Sonntag, 15. Mai 2011

Von Pattaya bis Bangkok

Am zweiten Tag in Pattaya hatten wir uns ein Hotel mit einer guten Wochenrate rausgesucht. Es lag ein wenig abseits vom Trubel, aber wir besorgten uns für die Woche noch ein Moped für sehr wenig Geld. Warum haben wir uns Pattaya ausgesucht? Ich habe im Internet von einem deutschen Zahnarzt gelesen, der sehr gute Bewertungen hat. So habe ich mir einen Termin gemacht und wollte ihm so eine Woche mehr Zeit geben, falls was zu tun ist. Da man ja mittlerweile in Deutschland auch (fast) alles allein zahlen muss, wollten wir das günstige Asien noch nutzen. Eine Untersuchung war kostenlos und es wurde aber zum Glück nichts gefunden. Nur eine professionelle Zahnreinigung war angesagt und die haben wir beide machen lassen. (Wen es interessiert: 900 Baht pro Person =21 EUR). Somit hatten wir 6 Tage zur freien Verfügung und konnten die Tage in Pattaya mit einem Hollywood-Lächeln genießen. Dachten wir. Hier muss man sagen, dass Pattaya zwar den Ruf einer Urlaubsstadt hat, aber nicht nach unserem Geschmack. Es gibt unzählige Bars, Kneipen, Restaurants und sonstige Einrichtungen und dazwischen jede Menge Thai-Frauen, die auf die zahlungskräftigen, meist älteren Männer warten. Laut einem Magazin sind es circa 30.000. Die Schilder, Speisekarten und Tourenangebote sind alle in Russisch, sind doch anscheinend die Russen die meisten Touristen in Pattaya. Der Strand ist, sofern man denn wegen Privatnutzung der teuren Resorts überhaupt rankommt, schmal und überbevölkert von leeren Sonnenstühlen. Diese, meist schon mächtig in die Jahre gekommen Holzdinger stehen zur Miete kilometerlang in Reihe und Glied. So haben wir uns die Zeit mit rumrollern und lesen und faulenzen vertrieben und nach einer Woche bestiegen wir am Dienstag den Bus nach Bangkok. Also nach Pattaya wird es uns wohl nie wieder ziehen. In Bangkok sind wir mit dem Stadtbus zu unserer geplanten Unterkunft gefahren, wo wir ab Freitag gebucht hatten. Wir haben einen Rucksack untergestellt und weiter ging die Fahrt nach Damneon Saduak. Die genaue Schreibweise dieses Ortes ist wohl nicht bekannt, an mehreren Straßenschildern gibt es verschiedene Schreibweisen. Dieser kleine Ort ist durch seinen Floating Market bekannt. Aber nur dem. Sonst gibt es nichts zu sehen und die meisten Touristen fahren nur als Tagestour zum Markt. Wir kamen abends an und fanden auch schnell das einzige Hotel im Ort. Es war in Ordnung, nicht der Knaller, aber akzeptabel. Essen gab es auf der Straße in der Garküche, ein Restaurant sucht man hier vergeblich. Der Hotelmitarbeiter organisierte aber noch eine Bootstour über den schwimmenden Markt am nächsten Tag. Punkt 8:00 Uhr ging es los und kurze Zeit später schipperten wir schon entlang den kleinen Kanälchen vorbei an unzähligen Ständen, wo man direkt vom Boot aus einkauft oder auch aus Booten, die einem entgegen kommen. Es war sehr interessant. Leider war der Schwimmende Markt mittlerweile so weit, dass mehr kitschige Touristensouvenirs angeboten wurden, als lokale Waren und Lebensmittel. Aber so ist es meistens. Nach dieser Tour sind wir weiter in die Stadt Kanchanaburi gefahren. Kennt fast kein Mensch, aber die Brücke dort, die kennt fast jeder. Durch Kanchanburi fließt ein Fluss – der Kwai. Und über den Fluss gibt es eine Brücke aus Holz. Die Brücke am Kwai. Bekannt geworden aus dem gleichnamigen Roman. Wir buchten für den nächsten Tag eine Tagestour. Start waren die Erawan-Wasserfälle, eine Autostunde entfernt. Hier gibt es sieben verschiedene Level, in denen man baden kann. Von den Fotos am Eingang hat uns am Besten Level 5 gefallen. Essen mitzuführen war nicht erlaubt, saßen und sprangen doch in den Baumwipfeln neugierige und sehr freche Affen und die kennen alle Tricks um an das Essen zu kommen. Nach einem Kilometer kamen wir bei Level 5 an (ich kam mir vor wie im Computerspiel: „Nächstes Level erreicht!“) und nun sollte es ans Baden gehen. Hier gibt es noch eine besondere Spezies von Tieren in dem glasklaren Wasser. Diese kleinen Fische setzen sich sofort auf die Haut und fangen an, die tote Haut ab zu knabbern. Erst kostete es ein wenig Überwindung, dann ein wenig Zeit, das Knabbern zu ertragen, aber nach ein paar Minuten wurde es sehr angenehm. So badeten wir eine Stunde und ließen uns die Arme und Beine beknabbern. Nach dem Lunch ging die Fahrt weiter auf einen Seitenarm des Kwai und wir machten eine halbstündige Floßfahrt mit einem Bambusfloß. So konnten wir ein wenig die Natur und die Ruhe genießen. Danach wurden wir auf einen Elefanten verfrachtet und so schaukelten wir durch Gestrüpp und auch durch den Fluss auf dem Rücken dieses Riesen. Permanent hungrig klaute er mit seinem Rüssel alles, was unterwegs in Reichweite war. Nach diesem Spaß stand noch ein Stopp an der Höhle an, wo im zweiten Weltkrieg die Arbeiter der Bahnstrecke versorgt wurden wenn sie krank waren oder einen Unfall hatten. Dort stiegen wir in den Zug um und fuhren ein paar Stationen mit. Dieser Zug fährt dann auch weiter auf die Brücke nach Kanchanaburi. In der Stadt machten wir noch einen letzten Stopp um uns die Brücke an zu schauen und der Tag war rum. Gegessen haben wir abends wieder auf dem Nachtmarkt. Köstlich frisch und super günstig. Am Freitag stand dann die letzte Tour an – nach Bangkok. Die Betreiber des kleinen Gasthauses in der Nähe der berühmten Khao San Road nahmen uns freundlich auf und nun verbrachten wir noch zwei Tage, um unsere letzten Baht los zu werden. Ein paar nützliche Dinge haben wir auf dem Wochenendmarkt (Chatuchak) im Norden Bangkoks gekauft und heute bummelten wir noch durch das quirlige Chinatown. Später werden wir noch einmal das leckere Pad-Thai essen gehen und dann steht uns die letzte Nacht in Asien bevor. Morgen früh geht es dann zum Flughafen und wir werden hoffentlich gesund und munter in Dresden landen.

Montag, 2. Mai 2011

Zurück in Thailand

Die Tage in Mui Ne sind dann doch wie im Flug vergangen. Ein spannendes Buch am Strand lässt auch die Zeit verfliegen. Wir haben dann noch einen ganzen Tag in Saigon verbracht. Wir haben wieder im selben Hotel gewohnt, liegt es doch zentral und die günstigsten Zimmer sind die ruhigsten, da sie nur ein ganz kleines Fenster zum Innenhof haben. Aber mit Klimaanlage ist das kein Problem. Wir haben uns noch etwas auf dem nahe gelegenen Markt umgeschaut und ich habe mir nur noch ein Souvenir T-Shirt gekauft. Da Regen war, haben wir auch die Zeit genutzt, schon mal den Arbeitsmarkt im Internet zu durchforsten, denn wieder schnell eine gute Arbeit zu finden, ist uns sehr wichtig. Heute morgen, am 02.05. sind wir dann schon 6:00 Uhr aufgestanden und nach dem check-out holte Kathleen noch ein letztes Mal die lecker belegten Baguettes zum Frühstück, welches wir im Bus zum Flughafen oder im Flughafen direkt einnehmen wollten. Der Bus ließ auch nicht lang auf sich warten und so starteten wir unsere letzte Fahrt in Vietnam. Am Flughafen ging alles reibungslos und einige Zeit später saßen wir auch schon im Flieger der Air Asia in Richtung Bangkok. In Bangkok standen wir wieder sehr lange bei der Einreise. Wir wollten danach noch unsere letzten Vietnamesischen Dongs in Thai-Baht umtauschen (Wert: 5.-EUR), aber die Dinger nimmt einem hier keiner mehr ab. Es war das erste Mal, dass etwas übrig geblieben ist. Aber Kathleen hat sich schon vorgenommen, den 100.000-er an Ihren Computerbildschirm am nächsten Arbeitsplatz zu kleben. So deckten wir uns mit Baht ein und gingen zum Ausgang und holten uns ein Ticket für den Bus in die Stadt. Kurze Zeit später entdeckte Kathleen, dass man für weniger Geld ins 1,5 Fahrstunden entfernte Pattaya fahren kann, wo wir sowieso hinwollten. So konnten wir eine Zwischennacht in Bangkok sparen. Also buchten wir um und dann hieß es warten. Der Bus fuhr aber pünktlich ab und das Platzangebot war riesig. Für 124 Baht (2,93 EUR) konnte man nicht besser reisen. Wir haben das Hotel aufgesucht, in dem wir für die nächste Nacht gebucht haben, aber es waren noch Zimmer frei. Wie wir die letzten zwei Wochen genießen werden, wissen wir noch nicht so genau, nur der 13.05. steht als Rückfahrt nach Bangkok. Wahrscheinlich werden wir noch an unserem Teint ein wenig arbeiten, ist es doch eigentlich zu heiß für straffe Wanderungen und sonstige Aktivitäten.

Donnerstag, 21. April 2011

Mui Ne und eine traurige Entscheidung

Ein Bus von Sinh-Tourist hat uns pünktlich in Mui Ne am Strand abgeliefert. Wir kennen den Ort noch vom letzten Mal. Die Hauptzeit für massenhaft russische Gäste (Dez-Mrz) ist vorbei und Mui Ne ist bereit für uns. Es sind noch ein paar Resorts auf der 10km langen Strand-Hotel-Resort-Meile dazu gekommen. Die Konkurrenz ist riesig, aber die Preise nicht unbedingt niedrig. Wir haben in dem Resort (2. Reihe) gefragt, in dem wir damals schon waren. Es war mehr als doppelt so teuer. So klapperten wir noch ein paar Resorts und Hotels ab und landeten in einem vietnamesisch geführten Familienhotel direkt am Strand pro Zimmer für 15 USD – 10,70 EUR ohne Frühstück. Unser Zimmer liegt auch zum Meer hin und dank der zweiten Etage können wir weit über den Palmengarten auf das Meer schauen. So haben wir die ersten drei Tage am Strand verbracht und uns bei reichlich 30 Grad wie ein Grillhähnchen in der Sonne gedreht um knusprig braun zu werden. Am letzten Montag haben wir mal wieder einen Roller gemietet und uns in der Umgebung etwas umgeschaut. Weiter östlich gibt es herrliche knallrote und weiße Sanddünen, die einen ein Gefühl von Sahara geben. Einige Kilometer weiter gab es sogar eine Oase mit Palmen und einem See. Nach 35 Kilometern erreichten wir den Weißen See. Ein See mitten in der Sandwüste und am Rand bewachsen mit Seerosen. Im Hintergrund eine perfekt weiße Sanddüne. Ein herrliches Bild nur wenige Kilometer vom Strand entfernt. Auf die Düne sind wir auch noch geklettert und haben von da den See und im Hintergrund das Meer gesehen. Wir waren auch sehr froh, dass wir so früh aufgestanden sind, war doch auf dem Rückweg von der Düne der Sand schon glühend heiß. Dabei war es noch nicht mal 11:00 Uhr. Nach einem kurzen Stopp im Hotel ging es weiter in die andere Richtung nach Phan Thiet. Diese ist die nächstgrößere Stadt in der Nähe. Zu sehen gibt es da nicht sehr viel. Unser Ziel lag auch ein ganzes Stück in Richtung Saigon. Einen Abzweig rein, konnte man mit der Seilbahn auf einen Berg fahren und dort war eine Pagode mit einem 49m langen liegenden und bis zu 11m hohen Buddha zu sehen. Auf dem Rückweg kauften wir für ein paar Cents 2 Kilo Drachenfrüchte (auch Pitahaya genannt). Diese lilafarbenen Dinger (innen weiß mit schwarzen Punkten) schmecken zwar nicht ganz so lecker, wie eine perfekte Mango, aber laut Internet sind sie wohl reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Unterwegs haben wir auch riesige Plantagen der Frucht gesehen. Der Ausflug war wirklich schön, aber nach 170km auf einem Roller zu zweit tat uns am Abend ziemlich der Hintern weh.
Gestern haben wir uns noch zu einer Entscheidung hinreißen lassen. Wir beobachten seit Wochen den Wetterbericht für Kambodscha und es tut sich nichts. Der Regen hängt über diesem Land und will nicht weichen. So hatten wir die Chance, weiter zu machen und die geplanten Besichtigungen im Regen durch zu führen, oder bei 30 Grad und blauem Himmel am Strand zu liegen. Jeder, der uns kennt, weiß, dass wir eigentlich keine „faulen“ Urlaube bevorzugen, aber nach langer Diskussion entschieden wir uns für die Gammelei am Strand. Heute haben wir einen Flug gebucht, der uns am 02.05. von Saigon direkt nach Bangkok befördert und wir dann noch 2 Wochen in Thailand Zeit haben. Uns tut es sehr leid, war doch Kambodscha und speziell Angkor Wat ein großer Punkt auf der Liste. Aber die ersten drei Wochen waren von Regen und schlechtem Wetter begleitet und darauf haben wir absolut keine Lust mehr. So werden wir Ostern und noch ein paar Tage hier in Mui Ne verbringen, baden, sonnen, lesen und schön Essen gehen. Was dann noch in Thailand passiert – wir werden es sehen. Also dann, ein schönes Osterfest, einen fleißigen Osterhasen und alles Gute aus Vietnam senden Euch die Grillhähnchen Stefan & Kathleen.

