Mittwoch, 25. August 2010

Urlaub vom Urlaub

Die reichlich 40 Kilometer über feuerrote Sandpisten haben wir schnell hinter uns gebracht und uns erwartete eine herrliche Bucht mit weißem Sand und türkisblauem klaren Wasser. Abends gab es keinen idealen Stellplatz mehr, aber wir machten noch einen Strandspaziergang und gerieten (absichtlich) mit einem Mann ins Gespräch, der für uns den idealen Stellplatz belegte. Er sagte uns auch bereitwillig, dass er am nächsten Tag wieder heim fahren würde und so lauerten wir mit Fernglas bewaffnet, bis er einpackte und übernahmen dann direkt nach ihm den perfekten Campspot. Leicht erhöht auf einer knallroten Sanddüne mit Blick aufs blaue Meer und ab nachmittags schattig. So wollten wir noch drei Nächte aushalten. Mittlerweile gefällt es uns so gut, dass wir spontan noch weitere vier Nächte bleiben wollen, aber morgen müssen wir nach Broome fahren, unsere Eiswürfel haben sich in eine riesigen Pfütze in der Kühlbox verwandelt. Damit unsere frischen Sachen nicht kaputt gehen und wir auch neues Wasser bekommen, geht’s morgen kurz nach Broome (wo ich auch diesen Blog einstellen will) und dann wieder hier her. Einen besseren Platz zum Ausruhen und Batterien auftanken konnten wir für uns nicht finden. Zuerst haben wir gedacht, dass Interessanteste werden wohl die Mahlzeiten und ein Bad im 25°C warmen Meer sein, aber nicht ganz. Am ersten Tag auf unserem Platz lernten wir ein Paar kennen (wir liegen halb an einem Spazierweg in die nächste Bucht) und sie erzählten uns, sie stehen neben einem Fischer, der auch hier Urlaub macht, nur zum Spaß fischen fährt und ihnen jeden Abend Unmengen an Fisch anbietet. Kathleen, als Fischesser hat gleich gesagt, sie sollen gern welchen nehmen, wir holen den ab. Abends kommen die beiden wieder mit einem riesigen Stück spanischer Makrele, und hauen das Stück auf unseren Tisch. Knapp zwei Kilo feinstes, mageres und frischestes Filetfleisch. Wir haben an diesem Abend nur Fisch ohne Beilagen geschlemmt – es war super lecker. Am nächsten Tag kam der Fischer selbst und brachte uns wieder ein reichliches Kilo bestes Makrelenfilet. Der ganze Fisch war reichlich 1,5m lang und er kann es nicht essen und fährt sowieso wieder raus. Wir haben uns riesig gefreut und erneut gab es nur besten Fisch zum Abendbrot, der im Supermarkt kaum zu bezahlen ist. Aber auch andere Dinge passierten. Am zweiten Abend während Kathleen die Makrele schnitt, entdeckte sie mit einem kleinen Sprung in die andere Richtung eine Olive Python nur zwei Meter entfernt. Die harmlose (zu dem Zeitpunkt wussten wir das aber nicht) aber knapp zwei Meter lange und vielleicht 3-4cm lange Schlange untersuchte anscheinend die Neuankömmlinge auf diesem Stellplatz. Sie schaute und züngelte, schien zufrieden und trollte sich nach einer Weile wieder in die dichtbewachsene Düne. Wir waren nach einem ersten Schreck äußerst interessiert. Leider war es schon sehr dunkel und für die Videokamera blieb nicht mehr allzu viel Licht. Kurz nach der Schlange rannte ein kleiner Lizard (vielleicht 50cm lang) unter dem Auto hervor und setzte sich vor meine Füße. Da sie aber harmlos sind, schauten wir uns ihn genauer an und entdeckten, dass er verwundet war und sein rechtes Hinterbein zog. Vielleicht sollten wir ihm helfen. Aber nach einer kleinsten Berührung war er wie der Blitz verschwunden. Am Rande unseres Platzes in Richtung Strand machten wir noch viele Krebse aus, die sich Muscheln verschiedenster Größe als Haus gesucht haben und wahrscheinlich auf Nahrungssuche unterwegs waren. Doch das Highlight der Tierbeobachtung waren Mittags auf dem Meer zu sehen. Zwei Wale spielten dort und man sah (und hörte) die riesigen Schwanzflossen wellenförmig aus dem Wasser kommen und auf das Wasser klatschen. Ab und zu wölbte sich ein riesiger schwarzer Buckel aus dem Wasser begleitet von einer Wasserfontäne. Fast alle Leute standen am Strand und schauten gebannt durch ihre Ferngläser. Leider war es weit weg, aber eindeutig zu erkennen. Am Morgen, während des Frühstücks sahen wir plötzlich wieder eine kleine Schlange bei uns, kämpfend mit einer kleinen Echse. Aber die Schlange hatte sich wohl ein wenig übernommen und nach einer Weile entkam die Echse (wahrscheinlich heilfroh) aus dem Würgegriff der kleinen Schlange und rannte – Haste was kannste – unter unser Zelt.
Ansonsten genießen wir die Zeit – es hat den ganzen Tag immer reichlich 30-36°C im Schatten, lesen viel , gehen am Strand spazieren, genießen die malerischen Sonnenuntergänge über dem Meer und diskutieren abends im Mondschein (hier ist gerade Vollmond) und bei Kerzenlicht mit einer Dose 4X unsere weitere Route und andere schöne Sachen. Was nach Broome kommt wissen wir auch noch nicht genau. Wir werden sehen. Der Dachgepäckträger trägt wieder, mit einer kleinen Schiene und einer Metallschelle wie beim gebrochenen Arm. So kann es doch wieder weiter gehen.

