Montag, 7. September 2009

Weit oben im Norden

Nun stand uns ein Ausflug in den hohen Norden bevor. Wir haben im Wetterbericht gelesen, dass es im Norden ein paar schöne Tage geben soll und so haben wir uns entschieden, Rotorua in Richtung Norden zu verlassen und auf dem Rückweg noch etwas mehr Zeit zu verbringen. Nach einem frühen Aufbruch sind wir eine große Strecke an Auckland vorbei bis nach Dargaville gefahren, wo wir übernachteten. Viel haben wir an diesem Tag auf Grund der Fahrt nicht geschafft. Das einzige war ein Stopp am Muriwai Beach, wo eine Tölpel-Kolonie nistet. Es war sehr interessant, die Vögel zu beobachten, aber extrem windig. Momentan ist gerade die Nestbauzeit. Wir erreichten aber den "Twin Coast Discovery Highway" - einen Highway der eine Runde ab Auckland beschreibt. Immer an der Küste entlang bis in den Norden und an der anderen Küste wieder zurück. Am nächsten Morgen haben wir noch einen Stopp bei einem lokalen Holz-Künstler gemacht. Er verarbeitet hauptsächlich Holz des Kauri-Baumes. Diese Bäume stehen unter Naturschutz. Aber viele Exemplare liegen unter der Erde. Warum? Weil die Bäume, die er verarbeitet 45-50.000 Jahre (!!!) alt sind und in einer Eiszeitperiode von einem Tsunami mit einer Welle von 2km Höhe umgeknickt wurden. Immerhin sind die Kauristämme sehr dick. Wir haben einen lebenden gesehen mit einem Umfang von über 13m und einer Höhe von 56m. Und das ist noch nicht der Größte. Diese Stämme jedenfalls liegen unter der Erde, werden ausgegraben und zu allen möglichen Sachen verarbeitet. So haben wir uns eine Uhr gekauft, wo sich das Uhrwerk auf einem 50.000 Jahre alten Stück Holz befindet. Und Made in New Zealand - nicht Made in China. Etwas weiter nördlich liegt ein Naturschutzgebiet der "Kai Iwi Lakes". Von den Seen heißt aber nur der kleinste Kai Iwi und der größere See ist der Lake Taharoa mit einer wunderschönen Badebucht, weißem Sand und kristallklarem, türkisschillerndem Wasser. Der Weg führte uns dann durch einen riesigen Wald - den Waipoua Kauri Forest. Hier wachsen noch viele Kauri-Baumriesen. Die Hauptattraktion ist der Tane Mahuta - der "Gott des Waldes". Eben dieser Baum mit den angegebenen Ausmaßen. Das Alter beträgt zwischen 1200-2000 Jahren. Die Holzmenge des Baumstammes wird auf 244,50 m³ beziffert. Man reißt wirklich die Augen weit auf, wenn man davor steht. Weiter ging es in Richtung Omapere/Opononi, wo sich ein traumhafter Blick über den Hokianga-Hafen bot. Einen Naturhafen wo links große Sanddünen zu sehen sind und rechts der Weg weiter führt nach Rawene, zur Fähre über den Hokianga-Harbour nach Kohukohu. Nach einer weiteren knappen Stunde Fahrt erreichten wir Ahipara. Unser Ziel für die nächsten zwei Nächte. Ahipara liegt im Süden der Halbinsel des "Far North" - des weiten Nordens. Hier hatten wir schon eine Tour für den nächsten Tag gebucht. Wir wurden um 8:45 Uhr morgens abgeholt und starteten eine Tour hoch zum Cape Reinga, welches fast den nördlichsten Punkt Neuseelands darstellt. Nach einem Zwischenstopp in einem Café war die erste Station ein Park, wo früher das versteinerte Harz - das "Kauri-Gum" - aus den umgestürzten Kauribäumen, speziell aus den Wurzeln und auch den Lebenden geholt wurde, die aber daraufhin starben. Sehr alt und sehr teuer. Wir bekamen alles erklärt, wie das alles so funktionierte. Es war wirklich interessant. Der nächste Stopp war der schöne Rarawa-Strand und anschließend ging es weiter hoch bis zum Cape Reinga. Hier konnte man sehen, wie sich auf der Westseite die Tasman See und auf der Ostseite der Pazifik trafen. Die Linie der schräg kreuzenden Wellen war deutlich zu sehen. Ein Leuchtturm und eine Entfernungssäule standen ganz vorn an der Küste. Zum Südpol sind es 6.211 km, nach Sydney nur 1.975 km und nach London stolze 18.029 km.


Hier trifft sich Ost und West - die Tasman See und der Pazifik am Cape Reinga.
Mittags machten wir einen schönen Lunchstopp in der Tapotupotu-Bay und dann kamen noch zwei schöne Highlights. Wir sind an die Westküste gefahren und an den dortigen riesigen Sanddünen mit Schlitten runtergerodelt. War doch recht lustig. Die Rückstrecke erledigten wir fast komplett entlang des Ninety-Mile Beach. Ein über 100km langer und sehr breiter Strand, der komplett befahrbar ist. So war ein schöner Tag vorbei und wir um viele Eindrücke und Wissen reicher. Sonntag sind wir dann auf dem Twin Coast Discovery Highway weiter Richtung Süden gefahren bis kurz vor Paihia an der Bay of Islands - der Bucht der Inseln. Der Weg führte uns an schönen Küstenstreifen vorbei, durch Ortschaften, wo die "Upper-class" von Auckland seine Wochenend-Häuschen und Jachten besitzt mit wunderschönem Blick auf den Pazifik und saubere Strände. Heute ist mal einen Tag ausruhen angesagt. Kathleen wäscht etwas Wäsche - die Sonne scheint schön zum Trocknen bei 20 Grad im Schatten und ich werde mal wieder die Seiten aktualisieren. Das nächste Ziel ist Auckland, wo wir Kathleens Geburtstag feiern wollen - ihren 30! Wir wollen abends schön im Skytower essen gehen.