Unsere Option für ein verregnetes Kambodscha!

Mittwoch, 13. April 2011

Thành phố Hồ Chí Minh (HCMC) und das Mekong-Delta

Seit ein paar Jahren gibt es in Vietnam verschiedene Busunternehmen, die Fahrten von A nach B sowie verschiedene Tages- und Mehrtagesfahrten anbieten. Eine davon ist Phuong Trang. Wir buchten im Office in Dalat ein Ticket nach HCMC für 5 EUR pro Person. Die Busfahrt vom Busbahnhof, der sich 3km außerhalb der Stadt befindet, sollte 7 Stunden dauern. Ein Transfer vom Hotel in der Stadt bis zum Busbahnhof war noch im Preis enthalten! Die Busse der Firma sind sehr neu, Nichtraucherbusse und es gibt noch eine Flasche Mineralwasser und ein Erfrischungstuch bei Start. Unterwegs hat auch alles geklappt und so kamen wir sicher in Saigon an. Die Fahrt hat dann aber 8 Stunden gedauert, da der Verkehr wirklich dicht war und wir direkt in die Rush-Hour geraten sind.
Übrigens, die Stadt wurde 1976 nach der Wiedervereinigung Nord- und Südvietnams von Saigon in Ho Chi Minh City umbenannt. Der erste Bezirk von Ho Chi Minh City heißt auch heute noch Saigon. Aber auf Grund der Vorgeschichte nennen zum Teil auch die Vietnamesen das über 2000km² große Gebiet mit 7,1 Mio. Einwohnern Saigon.
Wir buchten ein Zimmer für zwei Nächte im kleinen, aber relativ ruhigen Hong Kong Hotel in einer Gegend, wo es von Hotels, Restaurants und Bars nur so wimmelt. Es ist der Anlaufpunkt Nr. 1 für alle Backpacker, die in Saigon starten oder landen. Ähnlich der legendären „Kaoh San Road“ in Bangkok. Hier befinden sich auch die Büros der Busunternehmen. Für den nächsten Tag entschieden wir uns für eine Stadtrundfahrt mit „The Sinh Tourist“. Die sollte den ganzen Tag gehen und 5 EUR pro Person kosten. Billiger kann man sich wohl kaum einen Überblick über die Stadt verschaffen. So starteten wir mit einigen wenigen anderen „Touris“ und besuchten wirklich schöne chinesische Tempel, den chinesischen Markt in Chinatown, einen alten Regierungspalast als Saigon noch Hauptstadt war, das Kriegsmuseum über den Vietnamkrieg, die Notre Dame Kathedrale und das Hauptpostamt. Für den nächsten Tag planten wir eine Reise ins Mekong-Delta mit der gleichen Firma. 3 Tage und 2 Nächte inkl. Hotel und diversen Aktivitäten sollte die Tour dauern und 25 EUR pro Person kosten. Das Wetter war sehr gut, mehr als 30 Grad, blauer Himmel und sengende Sonne standen uns bevor. Im Mekong-Delta angekommen, bestiegen wir in Cai Be ein Boot und schauten uns den, leider schon fast ausgestorbenen, schwimmenden Markt an. Da wir erst 8:30 Uhr losgefahren sind und der Markt 9:00 Uhr so gut wie zu Ende ist, braucht man sich nicht wundern, wenn es 11:00 Uhr kaum noch was zu sehen gibt. Nachher schauten wir uns verschiedene Sachen an, die im Mekong-Delta noch per Hand hergestellt werden. Kokosnussbonbons, Reispapier für Frühlingsrollen, Poppreis und süße Poppreisriegel. Dort standen auch viele Flaschen mit Schlangenschnaps. In dem starken Schnaps liegt eine Schlange, aber auch ein Skorpion und andere Sachen. Ich habe einen Schnaps aus einem großen Glas probiert, in dem Schlangen, Skorpione und sogar ein ganzer Vogel lagen. Dann ging es in ein schönes Gartenrestaurant, wo ein Mittagessen auf uns wartete. Es gab natürlich Fisch, aber sehr lecker zubereitet. Nach dem Essen fuhren wir mit einem Boot durch die Kanäle zurück in die Stadt Vinh Long, wo sich unsere Truppe in die „Tagestouris“ und die 3Tage/2Nächte Touris trennte. Wir waren dann nur noch neun Reisende und es war eine sehr angenehme Gruppe. Der Bus brachte uns fast direkt an die kambodschanische Grenze nach Chau Doc. Dort übernachteten wir und am nächsten Morgen ganz früh stand eine Fahrt im Ruderboot in ein Fischerdorf und ein Cham-Dorf an. Im Fischerdorf leben die Menschen in schwimmenden Häusern auf dem Fluss. Mit Kindern, Fernseher sowie Hund und Katz. Unter dem Haus befinden sich die Käfige mit der Fischzucht. Im Cham Dorf konnten wir uns auch ein wenig umschauen und einige Sachen kaufen, die die Cham selbst herstellen. Cham sind eine eigene Minderheit in Vietnam. Der größte Unterschied ist wohl, dass die Cham Muslime sind, die Vietnamesen aber Atheisten, Buddhisten und Katholiken. Nach dieser Bootstour besuchten wir noch zwei Tempel. Der eine hoffnungslos überfüllt und der andere kitschig bunt und für meinen Geschmack furchtbar hässlich. Aber es ist hier halt so. Im Anschluss fuhren wir weiter zu einer Krokodilzucht, wo 15.000 Krokodile aufgezogen wurden. Die meisten werden im Alter zwischen 3 und 6 Jahren weltweit verkauft. Andere findet man als Gürtel oder Portmonee auf dem Markt wieder. Die zweite Übernachtung fand in Can Tho statt, nachdem wir am Nachmittag die Stadt selbst unter die Lupe nehmen konnten. Am nächsten Morgen ging es sehr früh per Boot zum Schwimmenden Markt von Can Tho. Da wir so früh da waren, war schon Einiges los. Die Verkäuferboote binden Obst, welches sie verkaufen, an eine am Boot angebrachte Stange. So kann man schon von Weitem erkennen, was sie anbieten.
Anschließend fuhren wir weiter durch kleine Kanäle zu einer Obstfarm und konnten uns mit einigen einheimischen Früchten vertraut machen. So habe ich auch mal Durian probiert. Die Frucht wird auch Stinkfrucht genannt und hat einen penetranten Geruch, der nicht so leicht wegzubekommen ist. Wir konnten der Durian aber nichts abgewinnen. Aber die Vietnamesen lieben diese Frucht. Wir halten uns momentan eher an die Mangos aus dem Delta. Sind sie doch momentan ausgereift und werden in Massen und bis zu 20 Sorten auf jedem Markt zu einem guten Preis angeboten. Die letzten Tage im Delta haben wir jeden Tag Mangos gegessen, die einfach PERFEKT waren. Ausgeprägtes Aroma, angenehmes Verhältnis aus Süße und Säure und eine sehr gute Konsistenz des Fruchtfleisches. Ein Traum in Gelb-orange. Dazu kleine süße und dunkelrote Melonen für 0,20 EUR das Kilogramm. Manchmal haben wir das Abendessen ausfallen lassen und nur Obst geschaufelt. Nach dem Obstgarten, noch eine Stunde weiter mit dem Boot, stoppten wir zum Mittagessen und anschließend verabschiedeten wir uns in Vinh Long von unserer kleinen Gruppe, denn wir wollten noch ein paar Tage im Mekong-Delta dran hängen. So buchten wir uns in Sa Dec in ein kleines Hotel und erkundeten eine Stadt im Mekong-Delta, an der der Massentourismus aus Saigon bisher absolut spurlos vorbeigegangen ist. Es gibt nur drei kleine Hotels und man wird wieder von vielen schräg angeschaut als „Langnase“ – wie uns die Vietnamesen nennen. Die Kinder rufen ihr permanentes HALLO hinterher und wenn man in ein Café geht, um einen starken vietnamesischen Kaffee zu trinken, bekommt man ihn auch so traditionell (und zum halben Preis wie in Saigon), wie wir es vom ersten Aufenthalt Dezember 2005 gewohnt sind. Dazu auf einem schattigen Plätzchen ein Glas grünen Tee und Blick auf den Mekong. Was will man mehr. Abends haben wir uns mal wieder Gedanken über unsere Weiterreise gemacht und viele Wetterdaten studiert. Eigentlich hatten wir vor, weiter nach Phnom Penh/Kambodscha zu reisen und nach einer Stadterkundung ein paar Tage am schönen Strand von Sihanoukville eine Pause einzulegen. Allerdings soll da die nächste Woche einiges an Regen fallen und an der Küste noch mehr. So werden wir noch eine Woche länger in Vietnam bleiben und morgen früh den Bus nach Mui Ne nehmen. In dem Bade- und Strandparadies soll die nächsten 9 Tage herrliches Wetter sein.
Gerade kommen wir vom Abendessen um die Ecke und nun müssen noch ein paar Sachen umgepackt werden, da wir einen Rucksack hier stehen lassen wollen. Dann gibt’s noch 2 riesige Mangos als Dessert um die geplante Strandwoche richtig einzuläuten. Ich werde wohl viel lesen, neue Fotos ins Internet stellen, Kathleen will ihr Tagebuch aktualisieren und wir wollen uns beide braun brutzeln lassen und wieder etwas Kraft für Kambodscha tanken.

Dienstag, 5. April 2011

Die Bergstadt Đà Lạt

Am 1. April machten wir uns wieder nach Phan Rang auf, wo wir zwei bis drei Tage verbringen wollten. Am ersten Tag bummelten wir ein wenig durch die Stadt. Viel zu sehen gibt es in Phan Rang nicht, aber Geschäfte hat es ohne Ende. Nur blöd, wenn man nichts kaufen will. Für den nächsten Tag wollten wir uns wieder mal einen Roller mieten. Leider war das Wetter so schlecht, dass wir das gratis Internet im Hotel intensiv nutzten, um weitere Streckenabschnitte zu planen und irgendwelche anderen Dinge nach zu lesen. Ein Film hat auch noch etwas über den Regen hinweg getröstet. Am Sonntag sollte der Bus nach Dalat weiter gehen. Schon bei der Ankunft erkundigten wir uns nach den Abfahrtszeiten. 6:00 Uhr morgens fährt der letzte Bus. Ja, der Letzte, nicht der Erste! Da nur einer Englisch sprach, mussten wir ihm wohl oder übel glauben. Also standen wir 10 Minuten vor 6:00 Uhr am Busbahnhof und der selbe Mann sagte uns, dass heute kein Bus 6:00 Uhr und auch später mehr fährt. Mit einer leichten Röte im Gesicht habe ich ihn freundlich erinnert, dass er selbst gesagt hat, es würde 6:00 Uhr ein Bus fahren. Ein kurzes Telefonat und zwei Minuten später kam der Bus und rauschte mit uns an Bord davon. Unsere Fragezeichen im Gesicht waren wohl riesig, aber wir waren erst mal zufrieden. Unterwegs wurde alles Mögliche und Unmögliche eingesammelt und so fuhren wir mit bergweise Gemüsesäcken, Kokosnussstauden, Kisten, Käfigen voller Hühner - lebendig, Käfigen voller Tauben - lebendig, Einkaufstüten mit Hühnern – lebendig (die wurden auf das Dach geschnallt) und einer Ziege – auch (noch) lebendig, in Richtung Dalat. Unterwegs eine Stunde Frühstückspause mit Einladen der Hühner und der Ziege und sonstigen lustigen Aktivitäten zog sich die 100km lange Fahrt auf 5 Stunden hin. In Dalat angekommen (Busbahnhof 3km außerhalb der Stadt) und nach langer Diskussion mit den Taxifahrern – „Nein, es gibt keinen Bus in die Stadt!“ gingen wir an die Bushaltestelle gegenüber und alle Busse fuhren bis ins Stadtzentrum. Ein Hotel war auch schnell gefunden und so schlenderten wir durch die interessante Bergstadt. Am nächsten Tag buchten wir noch mal ein Moped, es sollte ein herrlicher Tag werden. So war es dann auch und wir brausten 120km durch die bergige Landschaft mit riesigen Tee- und Kaffeeplantagen ohne Luftfilterreinigung am Moped. Es werden auch viele andere Sachen angebaut, erstrecken sich doch auf nördlicher Seite über Kilometer Gewächshäuser. Mit der Architektur, das stimmt. Es gibt viele Häuser aus alten Zeiten der französischen Regierung. Dalat ist somit entfernt vom sonstigen vietnamesischen Architektur-Einheitsbrei. Ich fühle mich hier richtig wohl. Heute besuchten wir noch eine Mönchsschule im Süden der Stadt und wollten eigentlich mit der Seilbahn zurück in die Stadt, aber ein Stromausfall, der schon seit den frühen Morgenstunden dauert, ließ die Bahn nutzlos im Wind baumeln. Egal. Morgen geht’s dann weiter nach Ho Chi Minh City – besser bekannt als Saigon. Was dann noch kommt, ihr werdet es erfahren. Wo? Hier!