Samstag, 21. August 2010

Von Katherine bis Broome

Nach ein paar Erledigungen in Katherine sind wir gegen Mittag in Richtung Westen aufgebrochen. Die Strecke ist ein paar hundert Kilometer sehr eintönig und mit einer Übernachtung in der Nähe des Highway erreichten wir am nächsten Vormittag den direkt an der Grenze nach Western Australien liegenden Keep River Nationalpark. Dieser ist sehr klein, aber fein. Es gab verschiedene Wanderwege und Aussichtspunkte im Park, die wir uns alle angeschaut haben. Am ersten Tag kamen schon an die 12km zusammen. Im Park wachsen viele der uralten Boab Trees, Flaschenbäume aus der Gruppe der Affenbrotbäume. Sie haben einen sehr dicken Stamm in Flaschenform, sind grau und im Moment haben fast alle Bäume keine Blätter mehr. Zudem sind sie sehr verwachsen. Irgendwo habe ich mal die treffende Beschreibung gelesen, dass der Baum aussieht wie ein normaler Baum, der aus der Erde gerissen wurde, und falsch herum wieder reingesteckt wurde. Wir übernachteten im Park und am Morgen passierten wir die Grenze nach Western Australien. Der letzte Bundesstaat, den wir besuchen möchten. Allerdings ist dieser knapp 8 mal so groß wie Deutschland und mit circa 1,9 Mio. Einwohnern dünn besiedelt, also wird es wohl nicht langweilig. An der Grenze wurde unser Auto durchsucht, ist es doch nicht gestattet, verschiedene Dinge in den Bundesstaat ein zu führen. Zum Beispiel darf keinerlei frisches Obst und Gemüse inkl. verwendeter Säcke oder Kisten, Honig, Walnüsse, Erde, Pflanzen, Samen usw. mit genommen werden. Da die Regeln in jedem Buch und in jedem Informationsheft stehen, haben wir nichts in der Richtung im Auto gehabt und somit war die Kontrolle schnell erledigt. Ein paar Kilometer weiter liegt die Stadt Kununurra. Hier haben wir Obst und Gemüse gekauft, getankt und ein paar Kleinigkeiten erledigt und am selben Tag die kleine Stadt in Richtung Süden verlassen. Wir wollten wieder vom Highway weg im Busch übernachten. Mittlerweile ist Australien voll mit Reisenden aller Art und auf Rastplätzen ist man nie allein und auf Campingplätzen sowieso nicht. Noch vor 10 Jahren war nicht 10% des Verkehrs, wie er heute ist. Nach dem wir eine schöne Stelle gefunden haben, die man vom Highway aus nicht sehen kann, bauten wir auf und nach 3 Minuten kam ein Wohnmobil in unsere Richtung gefahren. Es drehte aber um und so waren wir die erste Nacht in Australien mal wirklich allein auf einem Platz – herrliche Ruhe nach einem lauten Campingplatz rücksichtsloser Mit-Camper. Nur nachts wurden wir einmal von heulenden Wölfen (Dingos) gleich in der Nähe geweckt. Wie ich in Berry Springs lernte, sind sie seit zwei Jahren den Wölfen zugeordnet. Der lateinische Name ist somit Canis Lupus Dino. Das war doch etwas schaurig, aber in Australien nicht ungewöhnlich. Das nächste Ziel am Morgen war der Purnululu Nationalpark, bekannt als die Bungle Bungle. Hier führt eine 53km Allradpiste zu einem Park, in dem nach links vom Infozentrum und weiteren 20km die Echidna Gorge liegt. Ein schmaler Wanderweg führt einen Kilometer durch eine sehr enge, manchmal nur 80cm breite, dafür circa 35 Meter hohe Schlucht. Wir haben den Walk um die Mittagszeit gemacht und dadurch ein wenig Licht gehabt. Mehr als 30 Minuten am Tag ist is hier logischerweise nicht sonnig. Ein weiterer Wanderweg führt durch die Mini Palm Gorge, eine um einiges breitere, aber genauso spektakuläre Schlucht mit unglaublich vielen Palmen sogar hoch oben an den Felswänden. Gleich in der Nähe haben wir unser Zelt am Campinglatz (sehr idyllisch gelegen und großzügig angelegt aber recht teuer für „nur mit Plumpsklo“) aufgeschlagen und die drei Kilometer zum Sonnenuntergang schauen am Kungkalahayi Lookout waren dann auch kein Problem mehr. Wir genossen die Ruhe und den Ausblick auf eine breite, angestrahlte und damit orangeleuchtende Bergkette. Nach einer ruhigen Nacht erkundeten wir noch den anderen Teil, und das Highlight des Parks. Er ist bekannt für seine bienenkorbähnlichen Felsen, die quer orange und schwarz gestreift sind. Diese Bienenkörbe ziehen sich über einige Kilometer und geben ein unglaubliches Panorama ab. Der Park gehört zum Weltnaturerbe und hat gleich zwei Punkte der 10 Besonderheiten (von denen man nur eine vorweisen muss) um den Titel zu bekommen. Wir waren sehr begeistert und es lohnt sich, sein Auto und sich selbst über die raue Piste, die einer Achterbahn gleicht, zu quälen. Gegen Mittag haben wir den Park wieder verlassen und sind wieder auf dem Great Northwest Highway zurück unterwegs in Richtung Norden. Möchten wir doch ein Stück weiter westlich die über 700km lange Gibb River Road (Schotterpiste) gen Süden fahren und wollten die Bungle Bungle aber auf keinen Fall verpassen. So muss man mal einen 400km Umweg in Kauf nehmen. Aber es hat sich gelohnt. Im Moment sitzen wir wieder auf dem Platz, wo nachts die Dingos heulen. Morgen steht noch Wyndham auf dem Programm, müssen wir uns doch für die lange Strecke durch die Kimberley Region noch mit Lebensmitteln und Benzin eindecken. Aber auch in Wyndham gibt es ein paar Sachen zum Anschauen, die den Stopp lohnenswert machen sollen. Wir werden es sehen.
