Der Flug war sehr angenehm, landeten wir doch pünktlich um 03:25 Uhr in Darwin. Nach einigen Fragen, gestellt von einem freundlichen Officer, und unserer Versicherung, dass wir nicht arbeiten werden, bekamen wir unseren Stempel in den Pass. Nun dürfen wir weitere 3 Monate in Australien reisen. Gegen 4:00 Uhr haben wir den Flughafen verlassen und drückten uns dann auf einem menschenleeren Supermarktparkplatz bis 07:00 Uhr herum. Wir wollten unsere Vorräte auffrischen und Darwin am selben Tag noch verlassen. Nach dem Großeinkauf ging’s noch kurz in die Innenstadt ins Internet und unsere Kamera bekam mal wieder eine Reinigung. Nachmittags sind wir noch in Richtung Kakadu-Nationalpark gefahren – unserem nächsten Ziel. Abends direkt nach Sonnenuntergang lernten wir die ersten Bewohner des Parks kennen. Auf Grund einer fehlenden Nacht waren wir ziemlich durch den Wind und wollten zeitig schlafen. Zum Glück waren wir schon fast fertig, denn mit einem Schlag fielen die Moskitos über uns her. Wir haben im Nu jeder 20 Stiche abbekommen und sind nur schnell ins Zelt gehechtet und sind auf Mozzie-Jagd gegangen. Mit Sonnenaufgang war der Spuck vorbei und wir machten uns auf den Weg in den Park. Verschiedene Spaziergänge und Aussichtspunkte liegen auf einer ziemlich großen Fläche verstreut. Am zweiten Tag im Park haben wir uns dann auf ein schnelles Ende der Besichtigungen geeinigt. Mein Nervenkostüm lag, ehrlich gesagt, sehr blank. Was in der Nacht die Moskitos waren, waren am Tag die Fliegen und Bremsen. Eine Mahlzeit außerhalb des Zeltes einzunehmen, war ein Akt des Wedeln und Umsichschlagen. Wir sind mittlerweile arg lädiert und zerstochen (trotz Insektenspray), es juckt überall und in die (Kratz-)Wunden setzen sich hochentzückt neue Fliegen und die Hitze hat es nicht leichter gemacht. Mir hatte es dann einfach gereicht und ich wollte nur noch raus aus dem Park. Zurück in Katherine haben wir uns die „School of the Air“ angeschaut. Hier werden Kinder unterrichtet, die weit ab in den enfernten und isolierten Gegenden Australiens leben, wie auf Rinderfarmen, Rangerstationen oder ähnlichem. Zuerst schauten wir bei einer Autorin von Kinderbüchern zu, die Kinder im Vorschulalter unterrichtete. Alles läuft seit 2005 nicht mehr nur über Funk, sondern über Video. Die Kinder können das Studio sehen, aber die Lehrer nicht die Kinder. Anschließend bekamen wir von einer Mitarbeiterin alles erklärt, wie die Schule funktioniert, wie der Unterricht abläuft. Das Kind, welches am weitesten entfernt wohnt, lebt über 1.100km von Katherine. Es werden auch Kinder unterrichtet, die nicht in Australien leben, so zwei in Kasachstan, zwei in Indien, neun in Thailand, eins auf den Cook Islands und sogar zwei Kinder in Belgien. Es gibt auch Kinder, die mit den Eltern durch das Land reisen und an der Schule teilnehmen. Dort geht es dann nicht mehr per Video, sondern Skype und E-Mail. Nach dem Vortrag lief gerade eine Lehrstunde für die 9. Klasse. Es war wirklich hoch interessant und ein Video zeigte, diese Kinder wachsen komplett anders auf wie wir Europäer und genießen trotzdem Schulbildung. Morgen werden wir noch ein paar Sachen einkaufen und dann die Reise in Richtung Westen antreten. Wir haben für den zweiten Teil der Reise um einiges mehr an Zeit – auf die Streckenlänge gesehen und freuen uns nun auf den Westen. Mit dem Internet wird’s dann wohl ein wenig knapp, aber ich denke, wir werden weiterhin berichten, was es Neues gibt.