Mittwoch, 30. März 2011

Vietnam – Klappe die Erste!

Irgendwie bin ich wohl nicht zum Blogschreiben gekommen. Asche auf mein Haupt. Ich gebe zu, ich war ein bisschen faul, hatte mir eigentlich ein wenig mehr in den vier Wochen in Sachsen vorgenommen. Die Hochzeit meines Bruders im eiskalten Finnland mit bis zu -24 Grad war ein separates Ereignis. Schön, aber es gehört hier nicht her. Ein familiärer Trauerfall hat dann auch noch ein paar Tage der schon knapp bemessenen Zeit in Anspruch genommen und irgendwie hat es dann mit dem Schreiben nicht so sein wollen. Besucht man nach 18 Monaten erst mal alle Familienmitglieder und man hat halt viel zu erzählen. Aber nun sitzen wir bereits wieder meilenweit von Deutschland entfernt momentan am Strand, oder besser gesagt was davon noch übrig ist und jetzt habe ich doch mal Zeit ein wenig zu schreiben. Die ersten drei Wochen in Vietnam sind nun schon rum und wir haben doch eine Menge erlebt und wegen dem bisher arg schlechten Wetters nicht erlebt. Der Beginn in Hanoi war lustig, bereits am ersten Abend landeten wir, vom Hunger geplagt, in einem absoluten vietnamesischen Restaurant. In einem Haus, wo man sich im Hinterhof eine schmale Wendeltreppe nach oben schob. Es gab heißen Topf, eine Brühe auf einer Gasflamme, in dem man alles selber kochen konnte. Mit viel Gemüse, Nudeln und Fleisch, Huhn samt Fuß und Kopf. Die beiden Teile haben wir doch großzügig beiseite gelegt. Aber Hanoi war doch recht lustig, eine Rikschafahrt durch die Altstadt und ein Besuch des Wasserpuppentheaters hielten uns beschäftigt und wir buchten eine 3-Tagestour in die Halong-Bucht. Eine lange Fahrt im Bus und rauf aufs Boot tuckerten wir durch die wolkenverhangene Bucht, die aber sehr mystisch wirkte. Abends wurden wir auf der Insel Cat Ba ausgeladen und durften ins Hotel einziehen. Am nächsten Tag stand Wandern im Nationalpark auf dem Programm und noch ein wenig Freizeit in Cat Ba. Irgendwann kurz vorm Dunkelwerden waren wir wieder auf dem Boot und genossen einen schönen Abend mit herrlichem Dinner an Bord der Dschunke. Die Nacht war dann nicht so schön, schliefen wir mit vibrierendem Bett über dem Generator und die Abgase stiegen in unsere Kajüte und nach Brechreizen und konfusem Herzen (kein Witz!!!) und massiver Beschwerde beim Kapitän wurde das Ding 2:00 Uhr ausgemacht. Morgens mussten wir gleich zurück, da ein Unwetter aufziehen sollte. Zurück in Hanoi buchten wir Zugtickets nach Sapa ins nördliche Bergland. Die Nachtfahrt im Schlafwagen war schon ein Abenteuer für sich, aber in Sapa hatten wir mal wieder Pech. Nebel mit Sichtweite von 50m ließen selbst das Erahnen der berühmten Reisterrassen nicht zu. Wir gönnten uns aus Frust ein super leckeres BBQ-Buffet mit Unmengen leckerem Fleisch für 6,60 EUR pro Person. Weiter ging‘s nach Bac Ha zum Sonntagsmarkt, wo man viele Einheimische der Minderheiten sehen konnte. Das Wetter war ein wenig besser und ein Spaziergang machte doch ein wenig mehr Spaß als in Sapa. Wir verbrachten dann noch eine Nacht in Hanoi und planten die Weiterfahrt in Richtung Süden. Der Regen hatte sich arg festgesetzt und so ging es schnell nach Dong Hoi, wo wir eine herrliche Tour in den Phong Nha Nationalpark unternahmen. Das Wetter besserte sich, wir buchten ein Taxi für den ganzen Tag und mit einem anderen deutschen Pärchen (zur Kostenminimierung) schauten wir uns die wunderschöne Tien Son Höhle und die Phong Nha Höhle an. Der Höhepunkt des Tages war eindeutig die wunderschöne Paradieshöhle, 20km von den anderen Höhlen entfernt. Die nächste große Stadt war Hue, in der wir uns ein Moped mieteten und die Gegend der alten Kaiserstadt erkundeten. Endlich mal ein sonniger Tag fuhren wir bis auf eine vorgelagerte Insel an den Strand. Dorthin verirren sich anscheinend keine Touristen mehr, so wie wir angeschaut wurden. Das Moped wollte mit einem Male nicht mehr aber uns wurde schnell geholfen. Der Mechaniker arbeitete 45 Minuten und nach Zahlung von 1,00 EUR durften wir weiter fahren. Der Luftfilter war verdreckt und die Leistung auf 0 geschrumpft. Der Zug brachte uns weiter nach Da Nang und der Bus nach Hoi An und dort war für die Mitreisenden Endstation. In Hoi An mieteten wir uns nochmal ein Moped, um die kurz vor Da Nang gelegenen Marmorberge zu besichtigen. Das Wetter war stabil und so war das ein toller Ausflug. Kurz vor der Rückfahrt streikte mein Moped. Der Luftfilter war verdreckt und der Mechaniker bastelte eine knappe halbe Stunde und wir zahlten – nein, keinen Euro. Wir waren in einer Touristenstadt! Wir handelten von 6,70 EUR auf 5,- EUR und durften weiter fahren. Die Miete war übrigens bei beiden Mopeds 4,30 EUR am Tag! Aber so erlebt man es weltweit wenn man in Touristengegenden, oder eben nicht, unterwegs ist. In Hoi An, einer Stadt mit einem entzückenden Altstadtkern, ließen wir uns noch Hemden für die Arbeit auf dem Leib schneidern. Wenn man sich für 11 EUR Stoff und Schnitt heraussuchen kann und die Dinger perfekt passen, muss man nicht lange überlegen. Hoi An verließen wir in Richtung Nha Trang (10 Stunden Bahn fahren – 273.000 Dong – 9,10 EUR) und fanden noch abends ein perfektes Hotel. Familiär, perfekt sauber, ruhig gelegen, gratis W-LAN und mit 6 EUR /Doppelzimmer sehr günstig. Am ersten Tag bummelten wir durch Nha Trang und für den zweiten ließen wir es uns in den heißen Quellen am Stadtrand mit Baden, 45-Minuten Massage und Dampfbad gut gehen. Das Wetter trieb uns heute südlicher und eigentlich wollten wir in Phan Rang bleiben, aber wir sahen einen Bus nach Ca Na und sind spontan eingestiegen. Hier in Ca Na waren wir vor knapp 5 Jahren schon einmal. Die Bungalows sind aber total heruntergekommen und der Strand ist einfach weg. Große Steine und wohl ein erhöhter Wasserspiegel machen den Ort reizlos. Wir checkten nebenan in ein sauberes Motel ein – hier haben wir damals einen Kaffee getrunken – und spazierten heute ein wenig durch den trostlosen südlichen Teil des Ortes. Verlassene Hotelanlagen, riesige Restaurants in denen kein Mensch sitzt und die Kellner rum lümmeln und warten sowie eine neue Baustelle eines neuen Resorts lassen einen den Kopf schütteln. Morgen gehen wir mal in den Hauptteil des Dorfes und ansonsten heißt es mal: Seele baumeln lassen und die Wetterfront aussitzen, bevor es nach Dalat ins Bergland geht. Dalat ist laut Reiseführer die exotischste Stadt in Vietnam im französischem Design außerhalb des normalen vietnamesischen Städte-Einheitslook. Mal schauen, wie es da so geworden ist.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Las Vegas


Oh Mann, was für eine Stadt! Die zwei vollen Tage nutzten wir, um ausgiebig durch die Stadt zu bummeln und diese Glitzerwelt zu bestaunen. Jedes Hotel hat in seiner Lobby ein Casino. In unserem Hotel verfügt die Lobby über circa 7.880m² Casinofläche! Die Aufmachung der Hotels sind immer mit einem Thema. Besonders beeindruckend fanden wir Beide den Ceasars Palace. Ein schön angelegter Garten und große Gebäude, die aber an die Bauweise im alten Rom erinnern. Am zweiten Abend in der Stadt gönnten wir uns nochmal was Schönes. Las Vegas ist unter den Touristen auch bekannt für seine sehr preiswerten aber großen Buffets. Wir fanden ein Verkaufsbüro (Tix4tonight), welches unter anderem 50%Voucher für das Buffet im Rio Hotel anbot. So zahlt man 2.-$ für den Voucher und bekommt dafür an der Kasse im Hotel 50% Rabatt auf den Buffetpreis. Somit zahlten wir vor Ort umgerechnet noch 9,90 EUR inkl. Steuern pro Person. Das Buffet war wirklich super. Mit über 300 verschiedenen Sachen kann man sich über eine einseitige Länge von geschätzten 40m Buffet futtern. Es war sensationell. Sogar Getränke waren inklusive. Das extra Dessertbuffet ließ auch keine Wünsche offen. Uns hat es so gut geschmeckt, dass wir am letzten Tag noch mal mit so einem Voucher zum Mittagessen waren. Da kam es dann nur noch 9.-$ (6,60EUR) pro Person. Ebenfalls am zweiten Abend besuchten wir nach dem leckeren Buffet eine der vielen Shows, die man in Las Vegas sehen kann. David Copperfield lag dann doch ein wenig über Budget und so haben wir uns eine Tanzshow in unserem Hotel angesehen. Am letzten ganzen Tag wollte ich noch ein paar Fotos bei Tag und bei Nacht machen und so fuhren wir nach dem Mittag mit dem Auto auf die andere Seite des Strips, parkten unser Auto und liefen die 6km zu unserem Hotel zurück. Unter anderem schauten wir uns noch ein besonderes Geschäft an. Die M&M-World. Ein 4-stöckiger Laden nur mit Werbeartikeln von M&M. Alles was man sich vorstellen kann mit den bunten Murmeln. Das Beste war eine Wand mit langen senkrechten Röhren und jede voll bis oben hin mit bunten M&Ms. Gleich daneben das gleiche von Coca-Cola. Nach einer kurzen Pause im Hotel zogen wir uns warm an, denn in den Nachrichten lief überall, dass ein eisiger Wind über die Mitte der USA fegt und in Richtung Nordosten zieht. 110 Millionen Menschen waren betroffen und Chicago erwartete sehr starke Schneefälle mit über einem halben Meter Neuschnee und eisige Temperaturen. Dieser Wind hat den Staat Nevada, in dem sich Las Vegas befindet, auch östlich berührt und man spürte ihn auch in Las Vegas im Westen des Staates. Abends waren es dann nur noch 3°C und der eisige Wind machte es noch schlimmer. Wir sind ja seit Monaten nur heiße Temperaturen gewöhnt, so ist dass erst mal eine Umstellung. Egal, für Fotos muss man manchmal was ertragen. So ging es dann im Dunkeln die „Meile“ wieder zurück und am Ende konnte ich den Fotoapparat kaum noch halten. Am Mittwochmorgen fuhren wir vorm check-out noch mal schnell auf den Turm um noch ein paar Bilder am Tag zu machen. Die Aussicht war wieder umwerfend. In der Ferne konnte man auch die schneebedeckten Gipfel sehen. Nach dem vorher beschriebenen Mittagessen war es dann an der Zeit, Las Vegas im Rückspiegel zu lassen. Der nächste geplante Stopp war die Stadt Victorville. Dort haben wir nur ein Hotelzimmer gebucht, wollte ich nicht an einem Tag nach Los Angeles zurück fahren. Da es hier gratis Internet gibt, nutze ich nun gleich noch die Chance, ein paar Zeilen in mein Tagebuch zu kritzeln. Später fahren wir dann in die Nähe des Flughafens nach Inglewood ins Motel 6. Morgen früh 3:00 Uhr ist die Nacht vorbei und wir machen uns ein letztes Mal auf den Weg zum Flughafen. Einen letzten Blogeintrag gibt’s dann noch mal von Deutschland aus. Noch 2 Tage bis zum Heimflug!