Da ich in Wyndham kein Internet hatte, konnte ich nichts weiter einstellen und so schreibe ich gleich noch die letzten Nachrichten mit dazu. Im Moment sitzen wir in Broome und werden in einigen Stunden für eine ganze Weile ins Internet gehen. In Wyndham wollten wir eigentlich ein wenig die Aussicht genießen, doch im Moment wird an allen Ecken und Enden abgebrannt – und zwar das vertrocknete Gras. Somit ist dann für die Regenzeit der Boden nicht mit altem Zeugs bedeckt. So sieht man kilometerweise den Busch (nicht die Bäume) brennen. Deswegen liegen riesige Rauchschwaden in der Luft und man kann nicht all zu weit schauen. So nutzten wir Wyndham nur zum Einkaufen (die Preise in den etwas abgelegenen Gebieten treiben einem die Tränen in die Augen…) und schauten uns dann noch an einem riesigen Billabong (See) um, wo es unzählige verschiedene Vögel zu beobachten gab. Auf dem Weg Richtung Gibb River Road haben wir ein kleines Stück von der Straße weg übernachtet. (Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite an einem Wasserloch, haben wir damals übernachtet. An diese Nacht werden wir uns immer erinnern, war es doch die ganze Nacht 30 Grad heiß und wir haben kaum geschlafen, nur literweise Wasser getrunken!) Abends auf der anderen Straßenseite leuchtete es hell orange und man sah ab und zu die Flammen kommen. Kathleen meinte nur, hoffentlich wird es nicht zu hell zum Schlafen! Nachts hörten wir noch eine starke Bremsung eines Roadtrains, sonst war es wunderbar still – nur das Knistern der Flammen in der Ferne. Die tote Kuh, vom Roadtrain angefahren, sahen wir dann am nächsten Morgen mitten auf der Straße liegen. Davon haben wir uns aber nicht abschrecken lassen und starteten unser Gibb River Road Abenteuer. Die Straße beginnt zwischen Wyndham und Kununurra und endet kurz vor Derby an der Westküste. Circa 700 Kilometer meist staubige Piste. Die Gegend war meist recht eintönig und so sind wir am ersten Tag ziemlich weit gefahren und stoppten an der Barnett River Schlucht. Hier gab es ein herrlich klares und kühles Wasserloch. Bestens zum Schwimmen und Entspannen nach einem heißen und staubigen Tag geeignet. Am nächsten Tag stand die Bell Gorge und die Lennard Gorge auf dem Programm. Beides unglaublich schöne Schluchten, mit Bademöglichkeit. In der Lennard Gorge waren wir ganz allein. Das kommt heute in Australien kaum noch vor. Übernachtet haben wir an einem herrlichen freien Platz etwas abseits der Straße. Diese selbstgefundenen Plätze mitten im Busch gefallen uns immer besser. Man ist allein, keiner beschwert sich, es ist meist komplett still. (Heute Nacht auf dem Zeltplatz lief früh 4 Uhr noch irgendwo Musik!) Wir genießen die Abende im Busch immer besonders. Am letzten Tag auf dieser Straße besuchten wir noch die Windjana Gorge. Auch hier handelt es sich um eine wunderschöne, vom Fluss geformte Schlucht. Allerdings hier kann man nicht unbedingt baden, wimmelt es von Süßwasserkrokodilen im Fluss. Diese sind zwar dem Menschen ungefährlich, können aber auch Verletzungen verursachen, wenn man ihnen zu nahe kommt oder sie bedrängt. Uns haben die „Freshies“ wie sie hier genannt werden, in Ruhe gelassen und blieben brav zum Fotoshooting liegen. Der Weg in die Windjana Gorge war mit sehr starken „corrugations“ versehen – eine Waschbrettpiste übelster Sorte. Sie fingen so plötzlich und stark an und wir so durchgeschüttelt wurden, dass unsere Halterung des Dachgepäckträgers brach. Wir haben in Derby und Broome noch kein Glück gehabt, man könnte bei diesem Auto nur alles neu machen (300 AUD aufwärts) und so wollen wir mal ein paar Autowrecker abklappern, ob da noch ein alter Explorer mit diesen Dingern auf dem Dach rumsteht. Heute schauen wir uns noch ein wenig in Broome um. Es gibt in dem kleinen Ort ein Chinatown, aus der Perlenfischerzeit, und einen japanischen Friedhof. Am Abend wollen wir ein Stück die Küste rauf und am Strand mal ein paar Tage die Seele baumeln lassen und ich habe schon eine Idee, wie ich den Dachgepäckträger notdürftig reparieren kann bis wir ein passendes Ersatzteil finden konnten.

