Das Wetter hatte sich zum Glück wieder beruhigt. Schon am Dienstag Abend klarte es sich auf und der Himmel strahlte wieder blau zum Sonnenuntergang. Den Tag hatten wir in Lautoka verbracht, wo die Einheimischen einkaufen gehen. Denn dort ist es um einiges günstiger als in Nadi. So fanden wir endlich eine Unterwasserkamera (Made in Dresden). Die Bilder an Land sind zwar grottenschlecht, eigentlich normal im Vergleich mit einer DSLR-Kamera, aber unter Wasser und die Videofunktion unter Wasser sind sehr akzeptabel. Somit hofften wir auf ein super Wetter auf unserer 4-Tages-Tour. Pünktlich 8:00 Uhr stand ein kleiner blauer Bus vor unserem Hostel und das Abenteuer Viti Levu sollte anfangen. Wir haben noch ein paar andere Reiseteilnehmer eingesammelt, blieben aber ein überschaubares Trüppchen von sieben (3xUSA, 1x CAD, 1x GB, und wir). Erster Stopp war die Innenstadt von Nadi. Diese kannten wir zwar sehr gut, aber so konnten wir noch eine kleine Besorgung machen, welche wir am Vortag in Lautoka vergessen haben. Ohrenstöpsel. Da die Unterkunft in einem sogenannten Dormitory sein wird (Schlafsaal) wollten wir doch vorbereitet sein. Vielleicht schnarcht ja der ein oder andere. Der Weg führte dann in Richtung Süden an den Natadola Strand. Hier planschten wir erst mal knapp zwei Stunden im Wasser und genossen den herrlichen Strand. Nach dem selbst mitgebrachten Lunch fuhren wir zum zweiten Stopp des Tages. Wir besuchten ein traditionelles Dorf mit dem Namen Malomalo. Ein Dorf in Fidschi ist immer umzäunt. Die Häuser selbst sind nicht umzäunt und haben auch meist keine Tür und sind strikt nach Rang im Dorf und Clan sortiert gebaut. Die Dorfgemeinschaft funktioniert da noch etwas anders. Der Chief des Dorfes bestimmt, wo man sein Haus hin bauen darf – passend zum Clan – und so ist es dann. Die Nachbarschaft geht soweit, dass man, wenn man etwas braucht (z.B. Zucker) ins Nachbarhaus geht und sich bedient. Sollte der Hausbesitzer schlafen, sollte man halt leise sein. Wir besuchten das Gästehaus des Chiefs und da erklärte uns unser Reiseleiter etwas über das Dorfleben und den letzten Fall von Kannibalismus an einem Weißen. Ein Missionar hatte beim Chief einen Käfer aus dem Haar ziehen wollen, und in Fidschi ist es das größte Tabu, jemandem an die Haare zu fassen. So gab es den armen Mann am nächsten Tag zum Frühstück. Darauf hin befiel eine seltsame Pechsträhne das Dorf über viele Jahre und erst, als die Enkel des Missionars eingeladen wurden und mit einer Zeremonie und Kava um Entschuldigung gebeten wurden, endete die Pechsträhne. Aber es gab auch andere grausame Dinge in alten Zeiten. So wurde eine Säule benötigt und so mussten drei Männer in die Grube und diese festhalten und dann wurde die Grube komplett mit den Männern zugeschüttet. Man brauchte die Säule ja ebenerdig, fest und gerade… Nach dem Besuch des Dorfes stand die letzte Aktivität des Tages an: Sandboarding. Dazu besuchten wir die Sanddünen von Sigatoka. Die Dünen sind aus gelbem und Streifen von schwarzem Sand entstanden und sind gegenüber dem tropischen Regenwald der Insel eine Kuriosität. Es war ein heißer Tag und auch der Sand glühte unter den Füßen. Also, Brett in die Hand und hoch auf die Düne. Von da hatte man sogar eine gute Aussicht. Dann drauf auf das Brett und ab ging’s. Als dann nach einer Weile alle genug hatten, lenkte unser Fahrer den Bus in Richtung Unterkunft. Das Mango-Bay Resort an der Coral Coast. Nach dem Check-in ins Dormitory sind wir an den Strand gegangen und haben uns den Bauch mit den Papayas vollgehauen, die wir unterwegs für sehr wenig Geld gekauft