Mittwoch, 2. September 2009

Wanganui über Rotorua nach Cambridge

In Wanganui haben wir eine ruhige Nacht verbracht (wir übernachten, wenn möglich, bei Kiwi-Holidayparks, haben uns eine Member-Card für 20 NZ-$ - knapp 10 € - besorgt und genießen immer 10%-Rabatt) und uns auf den Weg zum Taranaki Vulkan gemacht. In unserem Guide steht, dass dieser Berg meist allen Postkarten zum Trotz auf Grund dichter Bewölkung selten zu sehen ist. An diesem Berg regnet es drei mal mehr als in der 20km entfernten Stadt New Plymouth. Dem war auch bei uns so und so blieb uns nur der Spaziergang zu den Dawson Falls, ein Wasserfall der vom Vulkan kommt, die auch wirklich laut runter krachten. Wir übernachteten in New Plymouth mit Blick auf Meer wo wir wieder mal Zugang zum Internet hatten. Uns interessierte am meisten der Wetterbericht der Gegend und die nächsten vier Tage ist „Mistwetter“ angesagt. Aber nicht an unserem nächsten geplanten Ziel. Den Tongariro Nationalpark weiter östlich. So änderten wir unsere Pläne und fuhren der Sonne entgegen um am Fuße des Ruapehu mit 2797m Höhe eine ausgedehnte Wanderung zu unternehmen. Wir ließen uns im Visitors Center im Whakapapa-Village beraten und entschieden uns für den Weg zu den „Silica Rapids“. Hier sind man im Fluss Ablagerungen von Aluminium und Silizium, die das Flussbett und die Steine gelb färben. Ein anderer Strom trägt sehr viel Eisen und dieses legt sich als „Rost“ auf die Steine und gibt dem Flussbett dort die typische rotbraune Färbung. Unterwegs hatten wir schöne Ausblicke auf den Ruapehu sowie die benachbarten Vulkane Ngauruhoe (2287m) und den Tongariro (1967m). Die Nacht war sehr kalt und wie angemeldet am nächsten Morgen dichter Nebel. Von den drei Bergen war nichts mehr zu sehen und so machten wir uns auf den Weg ins nahegelegene Taupo um dem geothermalen Zentrum Neuseelands wieder etwas näher zu kommen. In Taupo haben wir auf dem Zeltplatz eingecheckt, das Frühstück nachgeholt und mit dem Mittagessen verbunden. Gleich danach wollten wir zum Hot Stream. Es regnete in Strömen bei 11°C Lufttemperatur und wir hatten vor, in einem Bach zu baden… Das Besondere an diesem Bach ist seine Wassertemperatur von schätzungsweise 36°C. Mitten durch den Busch fließt der kleine Strom, bringt die Umwelt zum Dampfen und ergießt sich in den 10°C kalten Waikato-River, den längsten Fluss des Landes. Der Bach war wirklich schön warm aber relativ schmutzig. Es gab keine wirklich schönen Badestellen und wir sind nach einer Weile wieder gegangen, da der Regen auch nicht gerade zur Gemütlichkeit bei trug. So haben wir die restlichen Stunden nach einer reinigenden Dusche auf dem Zeltplatz genutzt um die nächsten drei Tage mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Morgen sind heiße Quellen geplant (ich weiß, schon wieder – aber bei den Temperaturen soooo schön!) und vormittags noch ein Besuch in der größten Honigfabrik Neuseelands. Der Montag begann frühmorgens freundlich, später zum Frühstück goss es aus Kannen und nachher war wieder blauer Himmel. Das Spiel ging des ganzen Tag so im wechselnden Halbstundentakt und wir entschieden uns, das Programm wie vorgenommen „durch zu ziehen“. Wir fuhren zu der Honigfarm und es gab eine interessante Ausstellung inklusive lebendiger Bienenstöcke mit Glaswänden zu sehen. Viele Displays erklärten das harte Leben einer Arbeitsbiene. Habt Ihr gewusst, dass eine Arbeitsbiene nur 5-6 Wochen lebt und in ihrem kurzen Leben einen ½ Teelöffel Honig produziert? In dem Shop gab es alles, was sich irgendwie mit Honig herstellen ließ. Von verschiedenen Sorten Honig bis duftende Cremes und leckere Bonbons. Nachher entdeckten wir in der Nähe ein Hinweisschild – „Craters of the moon“. Wir entschieden uns, dass ebenfalls an zu schauen und so kamen wir in einen Park, wo geothermale Aktivität herrscht. Es gab viele dampfende Löcher und Schlammpools zu sehen. Qualm überall, selbst unterwegs auf dem Walk in den Hecken dampfte es hier und da. Für einen Mitteleuropäer doch sehr beeindruckend.

