Donnerstag, 10. Juni 2010

Von den Whitsundays bis Cairns

Um dem sehr geschäftigen (reichlich junge Backpacker) Airlie Beach zu entkommen, entschlossen wir uns, noch weiter unserem nächsten Ziel zu gelangen und fuhren abends noch bis Townsville um uns am nächsten Morgen die Stadt zu besichtigen. Das Townsville eine große Baustelle ist, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Morgens mussten wir etwas weniger essen (unser Brot wurde geklaut) und dann ging’s ab in die Stadt. In der Hauptstraße, der Flinders Street Mall, war dann außer Presslufthämmer nichts zu sehen und links und rechts ein schmaler Fußweg an den Geschäften vorbei. Ein Schild deutete, dass die Bauarbeiten für ein schöneres Townsville noch bis Ende Oktober andauern würden – wir wollten nicht so lange warten und schlenderten nur eine Weile am doch recht gemütlichen Stadtstrand entlang, genossen die herrlich warmen Temperaturen und schauten uns in Ruhe einige der alten Häuser aus der früheren Siedlungszeit an. Da aber auch Townsville wie eine typische australische Stadt aussieht sind wir noch abends ein paar Kilometer aus der Stadt raus und an den Mission Beach gefahren, wo mal wieder ein Strandtag angesagt sein sollte. Wir ergatterten noch einen Stellplatz auf dem kleinen Campingplatz direkt am Strand. Palmen, gelber, weicher Sand, im Hintergrund der grüne Regenwald und ein großer aber lieber Hund des Verwalters und der Tag war perfekt. Das Wasser hatte angenehme 24°C und wir hatten auch Zeit, etwas zu lesen, Karten zu schreiben und die Seele baumeln zu lassen. Am Donnerstag war dann früh aufstehen angesagt, wollten wir doch bis Cairns kommen. Die Nacht war mit 21°C Tiefsttemperatur recht warm und mittlerweile sind tagsüber auch mehr als 30°C. Ja, der tropische Norden. Zum Glück regnet es nicht, es ist Trockenzeit und das Meer ist frei von den gefährlichen Box-Jellyfish, die auch dem Menschen gegenüber tödlich sein können. Unterwegs besuchten wir noch eine natürliche Sehenswürdigkeit, die Babinda-Boulders. Große runde Steine, die in einem sehr schönen Fluss liegen mit kristallklarem Wasser und dichtem Regenwald. Hier kann man einen schönen Waldspaziergang machen und wir entdeckten im Fluss mehrere (auch kleine) Schildkröten. In Cairns auf dem Zeltplatz haben wir erst mal unser Bett rausgeschmissen, welches wir seit nun mehr seit 4000km mitfährt. Wegen Insekten und Platz sind wir aber jeden Tag zum Übernachten im Zelt. Haben wir uns doch extra ein sehr ordentliches zugelegt. Cairns selbst hat außer einer Innenstadt auch nicht sehr viel zu bieten. Selbst in unserem Travellerbuch steht nichts drin. Cairns ist halt das Tor zum Great Barrier Reef und es starten unzählige Touren zum Riff. Aber wir waren ja schon schnorcheln. Morgen wollen wir dann den nördlichsten Zipfel (den man normalerweise fahren kann) in Angriff nehmen. Die harte und lange Allradstrecke zum Cape York werden wir aus Zeitgründen und Organisationsgründen nicht machen. Cooktown soll das höchste Ziel werden, welches wir in Queensland ansteuern wollen. Es warten Krokodile, Flussfahrten mit Wildlife und viel Regenwald auf uns. Ab Port Douglas auch wieder Allradpisten. Auf diesen Teil des Nordens freue mich mich schon sehr. Einen richtigen Aussie-Lederhut gegen die starke Sonne habe ich mir heute zugelegt.