Mittwoch, 11. August 2010

Wieder zurück

Der Flug war sehr angenehm, landeten wir doch pünktlich um 03:25 Uhr in Darwin. Nach einigen Fragen, gestellt von einem freundlichen Officer, und unserer Versicherung, dass wir nicht arbeiten werden, bekamen wir unseren Stempel in den Pass. Nun dürfen wir weitere 3 Monate in Australien reisen. Gegen 4:00 Uhr haben wir den Flughafen verlassen und drückten uns dann auf einem menschenleeren Supermarktparkplatz bis 07:00 Uhr herum. Wir wollten unsere Vorräte auffrischen und Darwin am selben Tag noch verlassen. Nach dem Großeinkauf ging’s noch kurz in die Innenstadt ins Internet und unsere Kamera bekam mal wieder eine Reinigung. Nachmittags sind wir noch in Richtung Kakadu-Nationalpark gefahren – unserem nächsten Ziel. Abends direkt nach Sonnenuntergang lernten wir die ersten Bewohner des Parks kennen. Auf Grund einer fehlenden Nacht waren wir ziemlich durch den Wind und wollten zeitig schlafen. Zum Glück waren wir schon fast fertig, denn mit einem Schlag fielen die Moskitos über uns her. Wir haben im Nu jeder 20 Stiche abbekommen und sind nur schnell ins Zelt gehechtet und sind auf Mozzie-Jagd gegangen. Mit Sonnenaufgang war der Spuck vorbei und wir machten uns auf den Weg in den Park. Verschiedene Spaziergänge und Aussichtspunkte liegen auf einer ziemlich großen Fläche verstreut. Am zweiten Tag im Park haben wir uns dann auf ein schnelles Ende der Besichtigungen geeinigt. Mein Nervenkostüm lag, ehrlich gesagt, sehr blank. Was in der Nacht die Moskitos waren, waren am Tag die Fliegen und Bremsen. Eine Mahlzeit außerhalb des Zeltes einzunehmen, war ein Akt des Wedeln und Umsichschlagen. Wir sind mittlerweile arg lädiert und zerstochen (trotz Insektenspray), es juckt überall und in die (Kratz-)Wunden setzen sich hochentzückt neue Fliegen und die Hitze hat es nicht leichter gemacht. Mir hatte es dann einfach gereicht und ich wollte nur noch raus aus dem Park. Zurück in Katherine haben wir uns die „School of the Air“ angeschaut. Hier werden Kinder unterrichtet, die weit ab in den enfernten und isolierten Gegenden Australiens leben, wie auf Rinderfarmen, Rangerstationen oder ähnlichem. Zuerst schauten wir bei einer Autorin von Kinderbüchern zu, die Kinder im Vorschulalter unterrichtete. Alles läuft seit 2005 nicht mehr nur über Funk, sondern über Video. Die Kinder können das Studio sehen, aber die Lehrer nicht die Kinder. Anschließend bekamen wir von einer Mitarbeiterin alles erklärt, wie die Schule funktioniert, wie der Unterricht abläuft. Das Kind, welches am weitesten entfernt wohnt, lebt über 1.100km von Katherine. Es werden auch Kinder unterrichtet, die nicht in Australien leben, so zwei in Kasachstan, zwei in Indien, neun in Thailand, eins auf den Cook Islands und sogar zwei Kinder in Belgien. Es gibt auch Kinder, die mit den Eltern durch das Land reisen und an der Schule teilnehmen. Dort geht es dann nicht mehr per Video, sondern Skype und E-Mail. Nach dem Vortrag lief gerade eine Lehrstunde für die 9. Klasse. Es war wirklich hoch interessant und ein Video zeigte, diese Kinder wachsen komplett anders auf wie wir Europäer und genießen trotzdem Schulbildung. Morgen werden wir noch ein paar Sachen einkaufen und dann die Reise in Richtung Westen antreten. Wir haben für den zweiten Teil der Reise um einiges mehr an Zeit – auf die Streckenlänge gesehen und freuen uns nun auf den Westen. Mit dem Internet wird’s dann wohl ein wenig knapp, aber ich denke, wir werden weiterhin berichten, was es Neues gibt.

Freitag, 6. August 2010

Singapur

Am Sonntag haben wir Darwin verlassen und Jetstar hat uns in vier Stunden in den Insel-Stadtstaat Singapur geflogen. Die Stadt liegt kurz über dem Äquator, ist 623km², hat 4,35 Mio. Einwohner, wird am 9.8.2010 45 Jahre alt und wurde ursprünglich von Chinesen, Malaien und Indern bevölkert. Somit gibt es in der Stadt viele verschiedene ethnische Gebiete, deren Erkunden interessant zu werden verspricht. Die Temperaturen liegen ganzjährig im Rahmen 24-32 Grad und die Luftfeuchte mit 84% - dieses Gemisch lässt ziemlich schwer atmen.
