Nach ein paar Erledigungen in Katherine sind wir gegen Mittag in Richtung Westen aufgebrochen. Die Strecke ist ein paar hundert Kilometer sehr eintönig und mit einer Übernachtung in der Nähe des Highway erreichten wir am nächsten Vormittag den direkt an der Grenze nach Western Australien liegenden Keep River Nationalpark. Dieser ist sehr klein, aber fein. Es gab verschiedene Wanderwege und Aussichtspunkte im Park, die wir uns alle angeschaut haben. Am ersten Tag kamen schon an die 12km zusammen. Im Park wachsen viele der uralten Boab Trees, Flaschenbäume aus der Gruppe der Affenbrotbäume. Sie haben einen sehr dicken Stamm in Flaschenform, sind grau und im Moment haben fast alle Bäume keine Blätter mehr. Zudem sind sie sehr verwachsen. Irgendwo habe ich mal die treffende Beschreibung gelesen, dass der Baum aussieht wie ein normaler Baum, der aus der Erde gerissen wurde, und falsch herum wieder reingesteckt wurde. Wir übernachteten im Park und am Morgen passierten wir die Grenze nach Western Australien. Der letzte Bundesstaat, den wir besuchen möchten. Allerdings ist dieser knapp 8 mal so groß wie Deutschland und mit circa 1,9 Mio. Einwohnern dünn besiedelt, also wird es wohl nicht langweilig. An der Grenze wurde unser Auto durchsucht, ist es doch nicht gestattet, verschiedene Dinge in den Bundesstaat ein zu führen. Zum Beispiel darf keinerlei frisches Obst und Gemüse inkl. verwendeter Säcke oder Kisten, Honig, Walnüsse, Erde, Pflanzen, Samen usw. mit genommen werden. Da die Regeln in jedem Buch und in jedem Informationsheft stehen, haben wir nichts in der Richtung im Auto gehabt und somit war die Kontrolle schnell erledigt. Ein paar Kilometer weiter liegt die Stadt Kununurra. Hier haben wir Obst und Gemüse gekauft, getankt und ein paar Kleinigkeiten erledigt und am selben Tag die kleine Stadt in Richtung Süden verlassen. Wir wollten wieder vom Highway weg im Busch übernachten. Mittlerweile ist Australien voll mit Reisenden aller Art und auf Rastplätzen ist man nie allein und auf Campingplätzen sowieso nicht. Noch vor 10 Jahren war nicht 10% des Verkehrs, wie er heute ist. Nach dem wir eine schöne Stelle gefunden haben, die man vom Highway aus nicht sehen kann, bauten wir auf und nach 3 Minuten kam ein Wohnmobil in unsere Richtung gefahren. Es drehte aber um und so waren wir die erste Nacht in Australien mal wirklich allein auf einem Platz – herrliche Ruhe nach einem lauten Campingplatz rücksichtsloser Mit-Camper. Nur nachts wurden wir einmal von heulenden Wölfen (Dingos) gleich in der Nähe geweckt. Wie ich in Berry Springs lernte, sind sie seit zwei Jahren den Wölfen zugeordnet. Der lateinische Name ist somit Canis Lupus Dino. Das war doch etwas schaurig, aber in Australien nicht ungewöhnlich. Das nächste Ziel am Morgen war der Purnululu Nationalpark, bekannt als die Bungle Bungle. Hier führt eine 53km Allradpiste zu einem Park, in dem nach links vom Infozentrum und weiteren 20km die Echidna Gorge liegt. Ein schmaler Wanderweg führt einen Kilometer durch eine sehr enge, manchmal nur 80cm breite, dafür circa 35 Meter hohe Schlucht. Wir haben den Walk um die Mittagszeit gemacht und dadurch ein wenig Licht gehabt. Mehr als 30 Minuten am Tag ist is hier logischerweise nicht sonnig. Ein weiterer Wanderweg führt durch die Mini Palm Gorge, eine um einiges breitere, aber genauso spektakuläre Schlucht mit unglaublich vielen Palmen sogar hoch oben an den Felswänden. Gleich in der Nähe haben wir unser Zelt am Campinglatz (sehr idyllisch gelegen und großzügig angelegt aber recht teuer für „nur mit Plumpsklo“) aufgeschlagen und die drei Kilometer zum Sonnenuntergang schauen am Kungkalahayi Lookout waren dann auch kein Problem mehr. Wir genossen die Ruhe und den Ausblick auf eine breite, angestrahlte und damit orangeleuchtende Bergkette. Nach einer ruhigen Nacht erkundeten wir noch den anderen Teil, und das Highlight des Parks. Er ist bekannt für seine bienenkorbähnlichen Felsen, die quer orange und schwarz gestreift sind. Diese Bienenkörbe ziehen sich über einige Kilometer und geben ein unglaubliches Panorama ab. Der Park gehört zum Weltnaturerbe und hat gleich zwei Punkte der 10 Besonderheiten (von denen man nur eine vorweisen muss) um den Titel zu bekommen. Wir waren sehr begeistert und es lohnt sich, sein Auto und sich selbst über die raue Piste, die einer Achterbahn gleicht, zu quälen. Gegen Mittag haben wir den Park wieder verlassen und sind wieder auf dem Great Northwest Highway zurück unterwegs in Richtung Norden. Möchten wir doch ein Stück weiter westlich die über 700km lange Gibb River Road (Schotterpiste) gen Süden fahren und wollten die Bungle Bungle aber auf keinen Fall verpassen. So muss man mal einen 400km Umweg in Kauf nehmen. Aber es hat sich gelohnt. Im Moment sitzen wir wieder auf dem Platz, wo nachts die Dingos heulen. Morgen steht noch Wyndham auf dem Programm, müssen wir uns doch für die lange Strecke durch die Kimberley Region noch mit Lebensmitteln und Benzin eindecken. Aber auch in Wyndham gibt es ein paar Sachen zum Anschauen, die den Stopp lohnenswert machen sollen. Wir werden es sehen.