Montag, 31. Januar 2011

Hilo bis Las Vegas

Dienstag war der Tag, an dem es hoch hinaus gehen sollte. Der Mauna Kea stand auf dem Programm. Gibt es doch eine Straße, die bis auf den 4.205m hohen Gipfel führt. So machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. 100km Fahrt von unserer Unterkunft in Pahoa zur Mitte der Insel. Über Hilo ging es auf die Saddle Road. Ehemals nur für die Armee angelegt, ist es eine schnellere Verbindung zwischen Ost- und Westteil der Insel. Aber es geht hoch hinaus. Schon unterwegs auf dieser Straße bekommt man die Höhenluft zu spüren. Irgendwann biegt dann die Straße nach rechts ab und ab da geht es mit streckenweise 12% bergauf in Richtung Gipfel. Wir hatten wettermäßig großes Glück. Schon von der Kreuzung konnte man den Berg bis zum Gipfel sehen. Wir machten uns auf den Weg nach oben. Ab dem Besucherzentrum ist die Straße nur noch eine Schotterpiste, abgesehen von den letzten 3 Meilen vor dem Gipfel. 4 Meilen vor dem Gipfel hauchte unser Auto aus, es wollte nicht mehr. Entweder es bekam selbst zu wenig Luft oder die Straße war zu steil. Da war nur ein Parken in einer Bucht möglich und wir wollten ein Stück laufen. Auf Grund der Höhe bekamen wir aber so schnell Atemprobleme, dass wir nach 200m schon kaum noch Luft bekamen. Eine australische Familie nahm uns mit ihrem Jeep bis zum Gipfel mit. Oben war die Luft zwar recht dünn, aber dafür glasklar. Man sieht es sehr gut an den entstandenen Fotos vom Gipfel. Es war kalt, aber erträglich und der Blick war einfach grandios. Man konnte sogar von Weitem den Mauna Loa sehen. Auf dem Gipfel des Mauna Kea stehen sehr viele Hightech-Teleskope aus vielen Ländern der Welt und es arbeiten circa 50 Mann permanent da oben. Es handelt sich um eine sehr moderne Sternwarte oder Astronomiestation. Da auf Grund besonderer Luftströme der Gipfel über den Wolken liegt, hat man diese besondere Klarheit der Luft, die sich positiv auf die Sichtverhältnisse niederlegen, wie ich auch bei unseren Fotos bemerkte. Die Straßenlaternen auf Big Island haben auch extra einen gelben dumpfen Leuchtton, um die Astronomen möglichst wenig zu stören. Die Ur-Hawaiianer finden das Ganze nicht so schön, ist doch der Berg für sie von großer spiritueller Bedeutung. Wir sind nach einem ausgiebigen „Aussicht genießen“ wieder bergab zu unserem Auto marschiert. Das ging wenigstens nicht so auf die Lunge. Aber so hat man unterwegs auch die Möglichkeit, sich umzuschauen und zu genießen. Mittlerweile ist aber eine dicke Wolkenschicht aufgezogen und die Saddle Road lag in dichtem Nebel mit Sichtweiten von teilweise 20m. Die ganz harten Autofahrer, zeigten, dass sie das auch ohne Licht fahren können. Ganz super. Abends ging es uns dann nicht ganz so gut. Besonders mir hatte die Höhe nicht bekommen und starke Kopfschmerzen verursacht. Aber der Blick war es wert. Mittwoch auch noch leicht außer Gefecht gesetzt, haben wir noch ein wenig ausgeruht, die Sachen wieder gepackt, den halben Tag die weiche Hauskatze verwöhnt und ehrlich gesagt, den drei Wochen Hawaii nachgetrauert. Es war wirklich eine wunderschöne Zeit und einer der besten und abwechslungsreichsten Stopps auf unserer Reise. Doch am Donnerstag morgens 4:00 Uhr klingelte uns der Wecker zurück in die Realität und wieder mal stand der Weg zum Flughafen bevor. Auch dieses Mal hatte wieder alles hervorragend funktioniert und kurz nach 15:00 Uhr Ortszeit begannen wir mit dem Anflug auf das Moloch Los Angeles. Von oben (und nicht nur das) eine riesige Stadt mit Verkehr ohne Ende. Als wir dann in unserem Mietwagen saßen und Richtung Norden die Stadt verlassen, fuhren wir mitten auf so einer Straße, die wir von oben noch gesehen haben. Eine 8-spurige Autobahn – in jede Richtung!!! Diese riesigen Autobahnen reichen aber anscheinend noch nicht ganz, denn wir haben auch gut im Feierabendstau gestanden. Hier kam uns aber mal wieder eine geniale Erfindung in Amerika zu Gute. Die Carpool-Lane (Lane=Spur). Bei einem Carpool handelt es sich um ein Fahrzeug, in dem mindestens 2 Passagiere sitzen (manchmal auch mind. 3 Passagiere, je nach Ausschilderung). Da wir ja zu zweit waren konnten wir auf dieser freien linken Spur an dem ganzen Stau vorbei ziehen. Sehr angenehm. Eine Strafgebühr für eine falsche Benutzung (allein im Fahrzeug) beläuft sich übrigens momentan auf mindestens 341,- US$. So sollte man sich das überlegen. In Camarillo, unserem geplante Ziel angekommen, war nur noch Zeit im Hotel einzuchecken und zu schlafen. Das Hotel haben wir nicht ganz ohne Grund ausgesucht. Befindet sich doch in Camarillo (und zwar auch direkt nebenan) die Camarillo Premium Outlet Mall. Hier haben fast alle bekannten Modedesigner einen Laden und bieten die Waren in einem sogenannten „Factory Outlet“ günstiger an. Im Moment ist noch Winterschlussverkauf und so kann man auf Rabattjagd gehen. Das haben wir auch den ganzen Tag gemacht. Die Mall ist riesig und mit über 100 Geschäften dauert es schon eine Weile, bis man das gesehen hat, was man möchte. Da wir vor unserer Reise unseren Kleiderschrank über Jahre hinweg (zu Gunsten des Reisekapitals) arg „abgetragen“ haben, nutzen wir momentan hier die Chance, den wieder aufzufüllen. Sind doch die Preise hier um einiges günstiger wie in Europa. Somit bleiben uns dann wieder ein paar Jahre „Shopping in Europa“ erspart. Von Camarillo führte der Weg in Richtung Las Vegas im Bundestaat Nevada aber erstmal nach Barstow. Dort übernachteten wir bei Motel 6, einer Kette für die ich über 8 Jahre gearbeitet habe. Von Barstow fährt man endlos scheinende Meilen durch die Mojave-Wüste, die sehr trocken und baumlos aussieht. Links und rechts sind kahle Berge, zum Teil mit Schnee auf den Kuppen, zu sehen. Unterwegs sieht man oft diese runden Büsche, die der Wind wie in den alten Western durch die „Prärie“ kullert. Nur rollen die Dinger hier auch über den Highway. Unterbrochen wird der Highway nur durch gelegentliche Servicestationen/-städte für die Autofahrer mit uns bekannten und unbekannten Fressbuden und unzähligen Tankstellen. Heute, am Sonntag, sind wir als letzte Station noch im Premium Outlet Center in Las Vegas gewesen, aber nun reicht es. Die Anfahrt auf die Glitzerstadt in der Wüste ist auch so, dass man als sächsischer Bürger einer kleinen Provinzstadt (ehemalige Kreisstadt) Kamenz einfach kaum den Mund zu bekommt und den Kopf schütteln muss. Die riesigen Hotels, bekannt aus den unzähligen Filmen, die hier gedreht wurden, sieht man schon aus fast 30km Entfernung. Wir haben schon lange im voraus ein Zimmer im großen Stratosphere-Hotel am südlichen Ende des „Strips“ – der Hauptmeile – gebucht. Über 2.400 Mitarbeiter sind hier für die (spielsüchtige) Kundschaft da. Die Zimmer sind unschlagbar günstig, wollen doch die Hotels, dass man das Geld in die Casinos schafft. Nachdem wir unser Auto geparkt hatten, durchquerten wir die Lobby des Hotels und gleichzeitig Spielcasino mit mehreren hundert Spielautomaten, die bunt flimmerten und laut klimperten. Wie im Film. Unser Zimmer in der siebten Etage (leider mit Blick auf eine Betonwand) ist dafür aber schön geräumig, sehr leise und mit einem riesigen Flachbildfernseher, der vermutlich die ganze Zeit aus bleiben wird. Ich will ja die Stadt anschauen. Fernsehen kann ich zu Hause wieder. Da wir in diesem Hotel Gast sind, können wir auch die Vorzüge des Hotels nutzen und der Größte für mich ist der, dass man jederzeit kostenlos auf den Turm kann. Von da hat man einen tollen Überblick über die riesige Stadt. Las Vegas wollte ich eigentlich nur wegen der besonderen Atmosphäre (als alter Serienfan von „CSI-den Tätern auf der Spur“, die hier spielt) und der grellen Nachtbeleuchtung sehen. Als Hobby-Nachtfotograf und Hotellier freue ich mich schon sehr daraus, die Hotels tagsüber anzuschauen (wie das Venezian muss ja von innen ein Traum sein) und nachts von außen zu fotografieren. Ich glaube, zocken sollte ich wohl nicht, denn gestern beim chinesischen Abendessen stand in meinem Glückskeks: Invest, but never speculate! – Investiere, aber spekuliere nie! Das war wohl genau der richtige Keks für diesen Teil der Reise. Noch 6 Tage bis zum Heimflug.

