Am nächsten Tag haben wir dann den Stadtrundgang gemacht und der Wetterbericht hat nicht gelogen. Es war ein Tag mit nur wenigen Wolken am Horizont, aber sehr stürmisch. So begannen wir unseren Rundgang am Civic Square, einem neu umgebauten Platz über den Hafen und die Innenstadt. Dort sind wir in die Cable Car gestiegen und in den Botanischen Garten gefahren, der oberhalb der Stadt liegt. Von da hatten wir eine tolle Aussicht auf die Stadt. Wieder bergab zu Fuß gelangten wir zum Parlamentsgebäude und der schönen Kirche Old St. Pauls. Das Holzgewölbe war sehr beeindruckend. Abends sind wir dann noch 20 Kilometer aus der Stadt gefahren nach Porirua. Hier haben wir eine Lodge gefunden die sogar einen Spa hat, den wir benutzen durften. Ein herrlicher Abschluss nach einem langen Fußmarsch durch Wellington. Aber wir sind ja in vier Wochen noch mal hier in der Nähe denn wir müssen ja mal wieder zurück auf die Südinsel.
Ich wollte auch noch mal ein paar Zeilen schreiben, wie wir sonst so hier zurecht kommen. Es ist momentan nicht ganz so einfach zu reisen, denn die Temperaturen sind oft nicht so einladend. Unser Auto verfügt zwar über ein 2m langes Bett, aber es ersetzt nicht ein richtiges Bett wie zu Hause. Fast jeden zweiten Tag gehen wir in den Supermarkt und besorgen uns frische Sachen – Schinken, Käse, Hüttenkäse, Frankfurter Würstchen der Firma Heller die wirklich lecker sind und „Coleslaw“. Schönes Weißkraut mit ein paar Möhrenstücken und Dressing. Da wir Deutschen ja im Ausland „Krauts“ genannt werden, machen wir dem Vorurteil alle Ehre. Das Brot ist allerdings das Letzte. Pappig bis zum geht nicht mehr und eine Firma rühmt sich sogar mit „Super soft“! Heute haben wir ein leckeres Körnerbrot entdeckt, aber da muss man halt das Doppelte hinlegen wie für Pappig-Brot. Aber egal. Hauptsache es schmeckt. Es gibt allerdings auch ein paar Sorten, die man halbwegs essen kann. Mittags gibt es dann unterwegs meist eine kleine Rast irgendwo. Es gibt immer kleine Rastplätze, meist von der Gemeinde unterhalten, wo man Picnic halten kann. Wenn es uns läppert gibt es auch mal „Fish ‚n‘ Chips“. Das gibt es hier fast an jeder Ecke, es macht satt und kostet sehr wenig Geld. Frischer Hoki mit dicken Pommes frites – yummie! Ansonsten sehen wir ständig andere Zeltplätze und Backpacker-Hostel in mehr oder weniger guter Qualität, lernen (meist nur flüchtig) Menschen aus aller Welt kennen und freuen uns auch an kleinen Dingen, z.B. ein schönes Foto eines einheimischen Vogels. Wir haben schon eine ziemliche Fotosammlung zusammen. So, jetzt geht’s erst mal ins Bett und morgen sehen wir weiter.
Die Nacht war stürmisch. Über uns zog ein Gewitter und wir haben uns doch glücklich geschätzt in einem trockenen Auto und nicht in einem Zelt zu sein. Trotzdem war früh wieder blauer Himmel und wir sind weiter gefahren Richtung Norden und sind in Paraparaumu in eine Schokoladenfabrik gegangen, wo man leckere Sachen kosten konnte und wir haben etwas Kiwi- und Mintschokolade gekauft. Anschließend in stoppten wir im „Nga Manu Sanctuary” und bestaunten einheimische Vögel und Pflanzen. Hier haben wir das Wappentier Neuseelands live gesehen. Die Kiwi. Nein, nicht die Frucht sondern den Vogel Kiwi. Ein erstaunliches Tier. Es ist nur nachtaktiv und deshalb in einem Nachthaus untergebracht. Es gab auch Eulen, Keas, Taratuas und andere Tiere zu sehen. Weiter ging es dann die Küste noch ein Stück rauf nach Wanganui. Hier haben wir erst mal Quartier bezogen. Das nächste Ziel ist der Taranaki Nationalpark mit einem Vulkan und rundherum eine Straße mit Wanderwegen sowie einen Wasserfall – den Dawson’s Fall. Der Wetterbericht verheißt nicht viel Gutes für die nächsten Tage auf der ganzen Nordinsel. Wir lassen uns überraschen.