Da ich in Wyndham kein Internet hatte, konnte ich nichts weiter einstellen und so schreibe ich gleich noch die letzten Nachrichten mit dazu. Im Moment sitzen wir in Broome und werden in einigen Stunden für eine ganze Weile ins Internet gehen. In Wyndham wollten wir eigentlich ein wenig die Aussicht genießen, doch im Moment wird an allen Ecken und Enden abgebrannt – und zwar das vertrocknete Gras. Somit ist dann für die Regenzeit der Boden nicht mit altem Zeugs bedeckt. So sieht man kilometerweise den Busch (nicht die Bäume) brennen. Deswegen liegen riesige Rauchschwaden in der Luft und man kann nicht all zu weit schauen. So nutzten wir Wyndham nur zum Einkaufen (die Preise in den etwas abgelegenen Gebieten treiben einem die Tränen in die Augen…) und schauten uns dann noch an einem riesigen Billabong (See) um, wo es unzählige verschiedene Vögel zu beobachten gab. Auf dem Weg Richtung Gibb River Road haben wir ein kleines Stück von der Straße weg übernachtet. (Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite an einem Wasserloch, haben wir damals übernachtet. An diese Nacht werden wir uns immer erinnern, war es doch die ganze Nacht 30 Grad heiß und wir haben kaum geschlafen, nur literweise Wasser getrunken!) Abends auf der anderen Straßenseite leuchtete es hell orange und man sah ab und zu die Flammen kommen. Kathleen meinte nur, hoffentlich wird es nicht zu hell zum Schlafen! Nachts hörten wir noch eine starke Bremsung eines Roadtrains, sonst war es wunderbar still – nur das Knistern der Flammen in der Ferne. Die tote Kuh, vom Roadtrain angefahren, sahen wir dann am nächsten Morgen mitten auf der Straße liegen. Davon haben wir uns aber nicht abschrecken lassen und starteten unser Gibb River Road Abenteuer. Die Straße beginnt zwischen Wyndham und Kununurra und endet kurz vor Derby an der Westküste. Circa 700 Kilometer meist staubige Piste. Die Gegend war meist recht eintönig und so sind wir am ersten Tag ziemlich weit gefahren und stoppten an der Barnett River Schlucht. Hier gab es ein herrlich klares und kühles Wasserloch. Bestens zum Schwimmen und Entspannen nach einem heißen und staubigen Tag geeignet. Am nächsten Tag stand die Bell Gorge und die Lennard Gorge auf dem Programm. Beides unglaublich schöne Schluchten, mit Bademöglichkeit. In der Lennard Gorge waren wir ganz allein. Das kommt heute in Australien kaum noch vor. Übernachtet haben wir an einem herrlichen freien Platz etwas abseits der Straße. Diese selbstgefundenen Plätze mitten im Busch gefallen uns immer besser. Man ist allein, keiner beschwert sich, es ist meist komplett still. (Heute Nacht auf dem Zeltplatz lief früh 4 Uhr noch irgendwo Musik!) Wir genießen die Abende im Busch immer besonders. Am letzten Tag auf dieser Straße besuchten wir noch die Windjana Gorge. Auch hier handelt es sich um eine wunderschöne, vom Fluss geformte Schlucht. Allerdings hier kann man nicht unbedingt baden, wimmelt es von Süßwasserkrokodilen im Fluss. Diese sind zwar dem Menschen ungefährlich, können aber auch Verletzungen verursachen, wenn man ihnen zu nahe kommt oder sie bedrängt. Uns haben die „Freshies“ wie sie hier genannt werden, in Ruhe gelassen und blieben brav zum Fotoshooting liegen. Der Weg in die Windjana Gorge war mit sehr starken „corrugations“ versehen – eine Waschbrettpiste übelster Sorte. Sie fingen so plötzlich und stark an und wir so durchgeschüttelt wurden, dass unsere Halterung des Dachgepäckträgers brach. Wir haben in Derby und Broome noch kein Glück gehabt, man könnte bei diesem Auto nur alles neu machen (300 AUD aufwärts) und so wollen wir mal ein paar Autowrecker abklappern, ob da noch ein alter Explorer mit diesen Dingern auf dem Dach rumsteht. Heute schauen wir uns noch ein wenig in Broome um. Es gibt in dem kleinen Ort ein Chinatown, aus der Perlenfischerzeit, und einen japanischen Friedhof. Am Abend wollen wir ein Stück die Küste rauf und am Strand mal ein paar Tage die Seele baumeln lassen und ich habe schon eine Idee, wie ich den Dachgepäckträger notdürftig reparieren kann bis wir ein passendes Ersatzteil finden konnten.