Dienstag, 25. Januar 2011

Heiße Tage

Der Flug von der Insel Kaua‘i über O’ahu nach Hawai’i (Big Island) war ein Traum. Wir hatten vorher bereits im Buch gelesen, dass man sich möglichst auf die linke Seite platzieren soll und beim Buchen des Fluges bei Hawaiian Air konnte man bereits online seinen Platz aussuchen. So folgten wir dem Rat und es hat sich gelohnt. Wir hatten einen fast blauen Himmel und besonders der An- und Abflug auf O’ahu mit dem Flughafen Honolulu war schön, da gelandet und gestartet, beide Male in die gleiche Richtung, mit dem schönen Blick links. So konnten wir noch mal Honolulu sehen, sowie Waikiki und den Strand, den Diamond Head Krater und den Koko Head Krater auf dem wir zwei Wochen vorher rumgekraxelt sind. In Hilo auf Big Island kam sogar unser Rucksack an, hatten wir doch in Honolulu gerade 15 Minuten zum umsteigen. Also das nenne ich schnell und zuverlässig. Wie Bus fahren. Bis in unser drittes Domizil in der Nähe der kleinen Stadt Pahoa sind es von Hilo 35 Kilometer und wir wurden auch schon erwartet. Es hatte sich etwas verspätet, da die Autoausgabe und das Einkaufen im Supermarkt länger dauerte, als ich geplant hatte. Aber egal. Die Dame (man kann auch ruhig schon OMA sagen) begrüßte uns sehr herzlich und zeigte uns unser Quartier. Bei ihr am Haus hat es einen separaten Eingang in ein Zimmer mit einer Kochzeile und einem Bad. Das besondere hier ist allerdings, dass wir keine Fenster, sondern nur Fliegengitter haben. Im Bad gibt es eine Badewanne und man kann sich ein rötliches Licht wie auf dem Vulkan anmachen. Heute werde ich das wohl mal genießen zum Kraft schöpfen für morgen. Das Grundstück ist ein Waldstück gehauen und einen Meter hinter unserem Bad beginnt dichtester Regenwald. Außerdem ist hier der „Caribbean Tree Frog“ – der karibische Baumfrosch heimisch. Relativ klein gibt es sie hier zu Millionen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie ab Sonnenuntergang ein lautes Pfeifen von sich geben, welches man dann die ganze Nacht hört. Da unsere Tage aber immer so vollgestopft sind, sind wir abends so müde, dass wir meist nach zwei Minuten tief uns fest schlafen. Uns haben die Jungs noch nicht gestört. Aber nochmal zum Vulkan. Am ersten Tag besuchten wir den Hawai’i Vulcanoes National Park. Hier befindet sich der zur Zeit aktivste Vulkan der Erde, der Kīlauea. Seit Januar 1983 ist hier Action, aber nicht im Hauptkrater (Kilauea Caldera genannt), mit dem Halemaʻumaʻu Krater (liegt im Hauptkrater), sondern an einer anderen Stelle, mit dem schwierigen Namen: Puʻu ʻŌʻō. Dort fließt (auch momentan) Lava heraus und das wollten wir uns genauer anschauen. (Für Interessierte – es hat Webcams unter: http://volcanoes.usgs.gov/hvo/cams/) Man kann um den Kīlauea Caldera zur Hälfte herumfahren, aber nur im Halemaʻumaʻu Krater kann man Aktivität beobachten, Hier tritt seit einigen Monaten eine riesige Wolke Schwefelgase aus und somit haben die Ranger den Teil der Runde gesperrt, über den die Wolke zieht. Wir sind dann noch eine Straße runter zum Fuß des Vulkans gefahren, wo es seit 2002 immer wieder zum Lavafluss gekommen ist. Die Straße ist dann ab einer Stelle für PKW gesperrt und man muss zu Fuß weiter. Mit einem Mal liegt dann Lava einen Meter (und mehr) dick über der Straße. Heiße, fließende Lava gibt es derzeit dort aber nicht zu sehen. Dafür auf der anderen Seite des – ich nenne es mal so zum Verstehen – Hanges. Dort kommt die Straße von der anderen Seite, ist dann ebenfalls gesperrt und man läuft eine halbe Meile. Wir waren einen Tag zu spät. Konnte man am Tag zuvor die Lava drei Meter vor sich über die Straße fließen sehen. Bei uns war kaum was zu sehen. Hier und da mal ein kleiner Aufbruch und daraus strömende Lava, aber meist weit weg. Aber es ist ein schöner Effekt, besonders, wenn es Nacht und somit dunkel ist. So haben wir uns am nächsten Tag für eine Tour eingetragen, die bis an die Stelle geht, wo die Lava ins Meer fließt. Unterwegs sieht man deswegen nicht so viel, weil die Lava unter der festen Lavaschicht in Tunnel (genannt Lava-tubes) zum Meer fließt. Trifft die circa 1100 Grad heiße Lava jetzt auf das Ozeanwasser, kühlt sie sich ab, legt sich und bildet im Laufe der Zeit neues Land. Es war schon merkwürdig, auf Land spazieren zu gehen, dass gerade mal ein halbes Jahr alt war, da letztes Jahr im Juli ein riesiger Ausbruch stattfand. Vorher war da noch Ozean. Der Ort Kalapana wurde übrigens 1990 zerstört und die Lava hat 183 Häuser in Schutt und Asche gelegt. Am nächsten Tag sind wir ein wenig in Hilo gewesen, haben noch mal eine Macadamia-Nuss-Farm besucht. Doch das Highlight des Tages war eindeutig die abendliche Tour. Wir haben uns 16:30 Uhr bei einem Haus, welches mitten in das Lavafeld von 1990 gebaut wurde, eingefunden, uns mit Taschenlampen, Handschuhen (die Lava ist scharf wie Glassplitter, wenn man hinfallen sollte und sich abstützt) und mit viel guter Laune und Abenteuerlust ausgestattet und 17:00 Uhr starteten wir in Richtung Lava – aktiver und heißer Lava. Mit einem dicken Holzstock. Nach gut 30 Minuten über Lava laufen, erreichten wir den aktuellen Strom. Beim Drüberlaufen soll man nicht lang stehen bleiben, fangen sonst die Schuhsohlen an zu schmelzen. Aber unser Guide Ken hat immer vorher geschaut, wann wir wo stehen können. Nach einer Weile rumspielen (mit dem Stock in die Lava pieken) gingen wir zum eigentlichen Höhepunkt, dem Eintritt ins Meer. Es war unglaublich interessant, besonders als die Sonne weg war und die grell glühende Lava ins Meer floss. Der Eintritt ist erst eine Woche alt und somit noch ein Baby. Ist er sehr groß, kann man nicht mehr so nah ran und spritzende Lava ist sehr gefährlich. Das Wasser dampfte natürlich sofort und die Wolke sieht man noch weit. Wir schauten eine Weile fasziniert zu und kurz bevor wir gehen wollten, brach die Lava richtig durch und ein großer Schwall ergoss sich in das Meer. Atemberaubend. So schauten wir noch und Ken verdiente sich von allen ein großzügiges Trinkgeld, haben wir die normale Tourzeit um eine Stunde überzogen. Aber es kam immer wieder zu großen Aufbrüchen und wir konnten nicht weggehen. (Ein kurzes Video habe ich mal mit eingestellt. Kurz, wegen der großen Datenmenge pro Sekunde. Es zeigt erst einen Aufbruch und hervor quellende Lava und dann den Fluss ins Meer mit der Dampfwolke.) Am Sonntag war auch nichts mit ausschlafen, wollten wir doch in zwei Tagen um die Insel düsen, mit einer Zwischenübernachtung. Erster Stopp war am Punalu’u Strand. Dieser Strand ist der bestzugängliche schwarze Strand der Insel. Da die Lava ja wie beschrieben Land kreiert und pechschwarz ist, sind nun auch einige Strände schwarz. Sieht ein wenig ulkig aus, wenn man das klare blaue Wasser sieht, schöne Palmen in grün-gelb und pechschwarzer Sand! An diesem Strand gibt es noch eine Besonderheit. Sieht man hier oft das Nationaltier Hawai’is – die Green Sea Turtle – eine Meeresschildkröte (hawaiianisch: Honu). Zwei lagen am Strand und schliefen in der Sonne und einige weiter tobten im Wasser. Weiter die Straße kommt man an den South Point. Offensichtlich der Südpunkt der Insel und nicht nur das – hier befindet sich der südlichste Punkt der USA. Auf den Keys in Florida gibt es sowas zwar auch, aber da zählt nur das Festland der USA. Es war sehr windig, und man kann deutlich sehen, dass der Wind immer nur aus einer Richtung kommt. Es gibt Bäume, die liegen fast waagerecht, sind sie doch während des Wachstums ständig dem starken Wind ausgesetzt. Das es hier einen Windpark gibt, wundert dann nicht mehr. Einen Lunchstopp wollten wir an einer Bucht an der Westküste machen – der Honomalino-Bay. Dazu fährt man vom Highway runter zum Miloli’i Strand und läuft dann circa 20 Minuten. Im Buch haben wir leider lesen müssen, dass an vielen Stränden, Wasserfällen etc. wo nicht viel los ist, die Autos aufgebrochen werden – eine große Plage in Hawai’i. Als wir durch eine Wohngegend kurz vor dem Miloli’i Strand fuhren, die ein wenig Ähnlichkeit mit der Schneewittchensiedlung in meiner Heimatstadt hat, haben wir auf den Spaziergang verzichtet und haben unsere Brote in Sichtnähe des Autos gegessen. Übernachtet haben wir ganz in der Nähe der Kealakekua Bucht südlich von Kailua-Kona. Die Bucht kennt wohl keiner, aber sie ist doch in einem völlig anderen Zusammenhang weltberühmt. Hier, in dieser Bucht, wurde am 14. Februar 1779 morgens um 8:00 Uhr der große Navigator und Entdecker James Cook ermordet. Wir übernachteten in einem kleinen Hostel und heute morgen waren wir schon wieder die Ersten in der Küche zum Frühstücken. Es war gerade 9:30 Uhr, da standen wir am Strand in der Kiholo Bucht und gruben unsere Füße in schwarzen Lavastrand und ließen sie vom Meerwasser umspülen. Die Bucht war kaum besucht und so beobachteten wir wieder viele Honu, sowie eine Gruppe Buckelwale, die tolle Sprünge weit vor der Küste, aber mehr als deutlich erkennbar, vollführten und –zigmal mit ihren riesigen Flossen auf die Wasseroberfläche klatschten. Den dabei entstandenen Knall hat man bis an den Strand gehört. Ein wunderschönes Gefühl, sowas life sehen zu dürfen. Eine Wal-Beobachtungstour wollten wir zwar auch noch machen, aber es war alles ausgebucht. Aber dann machen wir das bei unserem nächsten Aufenthalt… irgendwann. Die Straße folgte meist der Küste und auf der rechten Seite blinzelte immer wieder der Mauna Kea durch, der größte Vulkan der Erde mit 4.205m. Was ich auch nicht wusste, würde man vom Fuß des Berges messen, wäre der Mauna Kea mit 10.205m der höchste Berg der Welt. Diesen, und die Straße – genannt Saddle Road, also Sattelstraße – zwischen den Vulkanen (Mauna Kea und Mauna Loa) gelegen, werden wir morgen gesondert unter die Lupe nehmen. Einen schönen Ausblick an der Nordküste wollten wir auch nicht verpassen, den Blick ins private Waipi’o Tal. Direkt gelegen zwischen zwei Bergen. Die Zufahrt hinunter geht nur mit einem Allradfahrzeug, ist doch eine 25%ige Steigung zu bewältigen, was immerhin einem Winkel von 45 Grad entspricht. Weiter auf dem nördlichen Stück der Straße kann man noch zwei Stücken der alten, meist einspurigen Strecke fahren. Da kommt man durch dichten und hohen Wald und aufgrund der engen Straße ist es sehr gespenstisch und recht schattig. Autos begegnen einem kaum, rast doch alles über den schnelleren Highway. Der letzte wichtige Stopp war dann noch ein Wasserfall – der Akaka Wasserfall kurz vor Hilo. Auf dem Parkplatz stand ein Schild, dass Parken im Gelände kostenpflichtig sei und so wollten wir wieder besonders schlau sein und parkten draußen. Wir mussten das gleiche bezahlen – bei uns hieß es dann mit einem Mal „Eintrittsgebühr“. Egal. Es war sehr schön, führte der Weg doch durch dichte tropische Vegetation mit Bambus, Farnen und Pflanzen, die man bei uns mühsam züchtet, wachsen hier in riesigen Hecken und Büschen ohne menschliches Zutun. In Hilo haben wir den Tag mit einem kleinen Eis beendet und freuen uns schon auf morgen und den schneebedeckten Mauna Kea – den weißen Berg. Noch 12 Tage bis zum Heimflug!

Donnerstag, 20. Januar 2011

Kaua’i – Teil 2

Am Montag sind wir bereits 5:00 Uhr aufgestanden. Nein, nicht, weil wir Schlafprobleme haben, sondern wir hatten um 7:30 einen Termin in Līhuʻe. Der Tag war wunderschön, blauer Himmel und dadurch aber noch etwas kühl. Das machte für unseren Termin aber nichts, nur die Bewölkung war wichtig. Wir haben uns für diesen Tag einen Helikopterrundflug gebucht. 8:00 Uhr sollten wir starten und 7:30 Uhr einchecken. Wir waren auch sehr pünktlich am Flughafen und nach den Formalitäten brachte uns ein Shuttle zum Helikopter. Nach einer kurzen Einweisung saßen wir auch schon drin und der 45-minütige Flug begann. Die Sicht war sehr gut, kein Morgennebel oder sowas. Wir flogen über Täler, durch Canyons, Wasserfälle rauf und runter und alles zusammen eine Runde um die Insel. Es war wie im Märchen. Die Nā Pali Küste ist ja nicht zugänglich und so war es ein Traum, über diese Region zu fliegen. Man stelle sich aus den Fantasy-Filmen die unglaublichste Natur vor und so sieht dieser Teil Kaua’is aus. Wir sind auch an einem Wasserfall gewesen, der so nicht zugänglich ist und auch eine große Rolle im Film Jurassic Park gespielt hat. Nach dem Flug hatten wir wohl beide ein dümmliches Grinsen im Gesicht, aber das ging des anderen auch nicht anders. Es war wirklich ein gigantisches Erlebnis. Nach dem Flug wollten wir uns dann noch an der Südküste umschauen, waren wir doch schon des halben Weg gefahren und so machten wir uns auf zum Highlight der Insel, dem Waimea-Canyon. Die fast 20 Meilen lange Straße führt immer am Rand des Canyons vorbei und so hat man von Zeit zu Zeit wunderschöne Ausblicke in das riesige, bis zu 900m tiefe Tal. Finale war am Pu’u o Kila Lookout, wo man noch einen spektakulären Blick ins Tal an die Küste hat. Unterwegs gab es noch einen riesigen Picknickplatz, wo wir unsere Mittagspause verbrachten. Auf dem Rückweg hielten wir an einem Laden, der rotgefärbte T-Shirts verkauft. Die Straßen Kaua‘is sind abgesehen von den Highways nur Pisten und den roten Dreck sieht man überall. Die T-Shirts sind dann in dem Dreck gefärbt, zudem gab es noch graue (gefärbt mit Lava) und gelbe (gefärbt mit Kaffee). Schon eine lustige Idee. Wir waren in einem ähnlichen Shop in Waikiki und da dufteten die Kaffee-T-Shirts auch nach richtigem Kaffee. Am Dienstag waren wir vom Wetter etwas gehandicapt und so kamen wir zu nicht viel mehr, als den Mittwoch und die nächste und letzte Insel vorzubereiten. Am Mittwoch, also heute, stand noch einmal Buschwandern auf dem Programm stand. Ein 7,8 Meilen (12,5km) langer Weg mit dem Ziel: Hanakapi’ai Falls im Nordwesten der Insel. So starteten wir 8:00 Uhr morgens und fuhren zum Nordende der Straße an den Kēʻē Beach. Dort parkten wir unser Auto und es ging hinauf und hinab die Steilküste entlang bis zum Hanakapi’ai Beach. Dort wurde eindringlich gewarnt, sich vom Wasser fern zu halten. Ein kurzer Blick reichte zu wissen, warum. Die Wellen waren so kraftvoll, dass man schon draußen gewünscht hat, nicht in diesem Hexenkessel zu sein. Eine Strichliste markierte die bereits ertrunkenen Besucher. Wir zählten 82 Striche. Es hat wohl auch besonders viele Unterwasserströmungen, die sehr gefährlich sind und einen unter die Wasseroberfläche ziehen können. Bis dahin läuft man übrigens auf dem einzigen Weg, die Nā Pali Küste zu erkunden, dem Kalalau Trail, der nur mit Genehmigung und mit einer Übernachtung am Ende des Weges zu meistern ist. Ab dem Strand bogen wir im 90 Grad Winkel ab ins Tal und immer den matschigen Weg am Fluss entlang und erreichten irgendwann den knapp 100m hohen Wasserfall. Nach insgesamt 6 Stunden erreichten wir, ziemlich kaputt, den Parkplatz und schon war der Tag mehr oder weniger rum, denn es muss noch gepackt werden. Mal wieder. Geht doch morgen unser Flieger auf die dritte Insel, nach Hawai’i oder in englisch: Big Island. Dort werden wir in Pahoa wohnen. Wir freuen uns schon besonders auf diese Insel, gibt es doch aktive Vulkane (Kilauea gleich bei uns ist der aktivste Vulkan der Welt und Manua Loa ist der größte Vulkan der Erde) mit fließender Lava zu sehen (der Park hat auch nachts auf) und am Strand in Lavalöchern Pools, vom Meer gefüllt und vom Vulkan beheizt. Wir freuen uns drauf. Noch 17 Tage bis zum Heimflug!