Wir haben uns entschieden, mit dem Stadtzug MRT (U-Bahn) zu unserem Hotel zu fahren. In Singapur kauft man immer ein Einzelticket (inklusive 1 S$ Pfand) und die kleine Plastikkarte steckt man am Ziel wieder in den Automaten und bekommt seinen Dollar zurück. Wir haben uns vorher schon ein wenig über die Stadt informiert und wussten daher, dass es eine sehr saubere Stadt ist. Somit hat uns dieses Ticket-System gut gefallen und es ist sehr günstig (1 EUR in die Stadt – 25 Minuten Fahrt). Gleich im Zug wurden wir per Lautsprecher aufgefordert, verdächtig aussehende Personen dem Zugpersonal zu melden. Wir haben uns dann die Fahrt damit vergnügt und Fratzen gezogen, um verdächtig auszusehen. Unser Hotel, welches wir im voraus im Internet gebucht haben, liegt im Stadtteil Geylang. Dieses Stadtviertel ist für sein horizontales Gewerbe bekannt, was wir aber nicht wussten. Die Hotels sind hier nicht teuer und nun wissen wir auch, warum. Aber wir sind zufrieden, das Zimmer ist sauber, es ist ruhig, klimatisiert und es ist alles da, was man braucht. Abends sind wir nur noch ein wenig um den Block gegangen, um etwas zu essen. Am nächsten Morgen stand Shopping auf dem Programm. Wir haben uns ein Shopping Center in der Nähe der Orchard Road (die größte und wichtigste Einkaufsstraße) rausgesucht, da wir uns einen Anzug machen lassen wollten und alle Anzeigen auf dieses Center hinaus liefen. Wir fanden auch einen Shop und haben unsere Bestellung aufgegeben. Den Rest des Tages sind wir nur in der Stadt in den Shopping Center unterwegs gewesen, von denen die Stadt wimmelt. Eigentlich ist ganz Singapur ein riesiges Shopping Center. Am späteren Nachmittag wollte ich das Funan-Center besuchen. Ich suchte noch eine externe Festplatte und man empfahl mir dieses Center. Das Funan-Center entpuppte sich als ein riesiges Einkaufszentrum von der Grundfläche Kornmarktcenter in Bautzen, mit sieben Etagen. Hier gab es abgesehen von ein paar sehr wenigen anderen Läden nur Computerzubehör. Für einen Elektronikfan (wie mich) das Paradies auf der Erde. Dienstags hatten wir uns einen Mix aus Stadtbesichtigung und Shopping vorgenommen. Wir haben in Chinatown angefangen und sind durch die kleinen Gassen geschlendert und haben uns von den exotischen Dingen und vor allem den Düften verzaubern lassen. Da unser Frühstück ausfiel und wir in Chinatown Essen wollten, gingen wir in ein Hawker-Center. Diese Hawker sind kleine Imbissbuden, die früher auf der Straße gestanden sind, so wie man sich einen kleinen asiatischen Imbissstand vorstellt. In Singapur hat die Regierung diese in die riesigen Wohnhochhäuser (meist in die erste Etage) verfrachtet. Das Hawker-Center in Chinatown umfasst vielleicht 50 Imbissstände, die zu 95% asiatisches Essen anbieten, der Rest verschiedene Getränke. Das Essen ist gut und unschlagbar günstig. Nachher gab es noch eine leckere Eisschnitte mit Waffel. Erwähnenswert, da man hier auch Eissorten wie MAIS und DURIAN (auch als Stinkfrucht bekannt) bekommt. Durians sind ziemlich große Früchte und auf Grund ihres strengen Geruches des Öfteren in Gebäuden wie Hotels nicht gestattet. Das bringt mich zu einem weiteren wichtigen Thema in der Stadt. In Singapur ist ziemlich viel verboten und die Stadt ist vollgepflastert mit Schildern und gleich der angegebenen Strafe. So darf man in der U-Bahn und in den Stationen nicht essen oder trinken (S$ 500 – EUR 277.-) und nicht rauchen (S$1000 – EUR 555.-). Auch andere Sachen werden unterschiedlich hoch bestraft: Kaugummi kauen, in den Aufzug urinieren (wer macht auch sowas), auf die Straße spucken und im Fluss schwimmen. Auf den Besitz von, für meine Begriffe kleine Mengen, Drogen steht ZWINGEND die Todesstrafe. Die Souvenirbranche hat darauf reagiert und es gibt T-Shirts und Magneten mit Motiven von „Singapore is a FINE city“. Diese Doppelbedeutung von FINE (Singapur ist eine Strafen-Stadt / Singapur ist eine feine Stadt) ist somit durchaus gerechtfertigt. Wer sich aber ganz normal verhält und kleine Regeln akzeptiert, braucht hier nichts zu befürchten. Abends haben wir nach „Little India“ und dem arabischen Stadtteil einen langen Stadtbummel durch die glitzernde Stadt gemacht und unseren Fotoapparat wieder gequält. Am Hafen gibt es eine Löwenfontäne (Merlion) und von da hat man einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Stadt, das Riesenrad und das Dreifach-Hochhaus mit dem Schiff auf dem Dach. Am Donnerstag sind wir nur noch so durch die Stadt gebummelt und haben spontan gemacht, wozu wir Lust hatten. Eine geplante Fahrt mit dem Riesenrad haben wir wegen zu schlechtem Wetter sausen lassen. Auf dem Speiseplan stand indisch, am Morgen mit Roti Prata und Currysauce mit einem starken Kaffee und am Abend Naan-Brot mit Chickencurry und Mangosaft. Für das Curry brauchte man fast einen kleinen Handfeuerlöscher aber es war sehr lecker. Nur an die Esskultur (essen mit den Fingern) könnte ich mich nicht so schnell gewöhnen. Freitag Abend geht’s dann wieder zum Flughafen und der Rückflug nach Darwin und somit zum zweiten Teil unserer Australien Rundreise steht an. Es hat uns sehr gut gefallen und war eine herrliche kurze Pause und ein komplettes Gegenteil zum einsamen Australien.