Da ich in Wyndham kein Internet hatte, konnte ich nichts weiter einstellen und so schreibe ich gleich noch die letzten Nachrichten mit dazu. Im Moment sitzen wir in Broome und werden in einigen Stunden für eine ganze Weile ins Internet gehen. In Wyndham wollten wir eigentlich ein wenig die Aussicht genießen, doch im Moment wird an allen Ecken und Enden abgebrannt – und zwar das vertrocknete Gras. Somit ist dann für die Regenzeit der Boden nicht mit altem Zeugs bedeckt. So sieht man kilometerweise den Busch (nicht die Bäume) brennen. Deswegen liegen riesige Rauchschwaden in der Luft und man kann nicht all zu weit schauen. So nutzten wir Wyndham nur zum Einkaufen (die Preise in den etwas abgelegenen Gebieten treiben einem die Tränen in die Augen…) und schauten uns dann noch an einem riesigen Billabong (See) um, wo es unzählige verschiedene Vögel zu beobachten gab. Auf dem Weg Richtung Gibb River Road haben wir ein kleines Stück von der Straße weg übernachtet. (Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite an einem Wasserloch, haben wir damals übernachtet. An diese Nacht werden wir uns immer erinnern, war es doch die ganze Nacht 30 Grad heiß und wir haben kaum geschlafen, nur literweise Wasser getrunken!) Abends auf der anderen Straßenseite leuchtete es hell orange und man sah ab und zu die Flammen kommen. Kathleen meinte nur, hoffentlich wird es nicht zu hell zum Schlafen! Nachts hörten wir noch eine starke Bremsung eines Roadtrains, sonst war es wunderbar still – nur das Knistern der Flammen in der Ferne. Die tote Kuh, vom Roadtrain angefahren, sahen wir dann am nächsten Morgen mitten auf der Straße liegen. Davon haben wir uns aber nicht abschrecken lassen und starteten unser Gibb River Road Abenteuer. Die Straße beginnt zwischen Wyndham und Kununurra und endet kurz vor Derby an der Westküste. Circa 700 Kilometer meist staubige Piste. Die Gegend war meist recht eintönig und so sind wir am ersten Tag ziemlich weit gefahren und stoppten an der Barnett River Schlucht. Hier gab es ein herrlich klares und kühles Wasserloch. Bestens zum Schwimmen und Entspannen nach einem heißen und staubigen Tag geeignet. Am nächsten Tag stand die Bell Gorge und die Lennard Gorge auf dem Programm. Beides unglaublich schöne Schluchten, mit Bademöglichkeit. In der Lennard Gorge waren wir ganz allein. Das kommt heute in Australien kaum noch vor. Übernachtet haben wir an einem herrlichen freien Platz etwas abseits der Straße. Diese selbstgefundenen Plätze mitten im Busch gefallen uns immer besser. Man ist allein, keiner beschwert sich, es ist meist komplett still. (Heute Nacht auf dem Zeltplatz lief früh 4 Uhr noch irgendwo Musik!) Wir genießen die Abende im Busch immer besonders. Am letzten Tag auf dieser Straße besuchten wir noch die Windjana Gorge. Auch hier handelt es sich um eine wunderschöne, vom Fluss geformte Schlucht. Allerdings hier kann man nicht unbedingt baden, wimmelt es von Süßwasserkrokodilen im Fluss. Diese sind zwar dem Menschen ungefährlich, können aber auch Verletzungen verursachen, wenn man ihnen zu nahe kommt oder sie bedrängt. Uns haben die „Freshies“ wie sie hier genannt werden, in Ruhe gelassen und blieben brav zum Fotoshooting liegen. Der Weg in die Windjana Gorge war mit sehr starken „corrugations“ versehen – eine Waschbrettpiste übelster Sorte. Sie fingen so plötzlich und stark an und wir so durchgeschüttelt wurden, dass unsere Halterung des Dachgepäckträgers brach. Wir haben in Derby und Broome noch kein Glück gehabt, man könnte bei diesem Auto nur alles neu machen (300 AUD aufwärts) und so wollen wir mal ein paar Autowrecker abklappern, ob da noch ein alter Explorer mit diesen Dingern auf dem Dach rumsteht. Heute schauen wir uns noch ein wenig in Broome um. Es gibt in dem kleinen Ort ein Chinatown, aus der Perlenfischerzeit, und einen japanischen Friedhof. Am Abend wollen wir ein Stück die Küste rauf und am Strand mal ein paar Tage die Seele baumeln lassen und ich habe schon eine Idee, wie ich den Dachgepäckträger notdürftig reparieren kann bis wir ein passendes Ersatzteil finden konnten.