Montag, 17. Januar 2011

Kaua‘i – Halbzeit

Die Hälfte der Tage auf Kaua’i und auch die gesamte Zeit auf Hawai’i sind heute um und so werde ich mal wieder ein paar Zeilen schreiben. Der Flug nach Līhuʻe hatte ein wenig Verspätung. Das machte aber nichts weiter, war doch sowieso schlechtes Wetter. Am Flughafen nahmen wir unseren nächsten Mietwagen entgegen, einen neuen Ford Focus SE (gefällt mir gar nicht – werde auf der nächsten Insel wieder nach einem Dodge Caliber fragen) und trödelten auf dem Weg nach Princeville im Norden ein wenig. Wir stoppten in Kapa’a zum Einkaufen und ließen uns dafür viel Zeit, konnten wir doch erst ab 16:00 Uhr einchecken. Einkaufen war mal wieder herrlich. Da in Amerika alles etwas größer ist, ist es manchmal nicht so leicht, ein wenig für eine Woche zu kaufen. Kleine Portionen sind manchmal sogar teurer als Große. Und damit meine ich wirklich teurer, nicht den „pro Gewicht“ Preis. Die Milch kauft man auch groß - in Gallonen-Kanistern (3,78l). In den USA haben viele Supermärkte Mitgliedskarten, mit denen man einen Spezialpreis (unterschiedlich bei den Produkten – kann mal 0,10$ bis 50% des Preises betragen!) bekommt. Auf dem Festland haben wir immer die Erfahrung gemacht, dass man ein Anwohner sein muss, um die Karte zu bekommen. Hier aber nicht. So kann man bei einem Einkauf von 13,95$ wie wir es hatten, bereits über 10.00$ dabei gespart haben. Also definitiv lohnenswert. Das Zimmer in Princeville liegt wunderschön in einer Art Wohnsiedlung. Wenn man Princeville erreicht, passiert man ein paar kleine Wohngebiete, jedes hat seinen eigenen Namen, und dazwischen liegen riesige Parkanlagen mit Kokospalmen, Golfplätze usw. Alles tip top gepflegt, einen riesigen Springbrunnen am Kreisverkehr und jede kleine Siedlung hat einen schönen Marmorstein zur Identifizierung. Wir wohnen im „Sandpiper Village“. Der Sandpiper ist ein Vogel. Eine Familie hat von ihrem Appartement ein Zimmer mit separatem Eingang abgeknapst und wir haben auch ein eigenes Bad und einen Balkon, den wir aber auf Grund der vielen Moskitos am Abend leider nicht benutzen können und wollen. Außer man schmiert sich dick mit Anti-Mückenpampe ein. Am ersten Tag sah man deutlich die dicke Wolkenschicht über der Südseite der Insel. Der Norden war wolkenlos. In der Mitte der Insel gibt es ein Gebirge mit dem Kawaikini Berg als Höchstem der Insel mit 1.598m. Hier liegt auch einer der nassesten Plätze der Erde, im Gebiet des Mt. Wai’ale’ale – 1.569m hoch, mit einem jährlichen Regenfall von 400-600 Inch. Ja, hier rechnet man anders als bei uns, aber ich habe es für meine Leser umgerechnet. 400in =1016cm=10,16m bis 600in=1524cm=15,24m. Also bis 15m Regen gab es nicht mal in Milford! Deswegen wundert es einen auch nicht, dass der Berg fast nie sichtbar ist. Wir machten uns also auf den Weg nach Nordwesten, wo die Straße nach knapp 18km, von Princeville entfernt gesehen, endet. Es ist (noch) nicht möglich, einmal komplett um die Insel zu fahren. Es gibt keine Straße entlang der Nā Pali Küste im Nordwesten der Insel. Dieser Küstenabschnitt ist wohl spektakulär schön, sind doch viele Filme in dieser Gegend gedreht worden wie King Kong, Jurassic Park, Lilo& Stitch spielt hier und auch der Pilotfilm der Serie Gilligans Insel ist eine Kaua’i-Produktion. Den ersten Stopp machten wir noch fast vor der Haustür. Ein Lookout ins Hanalei Valley ist es aber auch wert. So kann man weit ins Landesinnere schauen und unten im Tal fließt der Hanalei Fluss und man kann über weite Tarofelder schauen. Ein Stück weiter passiert man eine Brücke und steht dann bereits unten im Tal. Dort sahen wir ein Pärchen Hawaiianischer Gänse, auch Nēnē genannt. Diese sind das Wappentier, seltenste Gansart der Welt, endemisch – sie gibt es also nur in Hawai‘i, und leider vom Aussterben bedroht. Die Straße schlängelt sich weiter in Richtung Küste und offenbart hier und da schöne Blicke auf die Strände. Wir stoppten an der Hanalei Bay, wo der gleichnamige Fluss ins Meer fließt. Da er aus den Bergen viel Schlamm mitbringt, ist er bis zur Mündung braun und macht auch das Wasser in der Bucht etwas unansehnlich. Wir wollten erst mal bis zum Schluss durchfahren und verbrachten eine Zeit am Ke’e Beach, genossen die Sonne und das herrliche Meer. Um die Ecke rum, in Richtung der Nā Pali Küste, sah man schon das Meer toben. Die Wellen sind nicht zu verachten, im Moment bis 25ft hoch (circa 7,60m). Ebenfalls in der Nähe des Strandes liegen noch ein paar Höhlen, die man anschauen kann. Eine Höhle mit Wasser gefüllt, und eine trockene Höhle. Weit rein kann man allerdings nicht. Nach einem Stopp am Lumaha’i Strand wollten wir aber noch einen Punkt in Princeville besuchen. Das „Queens bath“ – das Bad der Königin. Die Küste Princevilles besteht aus Lavagestein, nicht selten an einer Vulkaninsel. Dort haben sich zufällig Pools in genau der richtigen Höhe gebildet und werden von den Wellen immer mit frischem Meerwasser versorgt. Sollten die Wellen zu hoch werden, ist ein Bad nicht mehr ratsam, haben doch Wellen bekanntlich eine massive Energie. 29 Menschen sind leider bereits ertrunken, aber bis jetzt wurde es nicht verboten, aber es gibt viele Warnschilder. Auch als Kathleen gerade den Pool verlassen hatte, klatschte eine ziemlich große Welle hinein. War zwar nicht sehr gefährlich, aber nicht von ohne. Wie man auf den Bildern sehen kann, ist das Wasser mehr als klar und die Temperatur ist sehr angenehm. Wir hatten knapp 30 Grad Lufttemperatur und da kam das Bad gerade recht. Am Samstag machten wir nur einen kleinen Ausflug, aus gesundheitlichen Gründen. Kathleen geht es nicht so gut, ein wenig heiß und Schmerzen in Kopf und Rücken. So schafften wir es bis zum Leuchtturm, der nicht weit weg ist und schauten uns dort ein wenig die Küste an. Wir kamen genau im richtigen Moment, waren doch Wale (Buckelwale) vor der Küste zu sehen – am Springen. Es war unglaublich, wie die riesigen Kolosse aus dem Wasser schießen und mit einer riesigen Fontäne wieder auf das Wasser klatschen. Es war recht weit weg, aber trotzdem gut zu erkennen. Ein kleines Video ist gelungen, nur für ein Foto hat es nicht gereicht. Aber vielleicht haben wir auf der nächsten Insel noch mal Glück. Da soll es auch viele Spots zum Beobachten geben und wir sind mitten in der Saison. Am Sonntag sind wir sehr früh aufgestanden. Zwar hundemüde, da wir mehrmals nachts auf „Mozzi-Jagd“ waren. Wir wollten die Ost-oder Südküste erkunden, ja nachdem, wie es lief. Nach dem Frühstück entschieden wir uns für eine Gegend in der Mitte, erreichbar über die Ostküste. Wir schauten uns zwei Wasserfälle an und machten einen Spaziergang von 4 Meilen (knapp 6,5km) durch eine Hügellandschaft mit wunderschönen Blicken ins grüne Tal und auf die grünen Berge. Der Weg war recht matschig und eine aufziehende Front ließ uns zwar den Weg zu Ende machen, aber nach einem Stopp im Supermarkt (wir brauchten noch Brot für morgen) goss es, was der Himmel hergab. So mussten wir wohl oder übel den Tag mit Ausflügen beenden und freuen uns nun auf morgen, wo Teil 2 des Abenteuers „Hawai’i“ weiter geht. Noch 20 Tage bis zum Heimflug!

Donnerstag, 13. Januar 2011

Oahu – Teil 2

Aloha! Am Dienstag war morgens wieder blauer Himmel. Der Wetterbericht hatte gestimmt. Schon früh um 6:30 Uhr tobten wir durch unser kleines Appartement (hier Condominium, oder kurz Condo genannt) und machten uns nach dem Hellwerden auf den Weg zum Lookout hoch über Honolulu. Dieser Round Top Drive liegt hoch über der Stadt und führt an einem Berghang entlang und bietet von Zeit zu Zeit einen fantastischen Ausblick auf die Stadt. Es gibt auch Villen hier, wo die Bewohner diesen Ausblick von ihrer Terrasse genießen können. Das sind dann aber auch 7-stellige Beträge, die man für so ein Haus hinlegen muss. Anschließend machten wir noch einen Stopp „eine Etage tiefer“ am Punchbowl Memorial Park, wo man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt genießen kann. Dann ging es aber an die Westküste und wir fuhren zuerst ins Ko Olina Resort. Eine riesige Hotel- und Eigentumswohnungsanlage mit Golfplätzen und alles, was die reichen Touristen so brauchen. Es gibt da 4 Lagunen oder Buchten, die künstlich angelegt wurden, um beim Baden nicht den hohen Wellen ausgesetzt zu sein. Steinwälle verhindern, dass die Wellen sich erst in der Bucht brechen. Ich habe mich dort auch mal in die Fluten gestürzt, kann man auch als Tagesgast den Strand mit nutzen. Laut Gesetz sind alle Strände in Hawaii „public beaches“ – dass bedeutet, jeder darf überall ungehindert hin. Wenn man sich bedenkt, dass sich das Leben hier am Strand abspielt, ist das nur richtig so. Sonst würde an jedem Strand eine Millionenvilla an der anderen stehen und der Otto-Normalverbraucher käme zu kurz. Wir bummelten noch ein wenig durch die riesige Anlage und erkundeten dann noch ein wenig die Küste in Richtung Norden. Weiter oben wartete ein herrlicher Strand mit hohen Wellen und so schauten wir eine Weile den Surfern zu. Dann war es aber schon wieder Zeit umzukehren denn ich wollte gern bei Sonnenuntergang noch mal an dem Lookout vom Morgen sein, um ein paar Nachtaufnahmen zu machen. So quälten wir uns durch die Rushhour wieder in Richtung Puu Ualakaa State Park. Abends wurde es dort oben schon ganz schön kühl. Aber diese Aussicht bei Nacht ist absolut faszinierend. Kann man von da aus doch circa 42 Kilometer Küstenlinie überblicken. Heute, am Mittwoch war dann Regen angesagt und am Morgen lag eine dicke schwarze Wolkenschicht über der Stadt und so nutzten wir die Zeit, um noch einige Dinge im Internet zu erledigen. Gepackt werden muss ja auch noch, fliegen wir doch morgen weiter auf die Insel Kaua’i, die Garteninsel. Wir haben uns schon ein Buch über die Insel besorgt und werden hoffentlich wieder viel wandern gehen und die Natur genießen. Hoffentlich bleibt dort auch mal eine Weile Zeit, am Strand in der Sonne zu liegen. Wohnen werden wir in Princeville an der Nordküste der Insel. Das Appartement wird wohl ähnlich so groß sein, wie dieses hier, sind doch auf Bildern die Küchengeräte (Kaffeemaschine, Kühlschrank etc.) auf dem Balkon stationiert (Balkon in hawaiianisch: Lanai). Noch 24 Tage bis zum Heimflug!

