Freitag, 4. Juni 2010

Von Fraser Island bis Whitsunday Islands

Delfine war leider übertrieben. Es zeigte sich nur ein Delfin und die Pfleger sagten, es kommen höchstens zwei. Er war ein „Indian Pacific Humpback“ und nicht so schön, wie die Tümmler in Milford Sound. Egal. Wir hatten unseren Spaß – auch mit einem sehr lieben deutschen Pärchen und ihrem kleinen Sohn David. Wir tauschten Adressen, man wohnt nur ein paar Kilometer von Basel. In der kleinen und sehr niedlichen Stadt Maryborough blieb leider wenig Zeit für einen Stadtbummel. Wir mussten uns um unser Auto kümmern. Für den Besitzerwechsel muss eine neues Zertifikat (ähnlich der Hauptuntersuchung in Deutschland) vorgelegt werden. Für 80$ erhielten wir auch diesen Schein (mit lieben Grüßen an das australische Finanzamt) und anschließend konnten wir für einen weiteren kräftigen und schmerzhaften Griff in die Brieftasche auf dem Amt das Auto ummelden (noch ein Gruß an den Fiskus) und nun steht mein Name auf den Strafzetteln… die hoffentlich ausbleiben. Ein Stopp kurz vor Bundaberg und morgens ging es in die Stadt, die den Bundaberg-Rum produziert. Morgens haben wir aber erst noch unsere Bankkarten abgeholt und verfügen nun endlich über elektronisches Geld. Aus beruflichen Gründen – natürlich  - habe ich mir die Destilliere des Bundaberg-Rums mit anschließender Verkostung angeschaut. Ich habe mich nur für ein kleines Glas Cola-Rum entschieden, da ich noch Autofahren wollte. Den Rest des Tages haben wir genutzt, um noch ein Stück die Küste rauf zu fahren. Angekommen am Carmila-Beach wollten wir unser Zelt für zwei Nächte aufbauen, um auch mal die Seele etwas baumeln zu lassen. Der Strand war nicht der Beste, aber wir wanderten lange durch das Watt, sammelten Muscheln und beobachteten Schare von kleinen, blauen Krebsen. Nachmittags mit Lesen und Kaffeetrinken die Zeit vertrieben haben wir die kleinen Biester nicht recht Beachtung geschenkt, die uns langsam schikaniert haben. Eine andere Art Sandflies hat sich unserer bemächtigt und es war nichts weiter zu sehen. Am nächsten Morgen waren wir an Füßen und Händen übersät von roten und juckenden Punkten. Australien hat leider viel Insektenkrams rumfliegen – ein ordentliches Mückentötolin gehört dann immer in greifbare Nähe. Nach diesem schönen Tag Ausruhen, war Airlie Beach als nächstes Ziel angedacht. Die Industriestädte wie Gladstone und Rockhampton haben wir links liegen lassen, obwohl es da unbestritten auch etwas zu entdecken geben würde. Aber man kann nicht alles machen. Wir machten einen Abstecher ins Landesinnere in den Eungella-Nationalpark. Hier soll es noch möglich sein, das Platypus in seiner natürlichen Umgebung zu sehen. Das Platypus ist ebenfalls ein Tier, welches ausschließlich in Australien zu finden ist. Das Schnabeltier (zu deutsch) ist auch auf vielen Postkarten und Andenken vertreten und bei unserem letzten Aufenthalt haben wir es nicht gesehen. Ist es doch auch vorwiegend an der Ostküste zu Hause, die wir in 2000 nicht ganz so intensiv bereist hatten. Wir haben erst eine Wanderung in der Finch Hatton Gorge an einem schönen Fluss entlang inmitten tropischen Regenwaldes gemacht und anschließend in Eungella die (doch recht kleinen) Platypusse beobachtet.
In Airlie Beach angekommen haben wir für zwei Nächte unseren Zeltplatz gebucht. Wir sind hier direkt vor den Whitsunday-Islands – den Pfingstinseln – am Great Barrier Reef. Hier haben wir uns in Ruhe nach einer Schiffstour erkundigt und einen 2 Tage und 2 Nächte Segeltörn mit einem hochmodernen Schiff und Vollverpflegung gebucht. Die Whitsunday-Inseln, die James Cook zu Pfingsten entdeckte und ihnen deswegen diesen Namen gab, bestehen aus 74 verschieden großen Inseln und sind ein Paradies vor der Küste Queenslands. Es gibt viele verschiedene Anbieter von Segeltörns unterschiedlicher Länge und Preise. Wir haben uns für ein kleines Schiff mit maximal 8 Passagieren entschieden. Wir sind schon sehr gespannt. Das Wetter soll die Tage auch sehr schön werden und wir freuen uns auf weiße Strände mit blauem Wasser und bunten Fischen. Ich werde sofort berichten, was wir erlebt haben, gab es doch bei der Buchung zwei Stunden Internet bei Global Gossip gratis dazu.