haben. Abends lief dann eine Südpazifik-Tanzshow mit Tänzen aus Fidschi, Tuvalu, Samoa und Hawaii, gezeigt von einer absolut professionellen Tanzgruppe von der Insel Rotuma im Norden Fidschis. Der zweite Tag startete früh nach einem kleinen aber feinen Frühstück in Richtung Dschungel. Eine Wanderung mit Baden stand auf dem Programm. An einem Treffpunkt sind wir von unserem Bus auf eine Ladefläche eines Allrad Pick-ups umgestiegen und nach einer kurzen Fahrt starteten wir mitten rein in den Busch. Bambus, wilde Ananas, wilde Bananen und dichtester Wald waren eine Weile unser Wegbegleiter. Die Wege waren recht matschig, wohl noch Reste vom Zyklon. Nach einer halben Stunde war dann Ende für die Trecking-Schuhe. Bis zur Hüfte im Wasser und dann weiter im Schlamm bahnte sich der Weg über mehrere Flussdurchquerungen zum Ende eines Wasserfalls. Schnell Badezeug an und noch ein paar Zwischenbecken hochgeklettert, erreichten wir einen herrlich erfrischenden Pool nach dieser Wanderung durch den heißen und feuchten Wald. Eine Stunde konnten wir baden, vom Felsen springen und mit dem Seil in den Pool schwingen. Der Rückweg führte dann wieder richtig „off the beaten trek“ und endete an einem Fluss, wo uns für die letzte Etappe ein Boot erwartete. Mit dem Boot ging es den ganzen Fluss entlang bis zur Mündung ins Meer und da holte uns nach 4 Stunden Dschungelabenteuer unser Bus ab und brachte uns zu unserer zweiten Unterkunft, dem Uprising Resort in Pacific Harbour. Auf Grund einer Doppelbuchung im Dormitory (in Kathleens Bett schlief schon jemand) bekamen wir vom Hotelmanager ein Upgrade und durften in ein wunderschönes Bure in der zweiten Strandreihe umziehen. Es war auch ein Mehrbettbure mit drei Doppelbetten. Wir mussten uns nur das Bure mit dem Fahrer und dem Reiseleiter teilen. Uns hat das aber nicht gestört. Am Nachmittag gab es noch eine Vorführung, was man alles mit einer Kokosnusspalme veranstalten kann. In Fidschi wird jedes Teil, von der Wurzel bis zur Krone für irgend eine Sache benutzt. So entstehen Kleidung, Matten, Trinkschalen, Stricke, Körbe, Hüte und sonstige Gebrauchsgegenstände. Am Abend war eine Kava-Runde angesetzt, an der wir auch teilnahmen und bis kurz vor Mitternacht quatschten und jede Menge Kava tranken. Am Morgen danach waren wir zwei neben Fahrer und Guide die einzigen, die pünktlich zur Abfahrt im Bus saßen. Die anderen schliefen noch tief und fest und verzögerte sich die Abfahrt. Dies führte dazu, dass wir zum ersten Stopp des Tages zu spät kamen. Es stand der Besuch eines Kinderheims an und fünf Minuten später war bereits die nächste Gruppe angemeldet. So fuhren wir weiter zum zweiten Stopp, einem Dorfbesuch mit Kava-Zeremonie. Der Chief dieses Dorfes und fünf weiteren Dörfern empfing uns (mit Feejee-Experience T-Shirt und gelber DHL Baseballmütze!?!) und so nahm wieder eine Kava-Runde seinen Lauf. Nachdem wir uns noch ein wenig im Dorf umgeschaut haben, stand die letzte Aktivität des Tages auf dem Programm. Bamboo-rafting. Dazu nimmt man ein paar lange Bambusstämme und bindet sie zusammen, dass ein Floß entsteht. So ging es einen langen Fluss hinunter, wo uns unser Bus wieder aufsammelte und zum letzten Übernachtungsresort brachte. Abends war nichts weiter los im Resort und so gingen wir mal sehr früh ins Bett. Der letzte Tag führte uns ab 11:00 Uhr zuerst zu einem anderen Resort, wo ein Lunchstopp geplant war. Man wollte uns auch etwas indische Kultur vermitteln, ist doch ein großer Teil der Bevölkerung indischer Abstammung. So lernten wir erst, einen echten Roti zu backen und anschließend gab es leckeres