Mittwoch, 30. September 2009

Von Nelson nach Greymouth

Da wir in der Nacht in Nelson zum Skypen und Aktualisieren lange wach geblieben sind, hatten wir es auch mit dem Aufstehen nicht so eilig. Als wir dann 10:00 Uhr zum Duschen wollten, wurde vor unserer Nase zum Putzen gesperrt. Ist ja schließlich auch die beste Zeit des Tages, die Duschen zu reinigen. Naja, als wir dann frühstücken wollten, war die Küche dran. Sei es drum, wir mussten ja mangels Sitzgelegenheiten im Trockenen unsere eigenen Stühle nutzen und da konnten wir schnell umziehen denn die Dame wischte bereits mit ihrem penetrant riechenden Reinigungsmittel um unsere Stühle während wir frühstücken wollten. Hauptsache, bei check-in stimmt die Kohle! Wir waren schon etwas angesäuert. Mittags hat es dann mal kurz aufgehört zu regnen und so schauten wir uns noch die Stadt Nelson an. Ein sehr schönes Stadtzentrum lud zum Bummeln und Shoppen ein. Hier ist es noch nicht so, wie es in den kleineren Städten in Deutschland leider immer mehr zu beobachten ist, dass es in den großen Supermärkten am Stadtrand alles zu kaufen gibt und die kleinen Geschäfte in den Innenstädten aussterben. Ich habe mir in einem T-Shirt Laden noch eins gekauft mit dem schönen Hausfrauentipp des vorletzten Posts auf der Brust. Finde dieses Bild einfach makaber schön. Mitten in der Stadt entdeckten wir noch einen Currywurststand – vom „Wurstladen“. Der war dann auch gleich um die Ecke und wir kauften beim deutschen Michael, der seit knapp drei Jahren hier lebt, reichlich 100g Leberwurst, 10 Scheiben Kräuter-Lyoner, eine kleine Mettwurst sowie drei Bratwürste und eine Tüte Sauerkraut. Somit stand einem leckeren deutschen Abendessen nichts mehr im Weg. Wir sind zwar keineswegs solche Reisenden, die keinen Tag auf deutsche Nahrung verzichten können, aber nach zwei Monaten und mit dem Wissen, dass noch viele dazu kommen, kam uns der „Wurstladen“ sehr gelegen. Morgens ein warmes Toast mit feiner Leberwurst war dann echt ein Gaumentanz. Nachmittags sind wir weiter in Richtung Küste gefahren. Den Abstecher (mit mehreren 100km Fahrt) in den Abel Tasman Park haben wir uns auf Grund der schlechten Wettervorhersagen für diese Gegend geklemmt. Im strömenden Regen im Wald und an der Küste rumlaufen, macht halt keinen Spaß, so schön diese Gegend nach den Prospekten zu urteilen auch sein mag. Man kann nicht alles haben. So stoppten wir in dem kleinen Ort Murchison und fuhren nächsten Tag weiter entlang der tiefen Schluchten des Buller Gorge nach Westport. In diesem kleinen Nest kauften wir etwas Obst und fuhren noch die paar Kilometer an die Küste. Hier machten wir in einer Regenpause einen Spaziergang entlang der Klippen. Die See war sehr rau und die Wellen klatschten sehr laut gegen die Felsen und spritzten ihre Wasserfontänen entsprechend hoch. In der Tauranga Bay gab es noch eine Robbenkolonie zu beobachten. Hier verbrachten wir eine ganze Weile und beobachteten das Verhalten der Tiere und besonders der Jungen. In Charleston suchten wir uns einen kleinen, aber feinen Zeltplatz. Am Strand soll es blaue Pinguine geben. Aber sie sind sehr scheu. Wir machten noch einen ausgedehnten Spaziergang aber wir hatten kein Glück. Die See war auch immer noch ziemlich beeindruckend mit den hohen Wellen und ich glaube, die Pinguine hatten auch keinen Bock, gegen die Felsen geklatscht zu werden auch wenn sie wohl gute Schwimmer sein mögen. Die Nacht in Charleston verlief trotz Regen gut. Wir hatten abends 22:00 Uhr noch 17 Grad Celsius und am Morgen schien die Sonne und wärmte die Erde. Beim Frühstück kam die Zeltplatzbesitzerin zu uns und sagte, dass eine Tsunamiwarnung für Neuseeland rausgegeben wurde. Wir schauten sofort die Nachrichten und in Samoa muss der Tsunami wohl einige Schäden angerichtet haben und es sollen wohl Tote zu beklagen sein. Aber es betraf wohl nur die Ostküste der Nordinsel und wir sind an der Westküste der Südinsel. Um 11:40 Uhr Ortszeit sollte eine 1m hohe Welle die Westküste der Südinsel erreichen. Wir hielten uns derzeit gerade an den Pancake Rocks auf und hatten den Strand im Blick aber es war absolut gar nichts zu sehen. So konzentrierten wir uns lieber auf die Pancake Rocks - zu deutsch Pfannkuchenfelsen. Wer die Bilder in unserem Fotalbum anschauen wird, wird sofort erkennen, warum die Felsen so genannt werden. Weiter ging es die Küste entlang in Richtung Greymouth. Hier gab es immer wieder tolle Panoramen der Küstenlinie zu sehen. Der Himmel war schön blau mit ein paar Federwölkchen versetzt. In Greymouth mussten wir mal wieder unsere Lebensmittelvorräte auffrischen. Unter anderem kaufte ich einen Karton (12 Flaschen à 0,33l - diese Flaschengröße wird "Stubby" genannt) Bier, natürlich TUI, und musste doch tatsächlich an der Kasse einen Ausweis vorlegen. Ich fühlte mich sehr geschmeichelt. Es prangert ein großes Schild an der Kasse, dass man seinen Ausweis vorlegen muss, wenn man jünger als 25 aussieht. Meine immer mehr werdenden grauen Haare hat sie wohl bei dem Neon-Kunstlicht nicht bemerkt. Aber sie tut ja auch nur ihren Job :-) Auf dem Zeltplatz in Greymouth ließen wir uns erst mal einen Lunch schmecken und nach ein paar Infos aus dem Internet machten wir noch einen schönen Spaziergang am Strand bevor es heute Abend ein paniertes Hähnchenschnitzel mit Pommes frites und frischen Möhren geben wird.