Am Samstag Morgen haben wir erst noch ein wenig den Ort unsicher gemacht – wir wollten für Kathleen noch einen Badeanzug kaufen. Das versuchen wir übrigens schon seit langem, aber es war nie das Richtige dabei. Nun haben wir doch einen gefunden und nach einem kleinen Snack im Backpacker-Hostel, wo auch unser Auto geparkt war, sind wir den Weg zur örtlichen Marina spaziert, dem Bootshafen von Airlie Beach. Noch schnell den Zettel mit den Gesundheitsfragen und Notfallnummern ausgefüllt, empfing uns auch Kris, unser weiblicher Boothost für die nächsten zwei Tage, und nach den kleinen Formalitäten ging es ab auf die „Whitsunday Blue“. Einen Katamaran von 11,5m Länge. An Bord wartete Paula, unser Skipper. Wir wurden mit einer frischen Obstplatte begrüßt und ein kleines Sicherheitsmeeting wurde abgehalten und uns so die Regeln an Bord erklärt. Wir waren 4 Pärchen (ein Paar aus Sydney, 2 Hochzeitsreisende aus Italien, ein Backpackerpärchen halb deutsch und französisch, und wir). Dann bekamen wir unsere kleine Kabine gezeigt, die ein doch recht großes Doppelbett und ein klitzekleines Bad hatte. Es war auf Grund des vielen Holzes eine sehr gemütliche Kabine. Nachdem alle ihr kleines Reich bezogen und sich eingerichtet hatten, ging es auch schon los und wir überquerten die Whitsunday-Passage und fuhren, bzw. segelten manchmal auch, zwischen Whitsunday-Island (der Hauptinsel) und Hook-Island hindurch. Unterwegs gab es, von Kris zubereitet, eine große Platte frische Garnelen (und eine Käseplatte für Stefan…) Eine Weile später sind wir in der Tongue-Bay vor Anker gegangen und haben uns auf einen schönen Abend vorbereitet. Wir haben eine Flasche Wein mitgenommen und abends zum Barbeque passte der Wein zum Hühnchen vorzüglich. Die Nacht war sehr ruhig und am nächsten Morgen starteten wir mit einem leckeren Frühstück in der aufgehenden Sonne. Ab und zu hat sich eine Schildkröte an der Wasseroberfläche gezeigt um zu atmen. Kathleen hat mit Paula sogar einen Dugong entdeckt, die mittlerweile recht selten geworden sind. Nach dem Frühstück ging es gleich rüber zur Insel und den kleinen Weg entlang zum Lookout. Von da aus hat man einen wunderschönen Blick auf Whitehaven Beach. Einem zuckerweißen Sandstrand mit türkisfarbenem Wasser.

Der Strandsand ist zu über 97% aus Silikon und damit auch an heißen Tagen niemals heiß, dass man nicht mehr darauf laufen kann. Wir genossen ein paar Stunden am Strand und Paula holte uns ab und brachte uns mit einem kleinen Schlauchboot zurück zum Schiff. Während wir Gäste uns dem leckeren Lunch widmeten, steuerte unser Skipper zum ersten Schnorchelrevier. Wir wurden mit Maske und Flossen ausgestattet und hatten danach genügend Zeit, uns das Riff und die darin lebenden Fische in Ruhe an zu schauen. Vor Sonnenuntergang fuhren wir in eine kleine Bucht ein paar Minuten weiter und erlebten da mit einem Gläschen Sekt und Nachos mit Guacamole einen wunderschönen Sonnenuntergang. Der Abend wurde sehr gemütlich, da man sich nun langsam gut kennengelernt hatte und das leckere Abendessen mit Wein und Bier tat sein übriges. Aber Wasseraktivitäten machen auch müde und so ging es dann irgendwann ins Bett. Diese Bucht war gleichzeitig auch Schnorchelrevier für den nächsten Morgen und nach dem Frühstück nur zwei Minuten im Schlauchboot näher ans Riff bestaunten wir die unglaubliche Vielfalt an Fischen an diesem Ort an der Nordspitze von Hayman-Island, der nördlichsten Insel der Whitsundays. Wir spielten auch mit Priscilla, einer großen „Wrasse“, die schon halb so groß wie ein Mensch, aber sehr freundlich ist. Sie ist ein er, denn er war vorher eine Sie. In einem Schwarm Wrasse gibt es nur ein Männchen und mehrere Weibchen. Stirbt oder verschwindet das Männchen aus irgendwelchen Gründen, ändert das größte Weibchen das Geschlecht und so wurde Priscilla zum Mann. Sie/er kommt auch gern nah und man kann ihn/sie streicheln. Nach diesem ausgedehnten Schnorcheltrip war auch schon wieder die Zeit rum und wir segelten durch sehr welliges Wasser zurück nach Airlie Beach, aber nicht, bevor wir von Kris noch ein leckeres Lunch serviert bekamen. Fazit des Trips: Nicht günstig – aber sehr sehenswert. Ein unbedingtes Muss auf einer Tour entlang der Ostküste Australiens.