Blick vom Round Top Drive bei Nacht

Dienstag, 11. Januar 2011

Oahu – die ersten Tage

Der Nachtflug der Air Pacific nach Honolulu hatte uns mit leichter Verspätung kurz nach 7:00 Uhr morgens auf den Flughafen gespuckt und nach einer schnellen Einreise suchten wir unsere Autovermietung. Wie schon in anderen US-Flughäfen erlebt, fahren Shuttlebusse der vielen Anbieter regelmäßig am Ankunftsterminal vorbei und man sucht sich seine (vorgebuchte) Firma. Die Mietwagenübernahme ging flott, die Dame war nur sauer, dass sie uns keinerlei Extras verkaufen konnte. (Ein GPS vielleicht? – Brauche ich nicht, habe ich selbst! Wie wär‘s mit der Pannenhilfe? – sie sagte, wenn man z.B. seinen Schlüssel im liegen Wagen lässt für NUR 6.-$ am Tag – und solches Zeug. Nein Danke – bin kein Anfänger!) So fuhren wir mit unserem kleinen und orange leuchtenden Dodge Caliber erst mal in Richtung Waikiki, wo unser vorausgebuchtes Appartement liegen soll. Check-in war erst ab 15:00 Uhr – super nach einem Nachtflug – und so hatten wir ausreichend Zeit mit dicken Augenringen Waikiki zu erkunden. 14:00 Uhr konnten wir aber schon in das Mini-Appartement und haben erst mal kurz ausgeruht. Das ganze Appartment hat vielleicht 20m², aber es ist alles drin, was man braucht. Inklusive kleiner Kochecke, einem Bad mit Dusche und bestens ausgestattet. Sogar zwei Boogie-Boards für den Strand stehen im Wandschrank und gratis Highspeed Internt ist für uns ein Luxus nach der langen Zeit. Nachmittags noch ein paar Lebensmittel besorgt und schnell das neugekaufte Buch über die Insel Oahu (oder auch hawaiianisch: O’ahu) studiert, was wir denn am nächsten Tag anstellen werden und dann schliefen wir wie die Murmeltiere. Morgens war ich ganz schnell auf, denn die Vorfreude war riesig. Wir hatten uns die Ostküste, aber nicht nördlicher als Kane’ohe vorgenommen. Der erste Stopp des Tages brachte uns in den Krater des Diamond Head. Von da aus ging es zu Fuß auf einen Aussichtspunkt. Von unten sah es recht steil aus, aber wir haben den Weg in 18 Minuten geschafft. Von da aus hatte man einen wunderschönen Blick vorn auf Waikiki und Honolulu im Hintergrund. Zur Nordseite schaute man auf die hohe, aber völlig grüne Ko’olau Bergkette. Als dann immer mehr Leute kamen (es war ja Wochenende und bestes Wetter) machten wir uns auf den Abstieg und folgten der Küste bis nach Portlock. Dort kann man sich die „spuckenden Höhlen“ anschauen. Dieses Phänomen entsteht, wenn eine Welle schnell in eine nicht sehr tiefe Höhle fließt und von der Wand zurück geschleudert wird. Dann sieht es so aus, als würde die Höhle spucken. Uns war das Ereignis nicht vergönnt, war doch zu wenig Wellengang. Dafür sah die Küste sehr schön aus, durch die Schichten erinnerte es sehr an aufgestapelte Pfannkuchen. Nach diesem Ort wollten wir eigentlich um die Südostspitze fahren, doch vom Highway aus entdeckten wir einen anderen Vulkankrater, den Koko Head. Schon von Weitem sah man eine Schneise, die auf den Gipfel führt und nach einer kleinen Irrfahrt hatten wir den Parkplatz am Grund des Berges gefunden und so machten wir uns auf den Aufstieg. Es ging reichlich 1000 Stufen entlang eines alten Schienenstrangs, die Arbeiter und Material für eine ehemalige Funkstation o.ä. nach oben brachte. Die Schwellen waren im Abstand 50-60cm und tiefe Löcher und die Steigung am Ende war gefühlte 80 Grad. Wir waren ziemlich kaputt als wir oben ankamen, aber die Aussicht entschädigte für jede einzelne Stufe. Ein Traumpanorama eröffnete sich und wir verharrten erstmal eine Viertelstunde und genossen die Szenerie (siehe Bilder im Webalbum). Der Aussichtspunkt war einer der Schönsten, den wir auf der ganzen Reise bisher gesehen haben. Unter anderen überblickte man die Stadt Hawai’i Kai und konnte noch bis Honolulu schauen. Außerdem sah man von oben die Hanauma Bay. Das Schnorchelparadies auf Oahu. Hier sind durch Fütterung über lange Jahre viele Fische zu sehen, die nicht mehr menschenscheu sind. Unter anderem der Nationalfisch. Dieser ist nicht essbar (da zu klein), bunt und sehr bekannt wegen seines langen Namens. Er heißt Humuhumunukunukukuapua’a. Zu deutsch: Fisch mit der Nase eines Schweins. Die ganze Insel ist übrigens geprägt von polynesischen Namen – vor allem in Straßen- und Städtenamen. So wohnen wir momentan in der Kuhio Avenue Ecke Liliuokalani Street und unser Auto parkt meist am Ala Wai Boulevard. Somit hat man einige Schwierigkeiten, sich schnell ein paar Namen zu merken. Nach dem steilen Abstieg, wo unsere Knie doch ein wenig zitterten, fuhren wir weiter entlang der Küste und stoppten hier und da für eine schöne Aussicht. Der Nachmittag war schnell ran und wir kamen zu spät, um uns den Ho’omaluhia Botanischen Garten in Kane’ohe an zu schauen. So machten wir nur noch einen Stopp am Pali Lookout auf dem Highway zurück nach Waikiki. Dieser liegt auf der alten Straße und bietet einen herrlichen Ausblick zurück auf die Küste, die Stadt Kailua und die Kailua Bay. Super zufrieden mit dem Tag sind wir abends ins Bett gefallen. Sollte am nächsten Tag die Nordküste auf dem Programm stehen. Kurz nach dem es hell wurde, waren wir schon wieder unterwegs nach Kane’ohe.
Auf dem Weg liegt das Tal der Tempel. Dies ist ein Friedhof und auf dem Gelände finden sich einige wenige Tempel. Der Schönste und Größte unter ihnen ist am Ende des Parks der Byodo-In Tempel. Dieser hier ist ein Nachbau des gleichnamigen Tempels in Uji in Japan, gebaut im Jahr 998 und die Phoenix-Hall sieht man ebenfalls auf der 10-Yen-Münze. Der Tempel hat morgens Gegenlicht, also ideal für eine Fotografie und im Hintergrund ragen die steilen Berge auf. Nördlich der Stadt besuchten Kane’ohe besuchten wir eine Macadamia-Nussfarm die für ihre großzügig gefüllten Probierschälchen bekannt ist. Hier konnte man so massenhaft geröstete Macadamianüsse mit verschiedenen Geschmacksrichtungen probieren, selbst Nüsse knacken sowie Kaffee von der Nachbarinsel Big Island (Kona-Kaffee) mit Macadamiaaroma trinken. Wir kauften auch eine Tüte mit Zimtaroma – unser beider klarer Favorit. Außerdem gab es noch natürliche Körperlotionen mit den paradiesischen Düften der Tropen, die wir ausprobierten und hinterher dufteten wie eine Schüssel Obstsalat. An der Küste in Richtung Norden, immer entlang auf dem Kamehameha Highway, reiht sich ein Strand an den anderen und jeden Stopp zu erklären und zu beschreiben, würde hier den Rahmen (und auch das Interesse) sprengen. Ein Stopp war noch von Interesse, hatte man einen schönen Blick ins Tal, kurz nach Ka’a’awa. (In unserem Reisebuch steht, dass die Aussprache des Ortes dem Geräusch des Hochwürgens eines Fellballs bei einer Katze entspricht!) Hier in diesem Tal wurden Teile des Films „Jurassic Park“ gedreht. Die Landschaft ist aber auch wirklich spektakulär. Weiter oben, direkt an der Nordküste ist das Mekka der Surfer. Der Winter ist deren Saison und die Wellen sind wahre Brecher. Leider kann ich nicht surfen und werde in den drei Wochen mir auch die Zeit nicht nehmen. Baden werden wir mal auf einer anderen Insel, ist doch das Wasser mit 25 Grad doch warm. Die Lufttemperaturen schwanken zwischen 20-26 Grad und für Unternehmungen ist das optimal. Nach Umrundung der Nordspitze fuhren wir durch die Mitte der Insel zurück nach Honolulu und machten nur noch einen Stopp an der Dole-Plantage. Hier kann man alles über die Ananas lernen und sich im Garten umschauen, die riesigen Ananasfelder sieht man schon lange vorher auf dem Anfahrtsweg. Sehr niedlich ist der riesige Souvenirshop – gibt es doch alles (mit Ananas drauf), was das Herz begehrt. Typisch amerikanisch eben. Ebenfalls ein kleines Café, welches uns mit einem Eis (Geschmack des Tages: Ananas!) schwimmend in Ananassaft lockte. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir noch den Punchbowl Lookout. Ebenfalls ein Vulkankrater nördlich von Honolulu mit einem Friedhof und Gedenkplatz. Wir kamen 5 Minuten vor Torschluss und entschieden uns, noch mal an einem anderen Tag wieder zu kommen. Abends fuhren wir nur noch ein Stück südlich Waikikis und ich machte ein paar Nachtaufnahmen vom Strand und der hell beleuchteten Skyline. Heute war der Himmel grau in grau und so entschlossen wir uns, den Tag ein wenig ruhiger anzugehen und bummelten nur zu Fuß durch die Straßen der Stadt. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht und als es nachmittags zu regnen anfing, machten wir uns auf den Heimweg und bummelten so noch etwas die Zeit ab. Morgen, am Dienstag, soll wieder blauer Himmel sein und so ist dann noch die Westküste der Insel zu untersuchen. Was wir da noch zu berichten haben, werdet Ihr lesen… HIER! Noch 26 Tage bis zum Heimflug!

