Donnerstag, 28. Januar 2010

Four days off – vier Tage frei!

In der letzten Arbeitsperiode mit ihren zehn Arbeitstagen ist nicht wirklich etwas Aufregendes passiert. Dafür waren die letzten Tage ziemlich interessant. Wir waren letzten Freitag mal wieder am „Day: ten“ (Tag: zehn) angekommen. Das ist ein ziemlich magisches Wort. Für jeden bedeutet das, die nächsten 4 Tage klingelt der Wecker morgens aus einem anderen Grund. Man hat frei und was anderes vor. Wir entschlossen uns, nach einem ausgedehnten Studieren des Wetterberichts, für einen Trip nach Manapouri. Das kleine verschlafene Nest liegt 20km entfernt von Te Anau. Da vier schöne und sonnige Tage vor der Tür standen konnte uns auch nichts davon abbringen. So buchten wir von Sonntag bis Dienstag eine Unterkunft in der Possum-Lodge in Manapouri. Aber wir hatten ja bereits ab Samstag frei. Da blauer Himmel war, wollten wir ein Flugzeug nach Queenstown erwischen, aber von unserer Firma gab es keine freien Sitzplätze. Da wir aber unbedingt noch mal an einem so schönen Tag fliegen wollten, lungerten wir etwas am Flugplatz Milford herum und versuchten, die Piloten an zu schwatzen. Da es aber sehr ruhig war, hatten wir nicht so wirklich Glück. Und die paar Maschinen, die flogen, waren voll besetzt. So quatschten wir noch etwas mit dem Typen vom Tower und der sagte uns, dass eine Maschine noch 3 Plätze frei hat, wir aber pro Person umgerechnet 20 EUR zahlen müssten (für einen Flug, der sonst ca. 150-200 EUR kostet). Wir haben uns sofort an das zuständige Office gewandt, haben bezahlt und auf ging‘s nach Queenstown. Ein traumhafter Flug. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. In Queenstown ging es direkt in unsere Stamm-Lodge, die Reaver’s Lodge in der Hamilton Road. Nach dem check-in hatten wir noch viel Zeit und sind mit der Gondola auf einen Berg hinaufgefahren, wo man einen schönen Ausblick auf Queenstown hat. Wir haben ein paar Stunden da oben verbracht und als die Sonne nicht mehr ganz so kräftig war, sind wir wieder in unsere Unterkunft spaziert. Am nächsten Morgen brachte uns der Bus nach Te Anau. Dort sind wir gleich weiter getrampt nach Manapouri und haben in der Possum-Lodge eingecheckt. Am Nachmittag haben wir noch einen Spaziergang durch den kleinen Ort gemacht, in der Sonne Eis gegessen und im See Manapouri den Füßen ein kühles Bad gegönnt. Es war wie im Urlaub. Man roch nach Sonnencreme, aß Aprikose-Joghurt-Eis, spazierte am Strand entlang und die Sonne knallte vom Himmel. Am nächsten Tag hatten wir einen Ausflug vorgebucht. Der Plan stand schon seit Monaten, und am Montag war der richtige Zeitpunkt. Wir wollten Quadbike fahren. Das beste Angebot gab es in Te Anau. Leider konnten wir doch nicht wie geplant in Manapouri abgeholt werden, also mussten wir wieder zurück trampen und 9:30 Uhr morgens wurden wir (5 Teilnehmer) von einem Shuttle-Bus abgeholt. 15 Minuten später waren wir mitten in der Prärie und fanden uns an einem Hof wieder, der auch Pferderitte anbot. Aber wir hatten uns für Pferde mit vier Rädern und einem Motor entschieden und so wurden wir mit Gummistiefeln, einem blauen Overall, Helm und Brillen ausgestattet. Dann gab es eine kurze Einweisung und ein Probelauf auf der Wiese – Stefan war natürlich der Erste der los schoss! Fraser unser Guide, fuhr vorn weg und wir ihm hinter her über Feldwege durch die Prärie. Es gab Schlammlöcher, Pfützen, Wasserlöcher, Staub und Wiese. Nach einer reichlichen Stunde hatten wir einen Berg (1000m Höhe) erklommen und konnten die schöne Aussicht genießen.