Sonntag, 1. August 2010

Gorgeous Gorges – traumhafte Schluchten – von Mataranka bis Darwin

Nun habe ich nach langer Zeit mal wieder Internetzugang und möchte meine Leser nicht länger mit Neuigkeiten warten lassen. Bitte vielmals um Entschuldigung für die lange Wartezeit.
Die Edith Falls sind ein herrlicher Ort zum Verweilen und Baden. Gleich am Campingplatz sind es nur ein paar hundert Meter bis zum unteren Plounge Pool. Hier gibt es auch eine große Liegewiese und Picknicktische sowie einen Kiosk in der Nähe. Da es nah am Parkplatz ist, ist es auch recht gut besucht und der kleine Badezugang mit vielen Leuten belagert. Abends kamen noch ein paar Aboriginal-Kinder und tobten sich kräftig im Wasser aus. Am nächsten Tag haben wir uns für die entfernteren Pools interessiert und sind einen kurzen Wanderweg erst zum Upper Pool und anschließend weiter zum Süßwasserpool, einen längeren Weg, gelaufen. Es war mal wieder sehr heiß und nur wenige Leute schafften den Weg dahin. So war es nicht weiter verwunderlich, dass man da so gut wie allein war. Auf dem Weg zurück nutzten wir jede Badestelle für eine Pause und genossen das herrlich saubere, ca. 23°C kühle Wasser. Nach den Edith Falls stand eine weitere Schlucht auf dem Programm. Die Umbrawarra Gorge gar nicht so weit weg. Eine 21km lange Staubpiste brachte uns auf einen kleinen Campingplatz mit Kasse des Vertrauens (hier sehr üblich und die Campingplätze werden von den Rangern (durch Regierung finanziert) unterhalten und kosten meist nur ein paar Dollar pro Person). Danach machten wir uns gleich auf den Weg in die Schlucht und bis auf ein Pärchen, welches uns entgegen kam, war niemand da. Es ging über Stock und Stein und man konnte vielleicht 500m in die Schlucht gehen – immer durch das unwegsame Flussbett oder am Ufer des sporadischen Flusses entlang, der mal hier und da ein paar Wasser- und damit Badelöcher, gebildet hat. So erreichten wir einen wunderschönen Pool und verbrachten den Tag inmitten einer steilen Schlucht (Wände ca. 30m hoch) mit echtem Sandstrand und einem kristallklaren Pool – und wir hatten alles für uns allein. Nach der Umbrawarra Gorge stand nochmals Baden auf der Liste aber dieses Mal wieder im heißen Wasser. Eine gute Autostunde weiter nördlich liegen die Douglas Hot Springs. Hier fließen zwei Flüsse ziemlich parallel und gemächlich dahin. Der eine (zu) heiß und der andere eiskalt. Mit der Weile verliert der heiße Fluss etwas an Temperatur und an der Stelle, wo beide Flüsse ineinander fließen legt man sich in den flachen Fluss mit dem Oberkörper ins warme und den Beinen ins kalte Wasser. So lagen wir ein paar Stunden, denn wir lernten Jürgen kennen und verquatschten uns mit ihm. Anfang der 70-er nach Australien ausgewandert und nun Rentner, fährt er mit einem Toyota Landcruiser, ebenfalls aus den 70-ern und mit 1,1 Mio. Kilometern auf dem Tacho, durch Australien und genießt die Zeit. Abends haben wir auch noch mit ihm herrliche und interessante Gespräche geführt, ein Bierchen getrunken und nebenbei glasklar der „Deutschen Welle“ gelauscht. Gleich neben den heißen Quellen liegt noch die Butterfly Gorge, die wir am Morgen noch mit nahmen. Wieder eine Autostunde nördlich haben wir uns den Robin Wasserfall als Etappe heraus gesucht. Hier haben wir einen Stellplatz gefunden – direkt am glasklaren Fluss. Der unspektakuläre Wasserfall ist 300m entfernt – wir haben am Nachmittag vorbei geschaut. Aber der Ort ist so schön idyllisch, dass wir spontan zwei Nächte bleiben und mal wieder entspannen. Da wir aus dem Zelt kippen und direkt im Fluss (23°C) landen können, war uns diese Entscheidung nicht schwer gefallen. Abends, kurz nach Sonnenuntergang, bekamen wir regelmäßig Besuch. Da wir so dicht am Wasser waren, gesellten sich sehr viele Frösche um unseren Zeltplatz. Beim Gang ans Auto hüpfte ständig was nach links und rechts. Zweimal war ich nur etwas erschrocken, da mir ein Frosch auf den Latz gehüpft war – im Dunkeln ein wenig irritierend… Tagsüber spazierten wir noch ein wenig durch die Schlucht und an den oberen Rand, sahen Spinnen, ganz kleine Skorpione, eine Goldene Baumschlange suchte erschrocken das Weite und wir sahen wieder viele der Agakröten, oder hier Cane Toads genannt. Diese Krötenart ist sehr giftig, wurde in den 30-ern aus Südamerika eingeführt um den „Cane Beetle“ – den Zuckerrohrkäfer los zu werden. Nur hat damals keiner gemerkt, dass Cane Toads nur 20cm hoch springen können und der Cane Beetle in 4m Höhe an der Spitze der Pflanze lebt. Das Experiment schlug fehl und somit wurde die Cane Toad eine Pest in Australien. Nur um ein Beispiel zu nennen, wie gefährlich das Problem ist: Als die Cane Toads, aus Richtung Queensland