Samstag, 8. Januar 2011

Upolu

Am Dienstag haben wir früh als Erstes unseren Mietwagen abgeholt und sind an dem Tag eine Runde über die Insel gefahren. Die Dörfer unterscheiden sich in keinster Weise von einem Dorf auf Savai’i und abgesehen von ein paar Wasserfällen hat die Insel auch nichts Spektakuläres zu bieten. Zumindest nicht an einem wolkenverhangenen Tag. Es regnete zwar nicht – am Morgen, aber wie jeder weiß ist eine Besichtigung mit einem Himmel grau in grau nicht ein ganz so schönes Vergnügen als wenn das Wetter stimmt. Aber so haben wir uns einen Eindruck verschafft. Eine Mittagspause legten wir in einem schönen gepflegten Garten ein, in dem es eine tiefe Grube mit klarem Wasser zum Schwimmen gibt. Mit blauem Himmel und Sonnenschein schimmert das Wasser herrlich – laut Prospekt. Aber auf Grund des vielen heftigen Regens der letzten Tage, herrschte die Farbe braun vor. Da gerade in diesem Garten der Regen einsetzte, lümmelten wir in einem Fale und aßen unser mitgebrachtes Lunch. Bananen und eine Schüssel Ananas. Normale Sandwiches kann man auch anderswo essen. So streiften wir den Nachmittag noch durchs Land, ließen zwei Polizeikontrollen über uns ergehen und zeigten jedesmal brav unseren samoanischen Führerschein.
Ja, ein großer Witz ist hier, dass man vor der Automiete einen, für einen Monat gültigen, samoanischen Führerschein kaufen muss (ich habe zwar nationalen UND internationalen Führerschein, aber in einigen Staaten in der Südsee versteht man „international“ nicht ganz). Ich dachte, „Hey, vielleicht ein hübsches Souvenir!“ Nee – nur eine lapidare Quittung nach meiner Zahlung. Seht Ihr, so zieht man den Touristen das Geld aus der Tasche! Sonst sind die Samoaner auch sehr kreativ, wenn’s ums Geldverdienen an Ausländern geht. Kathleen ging z.B. heute noch zur Zentralbank, um zwei druckfrische normale Umlaufnoten für mich einzutauschen. Bei der normalen Bank an der Ecke gibt es fast nur alte Wischlappen. Druckfrische Umlaufnoten kann man mit einem Aufschlag kaufen! Ich habe den Mund nicht mehr zu bekommen. Aber man ließ sich dann auf ein „Neujahrsgeschenk“ (so der Herr am Schalter) herab und tauschte es ohne Aufschlag.
Egal, am Nachmittag gab es noch einen Zwischenstopp an einem Imbissstand, hatte Kathleen doch ein Schild erblickt, auf dem OKA stand. Da gab es kein Halten mehr und so aßen wir wieder einen Becher rohen Fisch in Kokosnussmarinade mit Gurken und Tomatenstücken, Zitrone und Gewürzen. Ich liebe das mittlerweile richtig. Den Mittwoch verbrachten wir noch mit ein wenig „Bummeln in Apia“ und kauften noch das eine oder andere Souvenir, wie einen kleinen Flip-Flop Schuh aus Kokosnussschale als Kühlschrankmagnet. Nachmittags goss es wieder aus Eimern und abends brachte uns ein Taxi ins Aggie Grey’s Hotel auf der anderen Seite der Innenstadt. Hier findet immer mittwochs ein sogenanntes Fiafia statt. Eine samoanische Show mit einem samoanischen Buffet. Da das unser letzter Abend in Samoa, und damit auch Südsee, war, wollten wir noch gebürtig Abschied feiern. Die Show war wirklich sehr gut. Samoanischer Tanz und Gesang, vorgetragen von den Mitarbeitern des Hotels. Das Buffet war auch erstklassig. Wir aßen wieder Unmengen Oka, sowie die leckeren Taroblätter mit Kokosnusscreme und andere exzellent zubereitete Sachen. Restlos zufrieden und kugelrund gefuttert ging es zurück ins Hotel zur letzten Nacht. Der Donnerstag verging bisher recht unspektakulär. Wir waren mit Packen beschäftigt und trödelten nur so in den Tag, mussten wir doch das Zimmer räumen und der nächste Flug geht heute Nacht 00:40 Uhr. So bummelten wir noch über den Markt und verfutterten die letzten Tala. Nun sitzen wir auf dem Flughafen herum und nutzen die Zeit für so wichtige Dinge wie Blog und Tagebuch schreiben bis der Flieger in Richtung Honolulu aufgerufen wird. Unser vorletztes Ziel sind die Hawaiianischen Inseln . Wir landen in Honolulu, der Hauptstadt des Bundesstaates, auf der Insel Oahu. Diese Insel werden wir eine Woche erkunden. Die zweite Woche verbringen wir auf Kauai weiter nordwestlich, bevor wir die dritte Woche auf Hawaii verbringen. Das verstehe ich nicht ganz, wird sich hier mancher fragen. Zur Erklärung: Es gibt den US-Bundesstaat Hawaii. Dieser besteht aus den Hawaiianischen Inseln. Und die größte der Inseln heißt aber ebenfalls Hawaii. In Englisch wird sie Big Island genannt, die große Insel. Somit ist es ein Unterschied, ob man in Hawaii (im Bundesstaat) oder auf Hawaii (der einen Insel) ist. Wir haben uns in Honolulu im Stadtteil Waikiki, richtig – der mit dem berühmten Strand, ein 1 Zimmer Mini-Appartement gemietet. Von da aus werden wir die recht kleine Insel mit dem Mietwagen in einer Woche erkundet haben. Wir freuen uns mittlerweile doch auf die Zivilisation mit durchgehend Strom, fließendes warmes Wasser und hoffentlich weniger Moskitos. Die Temperaturen werden auch ein wenig kühler sein, ist doch auf der Nordhalbkugel schließlich Winter. Nach fast 6 Monaten meist um und über 30 Grad sowie drückender Schwüle freut sich das Gemüt auf erwartete 20-25 Grad. Wie warm es wirklich sein wird – ich werde es berichten. Noch 29 Tage bis zum Heimflug!

Montag, 3. Januar 2011

Frohes neues Jahr

Ich möchte dieses Jahr mal einen anderen Weg wählen, meiner lieben Familie, Freunden und Bekannten ein gesundes und frohes neues Jahr 2011 zu wünschen. Wir waren ja dieses Mal als letztes Land der Welt mit dem Jahreswechsel dran. Wir haben gegen 13:00 Uhr Ortszeit auf dem Markt eine Mittagspause eingelegt und da dachten wir an Deutschland, die da den Jahreswechsel feierten. Aber dazu später mehr. Wir wachten am Mittwoch nach einer stürmischen und verregneten Nacht auf und der Himmel war blau. Wir konnten es kaum glauben. Also rein in den Bus und nach Salelologa gedüst (45min für 12km) und nach dem der letzte Blog ins Internet gestellt war, nahmen wir unseren kleinen Hüpfer für den Tag entgegen. Da wir ja kein Gepäck hatten, reichte das kleine Auto völlig zu.
(Unser Autovermieter war ein sogenannter „Fa’afafine“. Die Samoaner teilen zwar die Einstellung gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen, aber diese Präsenz der Fa’afafine ist (im Südpazifik) verbreitet und akzeptiert. Es handelt sich um Männer, die sich wie Frauen kleiden und auch wie Frauen leben. Bei uns als Transvestit bekannt. Sie sind zwar Außenseiter, sind aber als Unterhalter in Tanz und Musik sehr gefragt.)
So waren wir bereit, einmal um die 1.700 km² große Insel (circa 45.000 Einwohner) zu fahren. Die Strecke ist circa 120km lang, aber auf Grund der niedrigen Geschwindigkeit und der Stopps zog sich unsere Fahrt bis zum Abendessen hin. Es gibt kaum touristische Sehenswürdigkeiten, aber das Flair der Insel bekommt man nur dann zu spüren, wenn man sich vom Strand auch mal weg bewegt. Einen Stopp machten wir zum Beispiel an einem Grundstück, welches sehr liebevoll begrünt war. Da hat jemand einen grünen Daumen. Nach einigen Fotos ist auch jemand auf uns aufmerksam geworden und so wurden wir eingeladen, uns auch drin um zu schauen. Wir redeten ein wenig mit den anwesenden Familienmitgliedern und die Oma hat sich wahrscheinlich sehr gefreut, dass jemand ihren tollen Garten lobt. Wir haben gleich noch ein paar Bananen geschenkt bekommen und weiter ging es nach Norden. Dort gibt es große Lavafelder, wo man drauf herumlaufen kann. Savai’i ist eine Vulkaninsel, aber momentan besteht zum Glück keine Gefahr für den Menschen. Im Norden der Insel fanden wir die schönsten Strände und Buchten, die die Insel zu bieten hat. Außerdem besuchten wir das Falealupo Rainforest Reserve, ein kleiner Regenwald im Nordwesten der Insel. Das Highlight war eine 24m lange Hängebrücke hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Dann noch ein Stück eine Hühnerleiter hochgeklettert hatte man einen herrlichen Blick über das kleine Waldgebiet. Ein paar Kilometer weiter erreichten wir das Kap Mulinu’u. Dort befindet sich ein Gedenkstein – Fafa O Sauai’i genannt. Dieser markiert das offizielle Ende der Welt. Da Samoa das letzte Land westlich der Datumsgrenze ist, kann man von diesem Punkt ins MORGEN schauen. Alles, westlich dieses Punktes gelegen, hat das morgige Datum. Das fand ich schon irgendwie faszinierend, da ich mich doch für Geografie interessiere und wann kann man schon mal ins Morgen blicken. Der Satz: „Morgen ist heute gleich gestern!“ relativiert sich dann, wenn man auf den Pazifik am „Ende der Welt“ blickt. Richtung Süden kam dann ein wenig Regen auf, aber nicht sehr störend, waren es doch nur kleine Schauer. Die Südküste ist dann eher steinig und fällt steil ab. Ein Bad ist dann nur an wenigen Stellen möglich. Kurz vor Salelologa kann man die Afu Aua Falls besuchen. In Samoa muss man für jeden kleinen Ausflug oder Sehenswürdigkeit ein kleines Eintrittsgeld bezahlen und so durften wir auch 1,65 EUR pro Person hinlegen und am Ende des Weges entpuppte sich der Wasserfall als vielleicht sehr schön, wenn es denn Wasser hätte. Die 10 Tala waren trotzdem weg und wurden bestimmt in kalte Vailima umgesetzt… Kurz nach 18:30 Uhr waren wir zurück in Lano an unserer Unterkunft. Der Speisesaal war brechend voll, kam doch die ganze Familie des Besitzers noch mal zu einem Abschiedsessen zusammen, an dem wir natürlich teilnehmen durften – war doch unsere Unterkunft mit Halbpension. Essen gehen ist auf Savai’i außerhalb Salelologas auf Grund fehlender Restaurants, oder auch Imbissen, nicht möglich. Es gibt außer Mini-Tante-Emma-Läden nichts! Die Familienmitglieder aus Neuseeland und Australien reisten zufällig am selben Tag ab wie wir. Es war so schön, die ganzen Leute von der Weihnachts-Familienparty wieder zu sehen. Sie begrüßten uns sehr herzlich und wir hatten mit den Kindern und den Jugendlichen, die erstaunlich fließend englisch sprechen, eine Menge Spaß. Als Kathleen dann noch einmal den Fotoapparat holte, waren die Kids kaum zu bremsen. Da wir einem größeren Mädchen versprochen hatten, die Bilder nach Samoa zu schicken, wollten viele ein Foto von sich und die Kamera lief heiß. Diese riesige Familie war so nett zu uns, dass sie für uns aus einem „Samoaurlaub“ definitiv eine „Samoaerfahrung“ gemacht haben was doch ein Unterschied ist.
Am nächsten Morgen brachten wir das Auto zurück und haben gleich die Fähre rüber auf Upolu erwischt. Sehr traurig für mich war an zu sehen, wie kurz vor der Ankunft viele leere Chipstüten und Getränkedosen den Weg in den kristallklaren und blau schimmernden Ozean fanden, obwohl Mülleimer bereit standen. Ich hoffe, die Menschen verstehen eines Tages, was sie damit der Umwelt antun. Am Busbahnhof in Apia habe ich auf das Gepäck aufgepasst und Kathleen hat über das Touristenbüro eine Unterkunft gesucht. Wir wollten gern ins selbe Hotel, wie in der ersten Nacht und es hat auch geklappt. Wir hatten ja vor, Silvester in Apia zu verbringen. Es stellte sich aber schnell heraus, dass nichts Besonderes los sein wird. Wir warteten also den Abend ab und nach 21 Uhr sind wir in die ausgestorbene Stadt gegangen. Die zwei Läden, wo ein Livemusik war, hatten 10-15 Gäste und in zwei anderen Bars saßen ein paar Leute herum. Das war‘s. So sind wir ein wenig frustriert wieder ins Hotel zurück und sind ohne der kleinsten Andeutung einer Party ins neue Jahr gerutscht. Die Samoaner feiern in der Familie, gehen ab 22:00 Uhr in die Kirche und verbringen Mitternacht dort. Andere Länder, andere Sitten… Da muss man sich fügen. Aber am Ende war uns das dann doch egal. Es ist halt so. Am 1.1. haben wir uns dafür ein schönes Mittagessen (mit einem Liter kräftiger Piña Colada) und Blick auf die mit Palmen bestückte Bucht von Apia gegönnt. Im Nachhinein bereuten wir nur ein wenig, dass wir von Savai‘i eher abgefahren sind, um in Apia zu „feiern“, hätten wir doch auch gut mit der Familie da ins neue Jahr feiern können. Sonntag Morgen bei Sonnenaufgang besuchten wir noch den Fischmarkt gleich in der Nähe des Hotels. Bei weitem nicht so groß wie der Hamburger Fischmarkt, aber es gab doch etwas zu sehen. Wir waren kurz vor 7:00 Uhr da und eine halbe Stunde später war schon fast alles ausverkauft. Für morgen (heute gießt es wie aus Eimern) haben wir noch mal einen kleinen Mietwagen für einen Tag reserviert, um die Insel Upolu zu erkunden. Mal sehen, was es da noch Spannendes zu erleben gibt. Noch 33 Tage bis zum Heimflug!