Anschließend wieder zurück und im Wald gab es eine kleine Kaffeepause mit Muffins und Keksen. Zum Schluss ging es noch mal über eine längere Strecke auf einer Wiese entlang, wo wir mal richtig Gas geben konnten. Vorher war eher Geschicklichkeit gefragt. Wir waren hinter her ein wenig schmutzig, haben viel Staub geschluckt aber alle hatten ein breites Grinsen im Gesicht. Zurück in Manapouri haben wir den Rest des Tages am Strand des Sees verbracht und die Sonne genossen. Am Dienstag hatte ich mal wieder einen Frisörtermin in Te Anau und dann folgte der schwierigste Teil der Übung. Alle Busse sind durch und wir wollten, bzw. mussten auch wieder nach Milford, da am nächsten Tag wieder Schicht angesagt war. So standen wir am Ortsausgang von Te Anau und hielten den Daumen in den Wind. Reichlich zwei Stunden. Dann hielt ein netter Holländer und nahm uns nach Milford mit. Leider haben wir uns dabei ein bisschen verbrannt, denn mit einer so langen Wartezeit haben wir nicht gerechnet. Aber egal. Es hat geklappt. Hier in Milford gab es abends schließlich auch die Party des Jahres. Die nannte sich „Lady of the Sounds“. Ich glaube, eine Übersetzung ist nicht nötig. Der Sinn dieser Übung war es, dass sich die (jungen) Männer als Frauen verkleiden. Es gab dann einen Wettbewerb. Es gab sieben Kandidaten, die, als Frauen verkleidet, eine Show machen mussten. Moderiert wurde das Ganze von Pato, dem Gewinner vom Vorjahr (der unser Auto gekauft hat). Es fing damit an, dass er als Britney Spears im roten Latexanzug auf die Bühne stiefelte und „Oops I did it again“ vorführte. Wir haben so gelacht, dass uns die Tränen aus den Augen schossen. Gewonnen hat Eric (aus Malaysia – mit Top-Yogafigur) aus dem Office, der eine Tanzshow hinlegte. Das Publikum war restlos begeistert. Es war brechend voll – ich glaube ganz Milford City war anwesend. So haben die Kandidaten mit Tänzen, Liedern, und Hula-Hupp Reifenschwingen um die Gunst der Jury gekämpft. Der schlimmste Typ holte sich sieben Helfer, die ihm an sieben verschiedenen Stellen aufgeklebte Wachsstreifen vom Körper fetzten – natürlich samt den Haaren. Das war schon schlimm an zu sehen. Als er dann zwei weitere Helfer holte, sich umdrehte, dass Röckchen hob und auf jeder Arschbacke noch ein Streifen glänzte, schrie das Publikum und dann er, als die Helfer das Band kräftig abrissen. Ja, in Milford gibt es krasse Sachen. Einmal im Jahr geht es hier ziemlich unter die Gürtellinie. Aber ALLE hatten ihren Spaß und Eric, der Gewinner, ein Ticket zum Fallschirmspringen in der Hand. Aber nun ist wieder ARBEITEN angesagt und heute, an meinem zweiten Tag, schoben wir drei Delfine für über eine halbe Stunde vor uns her. Leider hatte ich meine Videokamera vergessen. Damn! Ich habe mich sehr geärgert. Ab sofort werde ich sie wohl immer dabei haben! Neue Fotos werden in Kürze kommen, ich muss erst mal 4GB aussortieren.

Diese Woche ereilte uns noch eine schöne Nachricht aus der Familie. Mein Bruder Sylvio hat seine liebe Manuela gefragt, ob sie ihn heiraten möchte. Die Frage wurde bejaht und so wünschen wir dem zukünftigen Brautpaar Alles Gute und sagen HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur Verlobung!