kommend, im Northern Territory vor 6 Jahren angekommen sind, wurden mittlerweile 95% des Bestandes der Northern Quoll vernichtet – einer bisher sehr verbreiteten Spezies im NT. Die Kröten sind so giftig, man hat bereits tote Krokodile gefunden, noch mit der Kröte im Maul. Somit ein weiteres unlösbares Problem hier in Australien. Man kämpft momentan stark, dass die Kröten nicht nach Western Australia kommen und mittlerweile patrouillieren im 24h Dienst Ranger an den Grenzflüssen. Wir haben in der Katherine Gorge einen Working-Holiday Traveller aus Neukaledonien kennengelernt, der sein Geld mit Cane Toads aufbesserte. Sein Farmer (er arbeitet in der Nähe auf einer Rinderfarm) zahlt ihm 0,20 AUD pro toter Kröte. Er sagte, in einer Nacht sind ohne Probleme 200 Stück drin, dann tut der Arm weh vom Zuschlagen…
Nach den Robin Falls sind wir zum Litchfield Nationalpark aufgebrochen und planten, drei Nächte im Badeparadies zu bleiben. Litchfield ist bekannt für seine schönen Bademöglichkeiten direkt unter und über Wasserfällen sowie in Flüssen. Den Hauptbadeort – die Wangi Falls – wurden gerade erst wieder frisch eröffnet (Krokodile). Gleich zu Beginn nach dem Ort Bachelor am Rande des Parks kann man sich riesige Termitenhügel anschauen. Wir haben an einem gestanden, der sicher die 6m Marke überschritt. Ganze Wiesen waren voll mit den Hügeln und erinnerten an einen Armee-Friedhof in den USA. Die erste Bademöglichkeit, und unsere erste Übernachtung, war der Florence Fall. Das Sammelbecken des Wasserfalls war voller Leute und wir wichen auf ein paar Felslöcher in der Nähe aus. Es fließt ein Fluss über kleine Stromschnellen und bildet alle paar Meter einen neuen Swimmingpool. Das Wasser ist sehr erfrischend, ist doch die Tagestemperatur nun stets (weit) über 30 Grad. Nachts geht das Thermometer auf 23-25 Grad hinunter. Mittlerweile haben wir arge Schwierigkeiten, unsere Sachen kühl zu halten. Jeder weiß, wie schnell ein Auto in der Sonne heiß wird und im Nationalpark gibt’s keinen Froster für die Eis-Akkus. Nach dieser Nacht schauten wir uns ein Gebiet mit dem Namen „The Lost City“ – die verlorene Stadt an (Allradtrack – 10,5km). Hier entstanden im Laufe vieler Jahre aus Sandsteinblöcken Gebilde und Formen, die nun wie eine Stadt, die vor 1000-en von Jahren verlassen wurde, aussahen. Abseits der Straße und weiteren 12km Allradtrack kamen wir zu unserem zweiten Lager, den Tjaynera-Falls im Süden des Parks. Ein 1,7km kurzer Wanderweg führte zum Pool des Wasserfalls und ein erfrischendes Bad wartete auf uns. Es war ein schöner Anblick, unter dem Wasserfall zu schwimmen und nach oben zur Spitze des vielleicht 50m hohen Wasserfall zu schauen. Morgens, nach einem weiteren Bad am Wasserfall, konnte man sich gleich in der Nähe noch ein altes Wohnhaus einer Familie aus den 20-ern anschauen. Das Blyth Homestead. Dazu stand noch eine Flussdurchfahrt durch trübes Wasser an. Normalerweise sind hier an jeder Stelle Messlatten, wie weit das Wasser steigt. An diesem leider nicht also sollte es nicht sehr tief sein – dachten wir. Plötzlich versanken wir dann bis 80cm im Wasser und sofort lief es zu den Türen rein – nicht sehr stark, aber es reichte, um den Boden nass zu machen, unser Toilettenpapier zu einem Klumpen Papiermaché zu verwandeln und die Wasserkartons komplett aufzuweichen. Da das eine Sackgasse war, mussten wir noch ein zweites Mal durch, aber wir hatten unseren Spaß. Wir haben uns dann aus zweierlei Gründen gegen eine dritte Nacht im Park entschieden (1.: Unsere Kühlsachen waren kurz vorm Vergammeln, 2.: Der WC-Block am Wangi-Falls Campground war saumäßig dreckig) und nach einem Bad in den Wangi-Falls – und einem allerletzten in Walker Creek – ging‘s über eine Schotterpiste nach Berry Springs. Früh nach dem Frühstück wollten wir den Wildlife Park im Ort besuchen. Dieser ist sehr sehenswert, wenn man sich besonders für die Tierwelt interessiert. Wir schauten uns zuerst im Nachthaus um, sahen dann eine herrliche Vogelschau mit einheimischen Tieren wie Bussards, Kakadus, Lorikeets und einen riesigen Jabiru. Der Weg zum Aquarium war nicht weit und so konnte man in vielen Wasserbecken die kuriosesten Fische, die das Land zu bieten hat, beobachten. Es gab zwei Highlights: Einen Glastunnel mit riesigen Barramundis, Rochen und zwei Sägezahnfischen und ein Aquarium mit einem Salzwasserkrokodil – den gefährlichsten Bewohnern des australischen Nordens. Diese Begegnung mit diesem bis zu 7m langen Monster, war eine der furchteinflößendsten, die ich lange Zeit hatte. Nur durch eine Glasscheibe getrennt, Auge in Auge und beide direkt an der Scheibe klebend – 5cm Abstand – mit dem Leistenkrokodil. Und es hat mich beobachtet!!!
