Freitag, 6. November 2009

Die Saison hat begonnen!

Mein erster Tag auf der „Spirit of Milford“ war nur von ganz kurzer Dauer. Bereits auf der ersten Tour nach 10 Minuten auf dem Fjord kam erheblicher Qualm aus dem Motorraum auf der Starboard-Seite. So hieß es halt, dass wir zurück in den Hafen fahren (mit dem anderen Motor) und die Leute auf ein anderes Schiff umladen. Da alle vier Schiffe seit dem 01.11. fahren sollten, sind die Touren der „Spirit“ auf die anderen Schiffe verteilt und umgebucht worden und zwei bis drei Touren am Tag finden gar nicht statt. Ich bin dann Montag und Dienstag auf der „Pride“ gelandet, wo ich nun den Rest der Woche sowieso eingeteilt worden bin. Am Dienstag war die See ein wenig rau, es wurde Wind mit 75 Knoten und mehr voraus gesagt und die Tasmansee war ein wenig wellig. Wir haben auf der „Pride“ seit Montag die Frühstückscruise eines Schiffes übernommen. Gewöhnlicher Weise ist da nicht viel los – nur eine Handvoll Leute an Bord. Am Ende des Fjords waren die Wellen dann doch ziemlich hoch (für diese Gegend) und so standen Kathleen und ich vorn auf der Plattform, hielten uns an der Reling fest und genossen es, drei bis vier Meter hoch und runter geschaukelt zu werden. Das endete dann abrupt, als die Wellen dann so hoch waren, dass eine große, kalte Welle über den Bug schwappte und uns eine kalte Dusche über goss. Wir waren komplett durch, sind rein ins Innere und haben uns fast kaputt gelacht. Die Köche, die drin saßen und das Ganze beobachteten, hatten auch ihren Spaß auf unsere Kosten. Seit heute (Freitag) war es dann wieder ziemlich ruhig. Gestern Abend gab es noch eine Einladung zu einem Workshop des DOC auf einem der Schiffe. Der DOC (Department of Conservation) ist wie die Umweltbehörde Neuseelands. Es kümmert sich um alles, was mit der Umwelt zu tun hat, pflegt die Nationalparks, baut Wanderwege, unterhält einfache Campingplätze usw. So trafen wir uns gestern 19:00 Uhr auf der „Lady of the Sounds“ und lauschten einem Vortrag über „Leben in einem Nationalpark“, Enten- und Artenschutz, Marine Reservate, Fischereigesetze (Fischen ist ein Volkssport in Neuseeland) und der für uns zuständige Polizist aus Te Anau hat sich mal vorgestellt. Es waren auch Kollegen der anderen Schiffsfirmen mit dabei. Zu denen hat man sonst kaum Kontakt, denn die wohnen auch einen Kilometer von unserer Unterkunft entfernt. Es war recht interessant und mit Gratis-Bier (Speight’s oder Export Gold) sowie Chips war es auch nicht so „trocken“ - was für ein Wortspiel... Deswegen haben wir auch den Anruf verpasst. Wir haben keine Ahnung, wer es war, denn es war kein deutsch sprechender Kollege in der Nähe. Heute war dann noch ein besonderer Tag, was Sightseeing betrifft. Auf der Morgencruise um 11:00 Uhr haben wir auf einem Fleck 7 Pinguine gesehen und am Ende des Fjords 2 Buckelwale. Das erste Mal in meinem Leben einen Wal in freier Natur. Die Gäste (und natürlich das Personal) waren restlos begeistert. Auf der letzten Tour kamen dann noch ein paar Delphine dazu. Es war also heute alles da, was es an ganz Besonderem zu sehen gibt. Aber das ist nicht immer so.