Später fuhren wir auf einen anderen Holiday-Park in Taupo, welchem Thermalquellen angeschlossen waren. So verbrachten wir einen schönen Nachmittag in den heißen Bädern. Am Dienstag wollten wir Taupo verlassen und weiter den "Thermal Explorer Highway" in Richtung Rotorua fahren. Kurz hinter Taupo liegt der Thermalpark Orakei Korako. Hier brachte uns ein Boot über den Waikato Fluss auf die andere Uferseite und wir schauten uns ganz in Ruhe dieses schöne Gebiet an. Auch hier sprudelte kochend heißes Wasser aus der Erde und rann die Terrassen runter in den Fluss. Es gab Geysire, Schlammlöcher, kochende Seen und eine Höhle mit warmem, leicht säurehaltigen Wasser zu sehen. In dieser Höhle nutzten wir das Wasser um unseren Schmuck auf natürliche Art zu reinigen. Das Wasser war so still und klar, dass ich mich am steinigen Ufer etwas verschätzt habe und plötzlich mit beiden Schuhen im Wasser stand. (Aber anderen Leuten nach uns ist genau das gleiche passiert!) So verbrachten wir einige Stunden in dem unglaublichen Park und sind dann weiter gefahren das kurze Stück nach Rotorua. Dies ist, wie man hört, ein Maori-Name und bedeutet auf deutsch: „Schlecht riechender Ort“. Wer mal in einem Thermalbad war, weiß eventuell warum. Bereits im letzten Thermalpark war es manchmal zum Würgen wenn der Wind günstig stand und mal eine richtige Ladung rüber flog. Die Luft riecht sehr nach Schwefel, fauligen Eiern und was weiß ich noch. Aber nichts desto trotz wohnen hier viele Menschen, die das Wasser zu nutzen wissen. Wir sind erst an den kleinen Strand gegangen (wo man übrigens ein Loch in den Sand gräbt und sich in seinen eigen gebauten heißen Pool setzen kann) und auf einem Privatgrundstück war am Rand eine kochend heiße Quelle und Rohre waren in das Wohnhaus verlegt. So wundert es auch nicht, dass fast jede Unterkunft in JEDEM ZIMMER einen heißen Spa-Pool anbietet. Hier auf dem Campingplatz gibt es auch mehrere und die werden wir nach dem Abendessen doch mal ausprobieren…
Heute, am Mittwoch, stand noch ein besonderes Highlight an. Wir besuchten den Wai-o-Tapu Thermalpark bei Rotorua. Hier gab es zwar auch wieder Schlammlöcher und qualmende Seen zu sehen aber auch einen Geysir - den "Lady Knox Geysir". Er wird zwar jeden Tag mit etwas Seifenpulver zum Sprudeln gebracht, aber dafür schleudert er seine Fontäne fast eine Stunde bis zu 21m in die Höhe. Später durchstreiften wir noch ganz gemütlich den Park, wo uns am Besten der Champagner-Pool gefiel. Ein 65m breiter See, welcher 62m tief ist und grünlich schimmert. Seine Temperatur beträgt 74°C und mit seinen rötlichen Ufern ist er so markant, dass er auf vielen Postkarten zu sehen ist. Auch hier hätte man einen Hundefurz als angenehmen Duft empfunden gegenüber dem, was sich hier einem in die Nase schob... Aber erst am Nachmittag waren wir mit Bestaunen und fotografieren fertig und sind noch das Stück weiter gefahren hach Cambridge. Wir kommen aber noch mal nach Rotorua und nehmen den Ort dann etwas genauer unter die Lupe. In Cambridge, was wohl das englischste aller Städtchen in Neuseeland sein soll, haben wir noch einen Stadtrundgang gemacht um Häuser vor der Zeit des ersten Weltkrieges zu sehen. Nun sind wir wieder auf einem Kiwi-Park mit IAC-Internetanschluss und setzen wieder brandaktuelle Bilder ein. Die nächsten Tage müssen wir erst noch planen, denn wir brauchen dringend noch einen aktuellen Wetterbericht.