Ansonsten bot der Park eine reiche Vogelwelt, verschiedene Spaziergänge mit besonderen Themen und wir nahmen an der „Hinter den Kulissen Tour“ teil und erfuhren viele interessante Dinge vom Hintergrund des Parks. Hier besuchten wir auch die Station, wo das Futter für die Tiere zubereitet wird und wir sahen bei der Fütterung der Northern Quoll zu, welche sich in einem Brutprogramm befinden um den riesigen Verlust durch die Cane Toads wieder auszugleichen und der Spezies zum Überleben zu verhelfen. Zum Abschluss besuchten wir im etwas sandigen Frischwasser riesige Rochen (kreisrund und über 1m Durchmesser) und ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende. Morgen ist eine Tagestour auf dem Adelaide River geplant, wo wir wieder jede Menge Tierwelt zu sehen bekommen – hoffen wir!
Früh raus und nach Howard Springs gedüst – wollten wir doch um 9:00 Uhr an der BP-Tankstelle sein, wo uns Harry, unser Reiseleiter, pünktlich abholte. Eine Tagestour auf dem Adelaide-River stand auf dem Programm. Insgesamt 11 Teilnehmer (9 australische Rentner und wir!!!) fuhren erst mit dem Bus ein wenig durch die Gegend, hielten am Fogg-Damm mit einer wunderschönen Aussicht auf eine Seenlandschaft. Aussteigen war verboten – treibt sich doch ein riesiges Leistenkrokodil rum und es hat keine Angst vor Autos. Eine Falle steht schon seit Monaten aber bisher ist das Krokodil schlauer. Anschließend ein kurzer Stopp an den „Windows to the Wetlands“ – einem Informationszentrum auf einem Hügel mit einem herrlichen Blick über die Feuchtgebiete der Gegend bis zum berühmten Kakadu-Nationalpark. Nach weiteren zehn Minuten erreichten wir den Bootssteg uns Harry machte den Kahn klar für unseren Trip über den Adelaide River. Wir sahen jede Menge Natur unterwegs. Unzählige Krokodile in und am Wasser, Adler, Falken und Kites, sowie kleinere bunte Vögel. Auf einem kleinen Gebiet hatte die Firma einen kleines Camp eingerichtet, wo wir ein richtiges Barbeque als Lunch zu essen bekamen. Die älteren Mitreisenden waren sehr an unseren bisherigen Erlebnissen interessiert und sehr freundlich zu uns. Hier erzählte uns Harry, dass wir nach 10 Jahren Geschäft die ersten deutschen Teilnehmer waren. 99,9% Australier. Das konnten wir kaum glauben – aber die meisten haben nur drei Wochen Urlaub und da ist so ein Tagestrip wohl nicht drin. Nach dem sehr guten Lunch besuchten wir ein Unikum auf dem Fluss. Kai Hansen – ursprünglicher Däne – lebt auf einer Insel im Fluss, vermietet ein paar Zimmer und betreibt eine Bar. Er sagte, in der Regenzeit halten täglich bis 20 Boote bei ihm um einzukehren. Er ist ein sehr lustiger Einsiedler bis schräger Vogel, hat zwei Hunde (einer heißt Hotdog) und ein Krokodil, dass manchmal vorbeikommt, wenn er für sie kocht (haben Fotos gesehen). Dann haben wir noch die Angelruten ins Wasser gehalten und natürlich nichts gefangen, Adler gefüttert und Krokodile beobachtet. Sehr individuell und Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall. Abends ging es gleich noch das kurze Stück nach Darwin, war doch gerade am Donnerstag Nachtmarkt. Wir haben schon von vielen Leuten gehört, dass man sich das nicht entgehen lassen soll. 18:00 Uhr waren wir da und es war sehr gut besucht. Ein Markt voll mit Fressbuden, lokalen Kunst- und Bastelwaren, Souvenirs, Didgeridoos, chinesische Massage, Krokodillederwaren, Kängurulderwaren usw. Ein buntes Durcheinander und wir mitten drin. Wir haben herrlich und günstig gegessen und das Einzige, was ich gekauft habe, war ein 10-Dollar Schein aus Australien (Sonderausgabe), der nur in einem Jahr zur 200 Jahre Besiedlung ausgegeben wurde. Diesen suchte ich seit 10 Jahren und fand ihn schließlich in Darwin auf dem Nachtmarkt. In Coolalinga auf dem Zeltplatz haben wir für drei Nächte eingecheckt und Freitag haben wir die Stadt Darwin ein wenig unsicher gemacht. Samstag ist nun mal wieder ausruhen (in Darwin ist die Temperatur jeden Tag im Jahr über 30 Grad) dran und packen – steht doch morgen unser Flug nach Singapur an. Wir sind nicht weit weg vom Flughafen und freuen uns bereits auf die kurze Pause von Australien.