indisches Hähnchen-Curry. Über die Nordwestspitze kommend fuhren wir an der Quelle und Abfüllung des mittlerweile weltweit berühmten Fiji-Water – dem Fidschi-Wasser – vorbei. Beliebt in Australien, Neuseeland, Großbritannien und den USA ist es zum Beispiel in Hollywood der Inbegriff von Gesundheit. Ein Stück südlich von Lautoka liegen die Schlammpools und Heißwasserpools der Insel. So war unsere kleine Truppe schnell von Kopf bis Fuß in schwarzen Schlamm eingeschmiert und ein paar lustige Fotos entstanden. Nach einem Bad im 42°C heißen Pool ging es weiter nach Nadi und zurück zu unserem Ausgangspunkt. Dort besuchten wir ein anderes Kinderheim, welches Feejee-Experience unterstützt. Wir hatten ja unterwegs bereits kleine Geschenke für die Kinder gekauft und die wollten wir ja nun alle loswerden. So gesehen, war Nadi aber nicht die beste Wahl, hatten die Kinder dort Spielsachen bis zum Abwinken. Dann wieder zurück im Drift In Hostel hatten wir 586km Inselumrundung hinter uns. Gelohnt hat sich die Tour auf jeden Fall, haben wir doch in den wenigen Tagen viel von der Insel gesehen und auf Grund des Zyklons denken wir, dass Beste daraus gemacht zu haben. Die letzten zwei Tage auf Fidschi verbrachten wir noch mit Wäschewaschen und ein wenig Shoppen in Nadi. Am Montag Abend war dann endlich mal was los im Hostel, reisten am selben Tag ein kanadisches Pärchen, zwei Studenten aus Hong Kong und ein anderes deutsches Pärchen an. Donna, unsere Hostmutter, hatte Geburtstag und so war abends eine kleine Feier mit Grillen (kein Kava) und Fiji-Gold. Nur Donna nahm nicht lange teil, kann doch das Baby jederzeit kommen und sie ruhte sich viel aus. Dienstag morgen 4:00 Uhr war die Nacht rum und die Fidschizeit vorbei. Mit Air Pacific ging es ohne Probleme in knapp 1,5 Stunden ins Königreich Tonga auf die Insel Tongatapu. Tonga rühmt sich als das erste Land nach der internationalen Datumsgrenze, welches somit auch als erstes den neuen Tag begrüßt und ist Deutschland momentan 12 Stunden voraus (GMT+13). Ein Taxi brachte uns zum vorgebuchten Strandresort nach einem Stopp am Geldautomaten der nagelneue 50-Pa’anga-Scheine, sogar noch in Serie, ausspuckte. Wir hatten nur eine kleine preiswerte Strandhütte gemietet, aber da keine Gäste da waren (in Tonga ist offiziell Regenzeit von der wir aber noch nichts mitbekommen haben) gab es uns für den gleichen Preis ein ausgestattetes Appartement. Auch nicht schlecht – dachten wir. Dieses teilen wir uns jetzt mit drei bis vier unterschiedlich großen Geckos. Sämtliche Lebensmittel müssen wir leider in den Kühlschrank stopfen, sonst sind sie von winzigen Ameisen bevölkert. Das sind die Tropen! So sind wir gleich nachmittags noch in die Hauptstadt Nuku’alofa gefahren (eine Stunde warten auf den Bus) und haben uns mit frischem Obst und Lebensmitteln eingedeckt. Die Preise für Lebensmittel sind hoch, einheimisches Obst ist spottbillig. So haben wir für 1,50 EUR eine große saftig-süße Melone gekauft (ich habe noch nie kurz vor Weihnachten Melone gegessen…) und drei Ananas, Tomaten und Gurken sowie eine ganze Staude Bananen wanderte in unsere Tasche. Die ersten fünf Tage bleiben wir hier oben am Ha’atafu Beach bevor wir dann in Stadtnähe in ein Hostel ziehen. Am Strand hier sind ein paar ruhige Tage geplant, von der Stadt wollen wir dann die Insel erkunden. Heute, am zweiten Abend, ist ein Besuch im Nachbarresort geplant. Hier werden wir zu Abend essen mit einem Tonganischen Buffet und lokaler Musik. Was wir sonst noch so in einem echten Königreich erleben werden – ihr werdet es erfahren. Noch 59 Tage bis zum Heimflug!
