer. Wir haben schon ein paar Sachen aus dem Auto geräumt und dann ging es rüber zur Party. Dort bekamen wir unsere Eintrittskarten von Jörg, die er vorher für uns beiseite gelegt hatte. Mit den Karten bekamen wir einen Bierseidel (1l) samt einer Füllung und konnten am Deutschen Buffet soviel essen wie wir wollten. Es gab Semmelknödel, Rot- und Sauerkraut, Sauerbraten, Leberkäse, Weißwürste, Wiener und Bratwürste, Kartoffelbrei und eine Erbsensuppe. Es war köstlich – wie zu Hause. Dass in der Küche zwei Deutsche arbeiten war wahrscheinlich auch der Grund, dass das Essen so lecker war. Ein „Refill“ des großen Glases mit der Biersorte seiner Wahl (an diesem Tag auch Erdinger Weißbier!) für 4EUR war wirklich ein Schnäppchen und so wunderte es nicht wirklich, wenn viel Bier getrunken wurde und die Party bis in die Morgenstunden ging. Wir konnten ja ausschlafen. An diesem Abend wurde uns auch gesagt, dass auf unsere Köpfe die höchsten Wetten laufen, dass wir als Erste die Flinte ins Korn werfen. Ich habe Jörg gesagt, hoffentlich hat er nicht auch auf uns gewettet, denn er würde sein Geld wohl nie mehr wieder sehen… wir halten durch! Aber so ist das halt an einem Ort, wo das Leben etwas anders ist, als in einer Stadt. Wer sich mal in Google Earth den Milford Sound und die Siedlung anschaut und dann die Umgebung, weiß vielleicht, was ich damit meine. Abends lernten wir einen Typen kennen, der kannte schon unseren Familiennamen. In Englisch ist er eben noch lustiger als in Deutsch. Und da ins Pub gehen so ziemlich das Einzige ist, was man hier als Unterhaltung geboten bekommt, fällt man mit so einem Namen gleich auf.
Am nächsten Tag hatte wir vor, unser kleines Zimmer etwas auf Vordermann zu bringen. Wir organisierten Putzzeug und brachten unsere, vielleicht 15m² große (inkl. Bad mit Dusche - was hier großer Luxus ist) Bude auf Vordermann. So haben wir nun die Gewissheit, dass es wohl sauber ist. Danach noch die Schubladen des kleinen Schränkchens eingeräumt und der Tag war gelaufen. Heute haben wir nur eine Schiffstour gemacht, um uns schon mal bisschen anzuschauen, was es auf dem Kahn so zu tun gibt. Es sieht ziemlich entspannt aus. Wir werden sehen. Danach haben wir noch unsere erste Post abgeholt. Eine Urlaubskarte aus der Türkei und einen Brief von Kathleens Oma Helga. Wir haben gegenüber unseres Waschbeckens, welches sich im Zimmer befindet, eine Korkwand vom Boden bis zur Decke und ca. 1m Breite. Da können wir viel anpinnen da ansonsten das Zimmer mit seinen weißen Wänden ziemlich kalt wirkt. Also bitte, sendet uns doch mal eine Karte – sie bekommt einen Ehrenplatz an dieser Wand. Die Adresse kann man noch mal in einem alten Post nachlesen.