Am 1. April machten wir uns wieder nach Phan Rang auf, wo wir zwei bis drei Tage verbringen wollten. Am ersten Tag bummelten wir ein wenig durch die Stadt. Viel zu sehen gibt es in Phan Rang nicht, aber Geschäfte hat es ohne Ende. Nur blöd, wenn man nichts kaufen will. Für den nächsten Tag wollten wir uns wieder mal einen Roller mieten. Leider war das Wetter so schlecht, dass wir das gratis Internet im Hotel intensiv nutzten, um weitere Streckenabschnitte zu planen und irgendwelche anderen Dinge nach zu lesen. Ein Film hat auch noch etwas über den Regen hinweg getröstet. Am Sonntag sollte der Bus nach Dalat weiter gehen. Schon bei der Ankunft erkundigten wir uns nach den Abfahrtszeiten. 6:00 Uhr morgens fährt der letzte Bus. Ja, der Letzte, nicht der Erste! Da nur einer Englisch sprach, mussten wir ihm wohl oder übel glauben. Also standen wir 10 Minuten vor 6:00 Uhr am Busbahnhof und der selbe Mann sagte uns, dass heute kein Bus 6:00 Uhr und auch später mehr fährt. Mit einer leichten Röte im Gesicht habe ich ihn freundlich erinnert, dass er selbst gesagt hat, es würde 6:00 Uhr ein Bus fahren. Ein kurzes Telefonat und zwei Minuten später kam der Bus und rauschte mit uns an Bord davon. Unsere Fragezeichen im Gesicht waren wohl riesig, aber wir waren erst mal zufrieden. Unterwegs wurde alles Mögliche und Unmögliche eingesammelt und so fuhren wir mit bergweise Gemüsesäcken, Kokosnussstauden, Kisten, Käfigen voller Hühner - lebendig, Käfigen voller Tauben - lebendig, Einkaufstüten mit Hühnern – lebendig (die wurden auf das Dach geschnallt) und einer Ziege – auch (noch) lebendig, in Richtung Dalat. Unterwegs eine Stunde Frühstückspause mit Einladen der Hühner und der Ziege und sonstigen lustigen Aktivitäten zog sich die 100km lange Fahrt auf 5 Stunden hin. In Dalat angekommen (Busbahnhof 3km außerhalb der Stadt) und nach langer Diskussion mit den Taxifahrern – „Nein, es gibt keinen Bus in die Stadt!“ gingen wir an die Bushaltestelle gegenüber und alle Busse fuhren bis ins Stadtzentrum. Ein Hotel war auch schnell gefunden und so schlenderten wir durch die interessante Bergstadt. Am nächsten Tag buchten wir noch mal ein Moped, es sollte ein herrlicher Tag werden. So war es dann auch und wir brausten 120km durch die bergige Landschaft mit riesigen Tee- und Kaffeeplantagen ohne Luftfilterreinigung am Moped. Es werden auch viele andere Sachen angebaut, erstrecken sich doch auf nördlicher Seite über Kilometer Gewächshäuser. Mit der Architektur, das stimmt. Es gibt viele Häuser aus alten Zeiten der französischen Regierung. Dalat ist somit entfernt vom sonstigen vietnamesischen Architektur-Einheitsbrei. Ich fühle mich hier richtig wohl. Heute besuchten wir noch eine Mönchsschule im Süden der Stadt und wollten eigentlich mit der Seilbahn zurück in die Stadt, aber ein Stromausfall, der schon seit den frühen Morgenstunden dauert, ließ die Bahn nutzlos im Wind baumeln. Egal. Morgen geht’s dann weiter nach Ho Chi Minh City – besser bekannt als Saigon. Was dann noch kommt, ihr werdet es erfahren. Wo? Hier!
